Meldungen aus der Forschung

Promovieren im Museum: Julian Windmöller

20.03.2017 Julian Windmöller hat an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Staatlichen Lomonossow Universität Moskau Geschichte, Philosophie/Ethik & Englisch studiert und promoviert im Rahmen des Forschungsprogramms "PriMus – Promovieren im Museum" im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg. PriMus wird vom BMBF gefördert. Im Interview erzählt er von seinen Forschungsschwerpunkten und seinem Bezug zu Museen.

Herr Windmöller, mit welchem Thema beschäftigt sich Ihre Promotion?

Julian Windmöller: Meine Promotion befasst sich mit der deutschbaltischen Adelsfamilie „von Nolcken“. Deutschbalten werden die Deutschen genannt, die früher im östlichen Ostseeraum lebten, auf dem Gebiet der heutigen Staaten Estland und Lettland. Grundlage ist der Nachlass „von Nolcken/von Münnich“, der eine Vielzahl von Objekten aus über 300 Jahren Familiengeschichte umfasst – darunter Gemälde, Mobiliar, Porzellan und Besteck, aber natürlich auch zahlreiche Schriftstücke und Fotos.

Auf welche Weise setzen Sie sich mit den Exponaten im Museum auseinander? Verbringen Sie viel Zeit vor Ort?

Julian Windmöller: Die Objekte sind für mich essentiell: zusammen mit den Texten und Bildern bilden sie die Quellenbasis meiner Arbeit. Dementsprechend viel Zeit verbringe ich mit ihnen. Zunächst werden alle Objekte inventarisiert: eine spannende und intensive Arbeit bei über 200 Stücken.

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zu Museen? Auf welche Weise würden Sie ein Museum anders gestalten als Sie es sonst häufig erlebt haben?

Julian Windmöller: Die Arbeit im Museum hat mich schon immer fasziniert. In ein paar Schlagworten: sie ist pädagogisch, wissenschaftlich und kreativ. Was ich im Museum ändern würde: wieder mehr Mut zur Reduktion! Mein Eindruck ist, dass viele Museen, um „wissenschaftlicher“ zu wirken und weniger Kritikfläche zu bieten, ihre Ausstellungen sehr komplex und ohne narratives Angebot gestalten. Ich denke, Museen sollten nicht davor zurückschrecken auch klare Thesen anzubieten, solange man diese transparent macht und zur Diskussion offen lässt.

Vielen Dank für das Gespräch!


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