Meldungen zum Studium

Studierende und Geflüchtete organisieren Kulturfest

Leuphana-Studierende haben in diesem Semester neben Open Lecture Hall und Buddy-Tandems eine weitere Initiative gemeinsam mit Geflüchteten, der amikeco-Willkommensinitiative und der Stadt Lüneburg auf die Beine gestellt: Beim Open-Air-Fest „Cultures Meet“ ging es um Kunst, Theater, Sport und Musik. Das Fest ist aus dem Komplementärstudium-Seminar „Sprechen und Handeln: Ein interkulturelles Projekt mit Asylbewerbern_innen und Studierenden“ hervorgegangen. Teilnehmer Jannik Böker (Kulturwissenschaft am College) berichtet.

Leuphana-Student Jannik Böker (links) und Hussein Al Shatheli

Das Seminar

„Während der ersten Sitzung des Seminars „Sprechen und Handeln: Ein interkulturelles Projekt mit Asylbewerbern_innen und Studierenden“ waren alle gespannt: Wie wird das Seminar verlaufen? Wie läuft die Kommunikation mit den geflüchteten Menschen und wie verhalte ich mich ihnen gegenüber am besten? Was darf ich sagen und was lieber nicht? Nach ersten, vorsichtigen Kontakten gewann die Kommunikation dank Bemühungen aller Beteiligten jedoch schnell an Fahrt und die Auseinandersetzung mit der Asylproblematik konnte beginnen.

Die Problematik

„Durch die Arbeit in Gruppen, die Entwicklung von Freundschaften und Vorträge von Experten und Expertinnen aus verschiedenen Fachbereichen wie Asylrecht und Flüchtlingsverwaltung wurden die Probleme der geflüchteten Menschen schnell deutlich. Erwachsene, nicht anerkannte Asylbewerber und Asylbewerberinnen befinden sich einer Art "Warteschleife". Ohne die Möglichkeit zu arbeiten, sich fortzubilden oder zu reisen hoffen sie auf ein positives Ergebnis ihres Asylantrags, das oft lange auf sich warten lässt.“ 

 

Seminarteilnehmer Hussein Al Shatheli (30, rechts im Bild oben), ist aus Syrien nach Deutschland gekommen, um der Verpflichtung zum Militärdienst zu entgehen. Vier Monate lang war er per Boot, zu Fuß und schließlich mit dem Flugzeug unterwegs, bis er Lüneburg erreichte, jetzt wartet er seit einem Dreivierteljahr auf das Ergebnis seines Asylantrags. Er möchte seine Schwester besuchen, die eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden erreicht hat, und – vor allem: Arbeiten. „I'm sick of waiting,“ sagt der ausgebildete Schauspieler, „this seminar is a good chance to show, that we don't want to wait. We want to do something. 

Das Fest „Cultures Meet“

„Wir haben uns gedacht, ein interkulturelles Fest hilft Geflüchteten und Studierenden, unkompliziert in Kontakt zu kommen, Freundschaften zu entwickeln und bürokratische und sprachliche Themen direkt zu besprechen. Außerdem können die Geflüchteten aktiv zu dem Fest beitragen. Ich selbst habe ein wenig Arabisch gelernt, aber vor allem ist das Bewusstsein für die privilegierte Situation hier in Deutschland gestiegen. Das Fest war zwar nicht sonderlich gut besucht, aber trotz regelmäßig einsetzenden Regenschauern fanden einige Leute den Weg in den Kurpark, um sich Musik aus aller Welt anzuhören, Fußball zu spielen oder syrisches Essen zu genießen. Und natürlich Menschen kennenzulernen die zwar fremd erscheinen, vielleicht aber doch gar nicht so unterschiedlich sind.“

 

Autor: Jannik Böker (Universitätskommunikation)