Meldungen aus der Forschung

Leuphana erhält 1,3 Millionen Euro für neuartiges Ausbildungsmodell

16.11.2016 Lüneburg. Der Leuphana Universität Lüneburg stehen für die kommenden drei Jahre Fördermittel in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro für das Programm „PriMus – Promovieren im Museum“ zur Verfügung. Ein entsprechender Förderbescheid wurde jetzt übermittelt. Das Geld stammt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus dem Programm VIP+. Ziel des Vorhabens ist es, ein neuartiges Ausbildungsmodell für wissenschaftliche Museumsmitarbeiter zu entwickeln und einzuführen, das die Forschung an Museen stützt und den Wissenstransfer zwischen Universität und Museen fördert.

Im Zentrum des von den Leuphana-Professorinnen Susanne Leeb und Beate Söntgen entwickelten Programms steht die Arbeit in sechs beteiligten Museen der Hamburger Region: Hamburger Kunsthalle, Museum für Völkerkunde Hamburg, Deichtorhallen Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg und Buddenbrookhaus - Heinrich und Thomas Mann Zentrum (Lübeck). Dort werden Nachwuchswissenschaftler_innen – betreut von der Leuphana - ihre Dissertation zu unerschlossenen Sammlungsbereichen schreiben und parallel dazu ein Ausstellungskonzept entwickeln. So soll nicht nur die stetig wachsende Fülle der in Museen bewahrten Kulturgüter in das öffentliche Bewusstsein gehoben werden. Die Zusammenführung von aktueller Forschung und praktischer Arbeit der Museen betont auch deren Bedeutung für die Debatte über gesellschaftliche Normen und Werte.

Das Programm schlägt damit eine Brücke zwischen Universität und Museum, Theorie und Praxis, Forschung und Ausstellungsarbeit und soll ein alternatives Ausbildungsmodell erproben, das Promotion und Volontariatsanteile in der Ausbildungsphase zusammenführt. Im Dialog der verschiedenen beteiligten Museumstypen sollen zudem neue Erzählweisen und Formen der Präsentation für Kulturgüter unterschiedlichster Art entwickelt und diskutiert werden.

Die Erträge von PriMus werden in einem Leitfaden veröffentlicht, der interessierten Institutionen zur Verfügung stehen wird. Das aus dem Projekt entstehende innovative Ausbildungskonzept soll auf diese Weise künftig deutschlandweit anderen Hochschulen und Museen als Modell einer an der Museumsarbeit orientierten DoktorandInnenausbildung dienen.