Meldungen aus der Forschung

Neu an der Leuphana: Ingenieurwissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Benjamin Klusemann

11.01.2016 Seit Oktober 2015 ist der Ingenieurwissenschaftler Benjamin Klusemann als Professor für Local Engineering, insbesondere Process Simulation, am Institut für Produkt- und Prozessinnovation der Leuphana tätig. Sein Lehrstuhl beinhaltet eine enge Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG), wo Professor Klusemann die Hälfte seiner Arbeitszeit als Gruppenleiter der Forschungsgruppe „Residual Stress Engineering“ in der Abteilung „Fügen und Bewerten“ im Bereich Werkstoffmechanik am Institut für Werkstoffforschung aktiv ist

Forschungsschwerpunkte: Materialmodellierung und Prozesssimulation

Die Forschungsschwerpunkte Professor Klusemanns sind in den Bereichen Materialmodellierung und Prozesssimulation angesiedelt. Auf Basis experimenteller Beobachtungen entwickelt er Modelle, die spezifische Eigenschaften einzelner Werkstoffe unter verschiedenen Prozessbedingungen abbilden. Ziel ist es, Materialeigenschaften und Produktionsprozesse insgesamt zu optimieren. Die Simulation ersetzt dabei auf kostengünstige Weise aufwändige Labortests. „In der Automobilindustrie werden beispielsweise Karosserieteile mittels des Tiefziehens hergestellt“, so Klusemann. „Um den Prozess optimal zu gestalten, kann die Simulation als Hilfsmittel genutzt werden. Dabei ist das Verhalten der verarbeiteten Werkstoffe genau zu berücksichtigen, z.B. um den Effekt der Rückfederung, die geometrische Änderung des Bleches nach dem eigentlichen Umformvorgang, korrekt vorhersagen zu können. Nur wenn das komplexe Verhalten des Werkstoffs von Anfang an einkalkuliert wird, und bei der Prozessführung bzw. Werkzeugkonstruktion berücksichtigt wird, kann das Bauteil mit der  vorgesehenen Geometrie hergestellt werden. Dies können wir mit geeigneten Modellierungsansätzen und Simulationstools erreichen“.

„Meine Begeisterung für die Modellierung von Werkstoffen und Prozessen ist bereits während meines Studiums an der TU Dortmund entstanden“, erklärt Klusemann. „Als Studentische Hilfskraft am Institut für Spanende Fertigung konnte ich in diesem Bereich bereits früh sehr selbständig arbeiten. Dabei habe ich meine Leidenschaft für die theoretischen Hintergründe der Materialmodellierung entdeckt. Es reizt mich, die Physik dahinter zu verstehen.“ Promoviert wurde Professor Klusemann am Institut für Mechanik der TU Dortmund. Für seine Arbeit verlieh ihm die Fakultät Maschinenbau ihren Dissertationspreis. Sein weiterer Karriereweg führte ihn über Stationen als Postdoc an der RWTH Aachen und als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am California Institute of Technology zuletzt an die TU Hamburg-Harburg, wo Klusemann als Oberingenieur tätig war und sich für das Fachgebiet Technische Mechanik habilitierte.

Synergieeffekte durch die Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht 

Auf seine Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Leuphana freut sich Professor Klusemann. „Die Leuphana erscheint mir als ein dynamisches Umfeld, in dem ich als Wissenschaftler viele Gestaltungs- und Kooperationsmöglichkeiten habe“, so Klusemann. „Im Hinblick auf die Lehre finde ich die relativ kleinen Gruppen von Studierenden in den Vorlesungen sehr positiv – dadurch gibt es einen viel direkteren Draht zwischen Lernenden und Lehrenden.“ Besondere Vorteile für Forschung und Lehre bietet nach Klusemanns Ansicht die enge Kooperation mit dem HZG. Einerseits profitiere er selbst in seiner Forschung von der hervorragenden Ausstattung und den vorhandenen Kooperationsmöglichkeiten am Helmholtz-Zentrum. Zusätzlich können die in Geesthacht erzielten Forschungsergebnisse schnell und effektiv in die Lehre einfließen. Im Rahmen der geplanten Anpassung des Masters „Management & Engineering“ mit dem Schwerpunkt „Materials and Engineering“ sollen Studierende schon früh mit einzelnen Forschungsaktivitäten am HZG in Kontakt kommen. 

Weitere Informationen:

Personenhomepage von Prof. Dr.-Ing. Benjamin Klusemann

Seite des Instituts für Produkt- und Prozessinnovation (PPI)

Autorin: Dr. Marion Stange (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.