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Promovieren im Museum: Ira Klinkenbusch

07.03.2017 Ira Klinkenbusch hat an der Humboldt-Universität zu Berlin Deutsche Literatur studiert und promoviert im Rahmen des Forschungsprogramms PriMus – Promovieren im Museum im Buddenbrookhaus/ Thomas Mann Haus. PriMus wird vom BMBF gefördert. Im Interview erzählt sie von ihren Forschungsschwerpunkten und ihrem Bezug zu Museen.

Frau Klinkenbusch, mit welchem Thema beschäftigt sich Ihre Promotion?

Ira Klinkenbusch: Mein Thema ist die Familie Mann, die spätestens seit ihrem politischen Exil 1933 als „amazing family“, als politisch aktive Intellektuellenfamilie aufgetreten ist. Ich untersuche, inwiefern dieses bis heute bestehende Narrativ von der Familie selbst lanciert und gesteuert wurde. Es geht also um familiäre Öffentlichkeitsarbeit; um Inszenierungspraktiken und Repräsentanzstrategien. Dazu untersuche ich literarische Texte und Egodokumente, gleiche aber auch die auf Öffentlichkeit ausgerichtete Präsentation mit internen Dokumenten wie Familienbriefwechseln ab.

Auf welche Weise setzen Sie sich mit den Exponaten im Museum auseinander? Verbringen Sie viel Zeit vor Ort?

Ira Klinkenbusch: Im Buddenbrookhaus wird primär Immaterielles ausgestellt: Literatur und ihre Inhalte, dort verhandelte Themen und Kontexte sowie zeithistorische und personelle Hintergründe. Das kann man an Exponaten zeigen, z.B. in Form von Briefen, Manuskripten, Fotografien oder Gegenständen aus Autor*innen-Nachlässen, aber auch auf andere Weise erzählen. Da das Buddenbrookhaus neben der Sammlung auch über eine umfangreiche Bibliothek zur Familie Mann verfügt, verbringe ich in meiner derzeitigen Arbeitsphase viel Zeit dort.

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zu Museen? Auf welche Weise würden Sie ein Museum anders gestalten als Sie es sonst häufig erlebt haben?

Ira Klinkenbusch: Museen erlebe ich im Idealfall als Orte der Bereicherung, die auf ansprechende Weise fundierte Information und Unterhaltung verknüpfen, immer auch zum Nachdenken anregen und Zusammenhänge aufzeigen, die man zuvor nicht wahrgenommen hat. Neben den Ausstellungen können dabei beispielsweise Kooperationen mit Theatern, Schulen oder anderen Kulturinstitutionen dazu beitragen, Themen innovativ zu vermitteln. Wichtig finde ich das Herstellen von Bezügen zur Lebenswelt der Besucher*innen.

Vielen Dank für das Gespräch!


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