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„Überrascht hat mich an der Leuphana, dass diese kleine Uni sehr international ausgerichtet ist."

24.11.2015 In diesem Herbst startet der zweite Jahrgang das internationale Studienprogramm International Economic Law (LL.M.) an der Leuphana (s. Bild). Die Studierenden verbringen das erste Jahr an der Leuphana, das zweite an der University of Glasgow und erwerben zwei Abschlüsse: den LL.M. der Leuphana und den LL.M. der University of Glasgow. Das Studienprogramm wird vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst DAAD gefördert. Die Studierenden erhalten in der Regel für das zweite Jahr ihres Studiums über 10 Monate eine Pauschale von 725 Euro für Lebenshaltungskosten, 35 Euro für Versicherungskosten sowie eine einmalige Reisekostenpauschale in Höhe von 125 Euro.

Katharina Krug und Markus Burchardi sind Studierende des ersten Jahrgangs und befinden sich derzeit in Glasgow. Sie erzählen, warum sie sich für den Master International Economic Law an der Leuphana entschieden haben, wie sie das Studium in Lüneburg und Glasgow erleben und von ihren beruflichen Plänen.

Herr Burchardi, Sie haben an der Leuphana ihren Bachelor gemacht. Warum haben Sie sich für Ihr Masterstudium für den LL.M. International Economic Law, ebenfalls an der Leuphana, entschieden?

Markus Burchardi: Mehrere Gründe. Zum einen bot sich die Möglichkeit, sozusagen "zwei Master zum Preis von einem" zu bekommen, da der LL.M. in Glasgow ja nicht nur als eigenständiger Master zählt, sondern eben auch als Jahr 2 auf den Lüneburger LL.M. angerechnet wird.

Damit verbunden auch die Möglichkeit einer breiteren Ausbildung im ersten Jahr in Lüneburg, die nicht nur sprachlich, sondern auch thematisch eine exzellente Vorbereitung war und ist. Bestimmte Dinge im Europarecht müssen einfach "sitzen" und da haben wir schon einen großen Vorteil wenn wir LG-Studierende uns die nicht noch extra nebenher erarbeiten müssen. Dann die Möglichkeit, sich in Glasgow für einen Bereich zu spezialisieren, in meinem Fall "Intellectual Property Law", das Recht des geistigen Eigentums (Marken, Patente, Copyright). Eine unglaublich spannender Bereich, der in Lüneburg momentan leider noch nicht in dieser Fülle angeboten wird. Glasgow ist außerdem eine der weltbesten Universitäten, wir studieren hier in historischem Ambiente. Das wird bei jedem Gang durch das imposante neo-gotische Hauptgebäude deutlich, da fühlt man sich wirklich wie bei Harry Potter. Leider nur haben wir den Turm bisher noch nie (!) wirklich zu Gesicht bekommen, da dieser aufgrund von Restaurationsarbeiten vollständig in ein Gerüst eingekleidet ist.

Wie gefällt es ihnen in Glasgow?

Beide Studienorte haben ihre Vor- und Nachteile. Lüneburg ist zugegebenermaßen etwas kleiner. Als Stadt bietet Glasgow ungleich mehr Möglichkeiten. Die Kelvingrove Art Gallery etwa liegt auf halber Strecke zwischen meiner Wohnung und der Universität. Dass man sich nach der Vorlesung innerhalb weniger Minuten schnell mal seinen Van Gogh, Monet oder Cézanne angucken kann oder Werke von Charles Rennie Mackintosh, dem (jetzt) wohl bekanntesten Sohn Glasgows – das hat schon was! Dafür ist man in LG natürlich schneller im Grünen und mit dem Kulturticket im Theater um die Ecke – was hier eben etwas kostspieliger ist. Generell sind die Lebenshaltungskosten hier wesentlich höher, was im Supermarkt schnell deutlich wird. LIDL und Aldi gibt es hier allerdings auch - wenn man den Weg denn auf sich nehmen möchte.

Gibt es Unterschiede im Studium?

Was das Akademische angeht, ist hier vor allem die Datenbankenausstattung und die hohe Digitalisierungsquote zu erwähnen. Gerade als Jurist auf der Suche nach rechtsvergleichendem und internationalem Material kommt man in Glasgow voll auf seine Kosten. Nichts, was nicht mit wenigen Clicks abrufbar ist, viele große Lehrbücher eingeschlossen. Da hinkt die Leuphana leider noch ein wenig hinterher. Nicht allerdings was die Betreuung angeht. Hier wurden wir organisatorisch wie akademisch wirklich exzellent unterstützt, sei es durch unkomplizierte Hilfe bei Förderanträgen oder durch die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung in einzelnen Seminaren. Gerade letzteres ist an einer so großen Uni wie Glasgow natürlich nicht wirklich möglich, da ist vieles bereits vorgegeben.

Was erhoffen sie sich von dem Abschluss? 

