Meldungen aus der Forschung

Promovieren im Museum: Elena Berroth

03.04.2017 Elena Berroth hat an der Leuphana Universität Lüneburg Kulturwissenschaften – Culture, Arts & Media mit Schwerpunkt Kunst und visuelle Kultur studiert und promoviert im Rahmen des Forschungsprogramms "PriMus – Promovieren Museum" in der Hamburger Kunsthalle. PriMus wird vom BMBF gefördert. Im Interview erzählt sie von ihren Forschungsschwerpunkten und ihrem Bezug zu Museen.

Frau Berroth, mit welchem Thema beschäftigt sich Ihre Promotion?

Elena Berroth: Tischszenen in der Malerei: Der Tisch als Versammlungsort, Denkraum und Instrument der Ordnung.

Auf welche Weise setzen Sie sich mit den Exponaten im Museum auseinander? Verbringen Sie viel Zeit vor Ort?

Elena Berroth: Besonders schön und von großem Vorteil ist die Möglichkeit mit den Originalen zu arbeiten und dabei jederzeit vor das Bild zurückkehren zu können. Zudem das konzentrierte Expert*innenwissen, auf das zurückgegriffen werden kann. Möglichst viel vor Ort zu sein lohnt sich daher. Ansonsten gehe ich im Sinne der Trias Erfassen, Beschreiben und Erschließen vor und versuche dabei nach Möglichkeit verschiedene Zugänge zu nutzen. Das heißt zum einen durch Erschließung und Erforschung der Werke durch sammlungsbezogene Forschung wie Provenienzforschung und durch zusammenführende Forschung wie die Befragung einzelner Themen- und Sachverhalte und zum anderen über konservatorische und restauratorische Fragestellungen.

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zu Museen? Auf welche Weise würden Sie ein Museum anders gestalten als Sie es sonst häufig erlebt haben?

Elena Berroth: Für mich persönlich funktioniert das Museum sowohl als Ort der stillen Betrachtung, wie auch als Raum für konträre Diskussion. Im besten Fall entsteht aus dem Besuch ein Mehrwert, sei es rein ästhetisch, als Denkanstoß oder durch einen Wissensgewinn. Besonders in Großbritannien ist erlebbar, dass sich die Atmosphäre eines Museums stark verändert, wenn zum einen der Eintritt reduziert wird bzw. ganz wegfällt und zum anderen eine alternative Variante zur klassischen Vermittlung gewählt wird. Das bedeutet auch, dass in der Konzeption von Ausstellungen (Sonder- und Dauerausstellungen) sowohl das Fachpublikum wie auch das Laienpublikum mitbedacht werden muss und in welcher Form Inhalte für beide Gruppen visualisier- und vermittelbar gemacht werden können. Allgemein scheint mir die Einbindung der Bürger einer Stadt, sei es durch finanzielle oder inhaltliche Beteiligung ein erfolgreicher Weg zu sein, eine Mitverantwortlichkeit für das Weiterbestehen und Wachsen eines Hauses zu schaffen. Eine höhere Qualität für Dauerausstellungen sehe ich in einem intensiven Kennenlernen der Objekte durch die wissenschaftlichen Angestellten, was wiederum über längere vertragliche Regelungen gewährleistet werden kann.

Vielen Dank für das Gespräch!


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