Meldungen aus der Forschung

Innovations-Inkubator: Ergebnisse des Kompetenztandems „Vernetzte Versorgung“

11.08.2015 Forscherinnen und Forscher des Kompetenztandems „Vernetzte Versorgung“, das im Rahmen des EU-Großprojekts Innovations-Inkubator an der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt wurde, stellen ihre Forschungsergebnisse nun in einer Buchreihe der Öffentlichkeit zur Verfügung. Unter dem Titel „Behandlungspfade für die ambulante integrierte Versorgung von psychisch erkrankten Menschen“ veröffentlichen die Herausgeber Prof. Dr. Wulf Rössler und Dr. Jörn Moock insgesamt fünf Bände, von denen drei bereits erschienen sind. Zwei weitere werden bis Ende 2015 vorliegen. Die Reihe erscheint im Kohlhammer Verlag.

Jedes der Bücher stellt jeweils einen von fünf Behandlungspfaden dar, die das Kompetenztandem während seiner Forschungsarbeit entwickelte. Im Fokus stehen die psychiatrischen Erkrankungsbilder Depression, Schizophrenie, Alkoholsucht, Demenz und bipolare Störungen. Alle Behandlungspfade liefern konkrete Handlungsanweisungen für die ambulante Therapie. 

Erschienen sind bislang die Bände Mittelschwere und schwere unipolare Depression, Bipolare Störungen und Demenz. In der zweiten Jahreshälfte 2015 werden die Titel Schizophrenie und Alkoholsucht  veröffentlicht. Die Bücher stellen ambulante Versorgungsmodelle für eine effektivere Behandlung psychisch erkrankter Personen vor. Die Autoren zeigen auf, wie Abläufe standardisiert und koordiniert sowie Transparenz für Leistungserbringer und Patienten geschaffen werden können. Im Mittelpunkt steht bei allen Behandlungspfaden insbesondere die bessere Vernetzung der beteiligten Akteure, um eine bedarfsgerechtere Versorgung der Patienten zu ermöglichen und so auch die für das Gesundheitssystem entstehenden Kosten zu senken. 

Das Kompetenztandem „Vernetzte Versorgung – Grundlagen und Evaluierung der Versorgung psychisch erkrankter Menschen“ war Teil des EU-Großprojekts „Innovations-Inkubator“, das von 2009 bis 2015 an der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt wurde. Ziel der Forscherinnen und Forscher des Kompetenztandems war es, Versorgungslücken zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen innerhalb des Gesundheitssystems zu entwickeln und zu begutachten. Der Fokus lag dabei auf Produkten, die unmittelbar von der Gesundheitswirtschaft zur Verbesserung der jeweiligen Versorgungsstruktur eingesetzt werden können. Die Basis dieses Forschungsansatzes bildete die systematische Analyse der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz und das Erproben und Auswerten neuer, innovativer Versorgungsansätze für Menschen mit einer psychischen Belastung.

Die konsequente Fortführung dieser Ziele erfolgte in den Zusatzmodulen Onlinetherapie und SEplus. In Zusammenarbeit mit regionalen Kooperationspartnern wurden im Zusatzmodul Onlinetherapie internetbasierte Selbsthilfeprogramme für Menschen mit einer psychischen Störung evaluiert. Darüber hinaus untersuchte das Kompetenztandem innovative Versorgungsprodukte im Bereich der onlinebasierten Unterstützung von Patientinnen und Patienten, aber auch von Erwerbstätigen mit einer erhöhten psychischen Belastung. Das Zusatzmodul SEplus (Supported Employment plus) erprobte und bewertete einen neuartigen Job-Coaching-Ansatz zur Arbeitsintegration und zum Arbeitsplatzerhalt.

Die bereits erschienenen Bände der Reihe „Behandlungspfade für die ambulante integrierte Versorgung von psychisch erkrankten Menschen“ im Überblick:

Dorothea Büchtemann/ Denise Kästner / Christian Koch / Kirsten Kopke / Jeanett Radisch / Wolfram Kawohl / Jörn Moock / Wulf Rössler: Mittelschwere und schwere unipolare Depression. Stuttgart 2014.

Denise Kästner / Dorothea Büchtemann / Steffi Giersberg / Christian Koch / Anke Bramesfeld / Jörn Moock / Wolfram Kawohl / Wulf Rössler: Bipolare Störungen. Stuttgart 2015.

Jeanett Radisch / Johanna Baumgardt / Elina Touil / Jörn Moock / Wolfram Kawohl / Wulf Rössler: Demenz. Stuttgart 2015. 

Weitere Informationen: 

Seite zum Forschungsthema „Gesundheit“ im Innovations-

Autorin: Dr. Marion Stange (Universitätskommunikation)