Also ich persönlich erhoffe mir davon zu allererst einmal den formellen Nachweis einer exzellenten akademischen Ausbildung an zwei tollen Universitäten. Darüber hinaus spielen viele Faktoren eine Rolle, die Schwerpunktsetzung ist sicherlich eine davon. Es muss bei mir aber gar nicht unbedingt ein juristischer Beruf sein. Journalismus hat mich schon immer gereizt. Mein Pflichtpraktikum habe ich damals im PR-Bereich absolviert.

Was hat sie an der Leuphana überrascht? Was in Glasgow?

Also nach fünf Jahren in Lüneburg hat mich an der Leuphana nicht mehr wirklich viel überrascht. Nein! Spaß beiseite. Die Leuphana Universität und die University of Glasgow sind natürlich zwei grundverschiedene Institutionen, nicht zuletzt aufgrund der Größe. An der Leuphana setzt man sich nicht unbedingt in ein gemachtes Nest, vieles kann man noch selber anstoßen, da eben vieles noch im Entstehen oder im Wandel ist. Der große freiwillige Einsatz in den vielen studentischen Initiativen ist im Studiums-Alltag doch sehr präsent. Das ist immer wieder überraschend und schön. Man sieht, dass da viel Herzblut drin steckt. In Glasgow hingegen ist alles ein wenig ökonomischer, etablierter. Und die Wege sind länger!

Dafür zieht die University of Glasgow aufgrund ihrer schieren Größe und Reputation natürlich überdimensional viele internationale Studierende an. Gerade was das Master-Studium angeht kann man hier gut und gerne von 80% ausgehen. Und das ist dann doch schon etwas besonderes, wenn man die University Avenue hochläuft und Menschen aus aller Herren Länder begegnet, Freundschaften sich wie selbstverständlich formen, man gemeinsam leidet und feiert. Man lernt dadurch auch, viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, eigene Einstellungen zu hinterfragen. Das ist schon viel wert. Sehr überrascht war ich auch von der Freundlichkeit der "einheimischen" Glaswegians. Wenn man diese aufgrund ihres starken Akzentes auch nicht immer wirklich verstehen kann, so zählen sie doch ohne Zweifel zu den herzlichsten und freundlichsten Menschen, die ich bisher kennen gelernt habe.


Frau Krug, sie haben ihren Bachelor an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften gemacht. Warum haben sie sich für ihr Masterstudium für Lüneburg entschieden? 

Katharina Krug: Der Master International Economic Law bietet eine einzigartige Verbindung von privatem und öffentlichen Wirtschaftsrecht mit internationalem Fokus an. Auch das System des Doppelabschlusses war für mich entscheidend, da sich so die internationale Ausrichtung auch in den Abschlüssen widerspiegelt. Da beide Studienabschnitte jeweils zwei Semester dauern, bleibt auch genügend Zeit, die jeweiligen Abschnitte zu genießen, ohne dass es sofort weitergeht.

Wie haben sie das Studium in Lüneburg erlebt, wie das in Glasgow? 

Das Studium an der Leuphana war von einer engen Zusammenarbeit mit den Professoren geprägt. Auch die Studiengruppe hatte eine sehr angenehme Größe, so dass die Vermittlung der Grundlagenfächer im direkten Austausch stattgefunden hat. Individuellen Interessen konnte in der Wahl von Essaythemen und den begleitenden Vorträge nachgegangen werden, so dass auch schon in Lüneburg die Möglichkeit bestand, erste Schwerpunkte zu setzen.

In Glasgow gibt es eine große Auswahl an Wahlpflichtfächern, 3 von 4 zu belegende Kurse konnten daraus frei gewählt werden. Auch in Glasgow werden die Kurse recht klein gehalten, so dass die Vorlesung interaktiv ist oder als Seminar angeboten wird. Die gesamte Gruppe der LLM-Studenten ist jedoch viel größer und sehr international, durch die Einführungswoche kann man jedoch schon viele Kontakte knüpfen.

Was erhoffen sie sich von dem Abschluss?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, in einer Wirtschaftskanzlei oder einem internationalen Unternehmen zu arbeiten. Auch eine Tätigkeit in einer NGO könnte ich mir gut vorstellen. Der Glasgower LLM International Commercial Law, den ich absolviere, ist noch recht breit gefächert, so dass sich viele Möglichkeiten ergeben.

Was hat sie an der Leuphana überrascht? Was in Glasgow?

Überrascht an der Leuphana hat mich, dass die Uni trotz ihrer überschaubaren Größe sehr international ausgerichtet ist. Daneben fand ich die Angebote abseits der Vorlesungen, wie das Sportangebot, Vorträge oder das Lunatic sehr bereichernd. An der Stadt Glasgow hat mich überrascht, dass so gut wie alle Museen umsonst zu besuchen sind. Außerdem gibt es unglaublich viele Restaurants und Pubs, vor allem im Viertel um die Uni herum. Weniger überrascht, aber genauso erfreut, bin ich über das schöne alte Hauptgebäude der Universität.