Meldungen aus der Forschung

Neu an der Leuphana: Volkswirt Prof. Dr. Mario Mechtel

24.08.2015 „Die Themen, zu denen ich forsche, sind relativ heterogen, aber es gibt einen roten Faden: Mich interessiert, welchen Einfluss das soziale und gesellschaftliche Umfeld auf unser Verhalten hat“, erklärt Prof. Dr. Mario Mechtel sein Forschungsinteresse. „Ich bin sehr neugierig darauf, neue Dinge zu lernen und schaue mich gern nach links und rechts um.“ Seit Juni 2015 ist Mario Mechtel als Juniorprofessor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Mikroökonomik, an der Leuphana Universität Lüneburg tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Applied Microeconomics, Labor Economics, Personnel Economics und Behavioral Economics.

Prof. Dr. Mario Mechtel ist seit Juni 2015 als Juniorprofessor für Volkswirtschaftlehre, insbesondere Mikroökonomik, an der Leuphana Universität Lüneburg tätig.

In einem seiner Forschungsprojekte beschäftigt sich Mario Mechtel beispielsweise mit der Frage, wie in Großraumbüros das Arbeitsverhalten einzelner durch die Gegenwart von Kolleginnen und Kollegen beeinflusst wird. Im Rahmen einer anderen Studie analysierte Mario Mechtel mit einem Kollegen anhand großer Datensätze zum Konsumverhalten in Deutschland, ob sich Konsumstrukturen, insbesondere der Konsum von Statusgütern, in Ost- und Westdeutschland signifikant unterscheiden. „Man kauft zum Beispiel ein bestimmtes Auto, um anderen zu demonstrieren, dass man mehr Geld verdient als sie. Wir haben mit Daten gearbeitet, die erstmals bereits kurz nach der Wiedervereinigung erhoben wurden und die bis zum jetzigen Zeitpunkt reichen. So konnten wir prüfen, ob es nach der Wiedervereinigung überhaupt einen Unterschied gab und wie er sich mit der Zeit verändert hat.  Wir kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Ausgaben für Statusgüter von Haushalten in Ost- und Westdeutschland signifikant unterscheiden. Ostdeutsche Haushalte geben weit mehr Geld für Statusgüter aus als vergleichbare westdeutsche. Es liegt nahe, dies auf die Erfahrungen mit stark unterschiedlichen politischen Regimen zurückzuführen. Ich finde es sehr spannend, zu untersuchen, wie unsere Umgebung das, was wir denken, oder die Präferenzen, nach denen wir handeln, beeinflusst“, erklärt Mechtel.

"Mir macht es großen Spaß, den Blick zu öffnen."

Nach dem Studium in Mainz schloss Mechtel 2012 seine Dissertation an der Universität Tübingen ab. Im Anschluss war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Trier und am Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU) tätig. Unmittelbar vor seinem Wechsel nach Lüneburg forschte Mario Mechtel als Gastwissenschaftler in einer Forschergruppe zum Thema „Markets, Organization and Behaviour“ an der Universität Aarhus in Dänemark. Mario Mechtels wissenschaftliche Neugier und seine Begeisterung für die Forschung zeigen sich nicht nur in der Bandbreite der „harten“ Forschungsthemen im Bereich seines eigentlichen Forschungsfeldes. Sogar in seiner Freizeit kann Mechtel das Forschen nicht lassen. „Auch Fußball kann ein interessantes Forschungsthema sein,“ erklärt der passionierte Fußballfan mit einem Augenzwinkern. Schon zwei Publikationen sind aus dieser „Feierabendforschung“ hervorgegangen. „Wir haben uns Datensätze aus zehn Jahren Bundesliga angeschaut und herausgefunden, dass ein Platzverweis für die Heimmannschaften im Durchschnitt ein Nachteil ist; für Gastmannschaften, die relativ zum Ende des Spiels einen Platzverweis erhalten, ist das in der Regel ein Vorteil“, so Mechtel. Über die Publikationen zu Fußballthemen kam Professor Mechtel auch dazu, an „Science Slams“ teilzunehmen.  Auf Science Slams präsentieren Wissenschaftler innerhalb einer vorgegebenen Zeit ihre Forschungsthemen vor einem Publikum. „Es ist eine Herausforderung, seine Forschung so darzustellen, dass auch Fachfremde sie verstehen - und sie idealerweise auch unterhaltend finden“, erklärt Mechtel. Wenn sich die Gelegenheit in Lüneburg oder Hamburg ergäbe, könnte er sich eine weitere Teilnahme vorstellen. „Man trifft hinter den Kulissen viele interessante Wissenschaftler, die zu ganz unterschiedlichen Themen forschen. So lernt man spannende Dinge dazu“, berichtet Mechtel. 

"Ich freue mich darauf, meine Neugier hier weiter ausleben zu können."

Mit seinen breit gefächerten, über Fächergrenzen hinausgehenden Forschungsinteressen fügt sich Mario Mechtel hervorragend in das interdisziplinäre Profil der Leuphana ein.  Seiner Tätigkeit in Lüneburg sieht er mit Spannung und Neugier entgegen. „Am Institut für Volkswirtschaftslehre reizt mich, dass wir eine relativ homogene Gruppe sind. Wir decken die Volkswirtschaftslehre zwar nicht in ihrer ganzen Breite ab, aber unsere Schwerpunkte ergänzen sich hervorragend, so dass es viele Schnittstellen und Anknüpfungspunkte für gemeinsame Forschungsprojekte gibt.“ Auch auf die Lehre und die Arbeit mit den Studierenden freut sich der Juniorprofessor. Das Studienkonzept, insbesondere das Leuphana Semester, findet Mario Mechtel sehr spannend: „Mein Eindruck von der Leuphana ist, dass man über den Tellerrand hinaus lernt und forscht und so in der Lage ist, sich auch mit Themen auseinanderzusetzen, die nicht Teil des engeren Curriculums sind. Das ist auch für die Lehrenden sehr reizvoll.“ Im Wintersemester wird Professor Mechtel das Modul „Wirtschaftspolitik“ im Major Volkswirtschaftslehre unterrichten. Zudem wird er englischsprachige Veranstaltungen und Mikroökonomik-Module im Minor VWL anbieten. Mechtel hofft außerdem, Studierende auch für seine Forschungsthemen begeistern zu können. Denkbar wäre beispielsweise ein Modul zu „Verhaltensökonomik“ im Master-Studiengang. „Ich möchte den Studierenden zeigen, wie viele spannende Fragen es in diesem Bereich gibt“, so Mario Mechtel.

Weitere Informationen:

Personenhomepage von Prof. Dr. Mario Mechtel

Autorin: Vivien Thais Valentiner (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.