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Promovieren im Museum: Sarah Kreiseler

13.03.2017 Sarah Kreiseler hat an der Universität Potsdam Europäische Medienwissenschaft studiert und promoviert im Rahmen des Forschungsprogramms "PriMus – Promovieren im Museum" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG). PriMus wird vom BMBF gefördert. Im Interview erzählt sie von ihren Forschungsschwerpunkten und ihrem Bezug zu Museen.

Frau Kreiseler, mit welchem Thema beschäftigt sich Ihre Promotion?

Sarah Kreiseler: Ausgehend von Glasnegativen, die der erste Museumsmitarbeiter des MKG, Wilhelm Weimar, von 1897 bis 1915 von Sammlungsobjekten anfertigte, untersuche ich die Ästhetik der frühen Reproduktionsfotografien, deren Entwicklung und Stellenwert innerhalb der archivischen Ordnung bis hin zu Digitalen Sammlungen mit ihren Digitalisaten. Diese machen öffentlich und online Großteile der Sammlungen zugänglich mit Hilfe grafischer Benutzeroberflächen. Dadurch verschiebt sich eine museale Grenze von Sichtbarem (Ausstellung und deren Exponate) und Verborgenen (Depot und die Gesamtheit der Sammlung). Weitergehend eröffnet sich das Themenfeld der digitalen Vermittlung.

Auf welche Weise setzen Sie sich mit den Exponaten im Museum auseinander? Verbringen Sie viel Zeit vor Ort?

Sarah Kreiseler: Zurzeit verbringe ich den überwiegenden Teil der Woche im Museum. Die Exponate sind bisher nicht Teil der Sammlung Fotografie und Neue Medien, sondern gehören noch zum Archivbestand. Weimar fertigte rund 2800 Glasnegative an, die von mir digitalisiert und in die Datenbank aufgenommen werden. Die Anfertigung weiterer Glasnegative (rund 21.000) bis in die 1950er Jahre werden stichprobenartig gesichtet, um Veränderungen der Ästhetik zu untersuchen. Weiteres Material könnten Glasdiapositive oder Abzüge der Negative sein. Daran anschließend liegt die Erforschung der Systematik der verschiedenen Fotografien und deren Gebrauch in der Institution bis hin zur Digitalen Sammlung („Sammlung Online“ des MKG).

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zu Museen? Auf welche Weise würden Sie ein Museum anders gestalten als Sie es sonst häufig erlebt haben?

Sarah Kreiseler: Bereits in meiner Masterarbeit lagen Museen mit ihren Digitalen Sammlungen im Fokus der Untersuchung. Dieses Thema erwuchs aus meinem Interesse an Ausstellungen, vor allem zur Kunst der Moderne, zeitgenössischer Kunst und Fotografien. Museen haben oft eine lange Geschichte und eine Sammlung, die es zu wahren gilt. Trotz dessen wünsche ich mir eine Frische und Zugänglichkeit, die zeitgemäß ist. Dies lässt sich durch Vermittlung umsetzten, nicht die Exponate, sondern der Zugang zu diesen kann sich wandeln. Beispielsweise besitzt der Ausstellungsraum die Stärke, unterschiedlich durchschritten werden zu können und somit Vermittlungskonzepte für vielfältige Zielgruppen innerhalb einer Ausstellung anbieten zu können (das gilt ebenso für Sammlungen im Digitalen, wenn auch unter anderen Bedingungen).

Vielen Dank für das Gespräch!


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