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Neuartiger Onlinekurs: Moderne Kunst sehen und verstehen lernen

16.03.2016 Lüneburg/Frankfurt am Main. Mit einem neuartigen digitalen Vermittlungsangebot bieten das Städel Museum Frankfurt und die Leuphana Universität Lüneburg einem breiten Publikum einen erleichterten und vielseitigen Zugang zur modernen Kunst von 1750 bis heute. Das Konzept für den kostenfreien Onlinekurs stammt von Professor Dr. Beate Söntgen, Kunsthistorikerin am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana, Dr. Chantal Eschenfelder, Leitung Bildung und Vermittlung am Städel Museum, und Herbert Schwarze, Leuphana Centre for Digital Cultures (CDC). Bei der Realisierung haben der Leuphana-Projektverantwortliche Jörg Schulze und das Städel Museum eng zusammengearbeitet.

„Mit der Konzeption dieses Online-Angebots haben wir Neuland betreten“, sagt Prof. Dr. Söntgen. Der Kurs erzähle nicht einfach eine Geschichte der modernen Kunst, sondern erschließe diese über zentrale Fragen und Problemstellungen. Dazu werden  neue, auch spielerische Möglichkeiten des eigenständigen Lernens durch digitale Medien genutzt. Ziel des Angebotes ist es, das Sehen zu schulen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Erkenntnisse aus der Anschauung gewonnen werden können.

Aus den Beobachtungen am Werk werden weiterführende Fragestellungen abgeleitet. Dabei geht es etwa um Entstehungszusammenhänge und Präsentationsformen eines Kunstwerks oder um Wahlverwandtschaften zwischen Künstlern. Solche Aspekte sind wichtig mit Blick auf Wahrnehmung, Wirkung und Deutung eines Werkes. „Wir möchten die Teilnehmer ermuntern, sich mit Hilfe der Materialien selbständig in der aufregenden Welt der modernen Kunst zu bewegen und den Fragen nachzugehen, die sich aus der individuellen Betrachtung ergeben“, erläutert die Lüneburger Kunsthistorikerin.

Basierend auf rund 250 Werken der Städelschen Sammlung ist ein abwechslungsreiches Programm mit umfangreichen, inspirierenden Arbeitsmaterialien zur Kunstgeschichte entstanden. Neben einführenden und erklärenden Filmen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten finden Kursteilnehmer spielerische Lernformate, vertiefende Texte sowie einen detaillierten Zeitstrahl zu historischen Ereignissen, Künstlern und Schlüsselwerken der modernen Kunst. Durch den Kurs führt der renommierte Film- und Theaterschauspieler Sebastian Blomberg, das Sound-Design gestaltete der Berliner Musiker Boys Noize.

Das neue digitale Angebot richtet sich an alle, die zeitlich flexibel kunsthistorische und bildwissenschaftliche Kenntnisse erlangen wollen. Gleichermaßen Bildungs- und Weiterbildungsangebot, ist der Onlinekurs für Teilnehmer ohne kunsthistorisches Fachwissen ebenso attraktiv wie für jene, die bereits Vorkenntnisse besitzen. Er eignet sich sowohl zum begleitenden Lernen neben Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf wie auch als unterhaltsamer und informativer Einblick in die Kunstgeschichte.

Der Onlinekurs wird gefördert durch den Städelschen Museums-Verein e.V. mit Unterstützung der Christa Verhein-Stiftung.

Die Kompetenzen der kooperierenden Einrichtungen ergänzen sich bei diesem Projekt ideal. Das Städel entwickelt seit Jahren innovative Formen der Kunstvermittlung, insbesondere im digitalen Bereich. Mit dem Centre for Digital Cultures (CDC) hat sich an der Leuphana ein internationales Zentrum zur Erforschung der Digitalen Medien etabliert, das sich unter anderem mit der Gestaltung und Erprobung innovativer Lehrformate beschäftigt. Die Kunstwissenschaft der Leuphana hat moderne und zeitgenössische Kunst als Schwerpunkt und verfügt mit dem „Kunstraum“ über einen eigenen, künstlerisch-wissenschaftlich bespielten Projektraum.

Das Städel folgt mit dem Onlinekurs – wie mit all seinen digitalen Vermittlungsformaten – dem zentralen Anliegen, seinen Bildungsauftrag weit über die physischen Grenzen des Museums hinaus wahrzunehmen und unterschiedliche Zielgruppen zeitgemäß und innovativ für die Beschäftigung mit Kunst und Kultur zu begeistern. „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ ist ab 16. März 2016 über den Link onlinekurs.staedelmuseum.de zu erreichen.


Pressekontakt
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Telefon +49(0)4131-677-1007
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Städel Museum
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braun@staedelmuseum.de, presse@staedelmuseum.de
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