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Internationale Nachwuchsförderung und Vernetzung: Poldi Kuhl über die Summer School in Hongkong

31.07.2017 Nachwuchsförderung international: Prof. Dr. Poldi Kuhl, Juniorprofessorin für Bildungswissenschaft, insbesondere Evaluation und Intervention, war eine der Teilnehmenden der Leuphana an der International Postgraduate Roundtable and Research Forum cum Summer School (IPRRFSS). Die Konferenz fand im Juli in Hongkong statt und wurde von der Education University Hong Kong organisiert. Gemeinsam mit Poldi Kuhl nahmen auch Prof. Dr. Michael Ahlers und fünf Doktorand/innen der Fakultät Bildung an der Summer School teil. Im Interview erzählt Poldi Kuhl von Inhalten der Konferenz sowie den vielfältigen Möglichkeiten der internationalen Vernetzung, und Chancen der Nachwuchsförderung und den Ideen zur langfristigen Zusammenarbeit mit der Education University Hong Kong.

Frau Kuhl, inwiefern bieten solche Konferenzen, wie die IPRRFSS, Möglichkeiten zur Vernetzung und neuen Inputs zur Ihrer Forschung und für die Lehre?

Poldi Kuhl: 
Die Konferenz bot mir und uns vielfältige Möglichkeiten zur Vernetzung und Etablierung von Kooperationsbeziehungen. Teilnehmer/innen aus 25 Staaten haben ihre Forschung vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Für mich persönlich war das unter anderem so interessant, weil viele der Teilnehmer/innen aus Ländern kamen, mit denen ich üblicherweise nur selten in Kontakt komme. Sonst tausche ich mich in erster Linie mit europäischen oder US-amerikanischen Forscher/innen aus, in Hongkong aber sprach in plötzlich mit Kolleg/innen aus Singapur, Indonesien, Kasachstan und China über schulische Inklusion und inklusive Lehrerbildung. Es war spannend, neue Sichtweisen kennen zu lernen, aber auch festzustellen, dass wir uns trotz der verschiedenen Kulturen wissenschaftlich mit ganz ähnlichen Herausforderungen beschäftigen, wenn es beispielsweise darum geht, wie Inklusion in Schule gelingen kann. 
Und auch die Panel-Diskussion zum Thema „Whole Person Development – Building students as future academic leaders”, an der neben Prof. Dr. Michael Ahlers von der Leuphana auch Kollegen aus Hongkong und Kasachstan teilnahmen, machte deutlich, dass die Herausforderungen für Nachwuchswissenschaftler/innen auf dem Weg in die Wissenschaft in vielen Ländern recht ähnlich sind.

Inwiefern kann eine solche Konferenz einen Beitrag zur Nachwuchsförderung junger Wissenschaftler/innen, wie der mitgereisten Doktorand/innen der Leuphana, leisten? Wie können besonders diese von der Teilnahme an einer solchen Konferenz profitieren?

Poldi Kuhl: 
Nachwuchsförderung war in vielerlei Hinsicht das zentrale Thema der Summer School. Die Teilnehmer/innen hatten die Möglichkeit, ihre Forschung vorzustellen und dazu Feedback zu bekommen. Neben den Präsentationen der Arbeiten und spannenden Diskussionen gab es aber auch verschiedene Workshops zum Wissenschaftlichen Publizieren, zur Drittmitteleinwerbung und zum erfolgreichen Präsentieren der eigenen Forschung auf internationalen Tagungen. Diese Workshops boten den Nachwuchswissenschaftler/innen vielfältige Möglichkeiten, sich auf ganz zentrale Aufgabenstellungen im Rahmen wissenschaftlicher Karrieren vorzubereiten und von erfahrenen Wissenschaftler/innen auch Tipps und Feedback zu bekommen. Ein Workshop widmete sich beispielsweise „Short Speeches“, in denen es darum geht, das eigene Forschungsthema in etwa 3 Minuten anschaulich, ansprechend und verständlich zur erklären. Das klingt erstmal sehr einfach, ist aber manchmal durchaus schwieriger, als die eigene Forschung mit mehr Zeit und vielleicht auch unterstützt durch eine Folienpräsentation vorzustellen. 
Das Besondere an dieser Konferenz der Education University Hong Kong ist, dass sie von Studierenden für Studierende organisiert wird. Für die Doktorand/innen bedeutet das, dass sie nicht nur ihre eigene Forschung präsentieren und spannende Workshops besuchen können, sondern sie fast schon nebenbei auch lernen, was dazu gehört, eine Konferenz mit 600 Teilnehmer/innen und internationalen Keynote-Speakern auf die Beine zu stellen. 
Die Konferenz bot darüber hinaus einen idealen Rahmen zur Vernetzung der jungen Wissenschaftler/innen, auch untereinander. Die Doktorand/innen der Leuphana, die an der Konferenz teilgenommen haben, sind froh, diese Chance genutzt zu haben und machen den anderen Doktorand/innen der Leuphana jetzt schon die Teilnahme an der Summer School im Juli 2018 in Hongkong schmackhaft. 

Frau Kuhl, die Summer School findet jährlich statt – und Sie haben gerade schon erzählt, dass geplant ist, dass die Leuphana auch im nächsten Jahr wieder dort vertreten sein wird. Gibt es darüber hinaus weitere Ideen für Kooperationen mit der Education University Hong Kong? 

Poldi Kuhl: Es gibt eine Reihe von Überlegungen, wie wir unsere Zusammenarbeit mit der Education University Hong Kong ausbauen können. Bereits im November 2016 hatten wir an der Leuphana Besuch einer Gruppe von Masterstudierenden, die hier an einem Seminar zum Thema „International Comparative Educational Research (ICER)“ teilgenommen haben und so viel über Bildungssysteme und Schulleistungsstudien im internationalen Vergleich lernen konnten. Am Rande des Besuchs der Delegation aus Hongkong unterzeichneten die Vizepräsidenten unserer beiden Universitäten einen Kooperationsvertrag zur Etablierung der langfristigen Zusammenarbeit. Ganz aktuell arbeiten wir mit der Education University Hong Kong daran, ein binationales Dual Doctoral Degree Programm nach dem Cotutelle-Verfahren aufzubauen und hoffen, dieses noch in diesem Jahr starten zu können. 

Vielen Dank für das Gespräch!


Kontakt

Prof. Dr. Poldi Kuhl
Universitätsallee 1, C1.218
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Fon +49.4131.677-1634
Fax +49.4131.677-1688
poldi.kuhl@leuphana.de


Autorin: Morgaine Struve, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.