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Wie internationale Leuphana-Studierende die Feiertage verbringen

23.12.2015 Weihnachtsmarkt, Glühwein und an Heiligabend eine Gans – zum Glück geht mehr. Denn längst nicht alle Studierenden verbringen die Feiertage auf die gleiche Art und Weise. Im Interview erzählen internationale Studierende der Leuphana, was ihnen diese Zeit im Jahr bedeutet und wie sie feiern. Anxhela (26) aus Albanien studiert im Rahmen eines Auslandssemesters an der Leuphana Universität Financial Institutions. Minjeong (23) aus Südkorea ist für ein Jahr für das Studium der Umweltwissenschaften hier. Rami (28) aus Palästina studiert an der Leuphana als Gasthörer Wirtschaftswissenschaften und belegt deutsche und englische Sprachkurse an der Zentraleinrichtung Moderne Sprachen.

Wie verbringt Ihr die Weihnachtsfeiertage?

Rami: Davon abgesehen, dass keine Vorlesungen sind, ist der 24. Dezember für mich ein Tag wie jeder andere, weil Moslems Weihnachten nicht feiern. Bei meinen Mitbewohnern ist das genauso, wir werden den Abend gemeinsam verbringen.

Minjeong: Ich werde nach Venedig reisen. Dort ist der Weihnachtsmarkt sogar bis zum 26. oder 27. Dezember geöffnet und er soll einer der schönsten in ganz Europa sein. Ich werde auch ein paar Tage mit meiner Cousine in Österreich verbringen, sie kommt mich aus Korea besuchen.

Anxhela: Ich werde über Weihnachten und Silvester nach Hause, nach Albanien, fliegen. Wir werden gemeinsam kochen, backen, essen und einen heben. Ich freue mich schon unheimlich darauf, wieder Zeit mit meiner Familie zu verbringen! 

Habt Ihr in diesen Tagen besonders viel Kontakt zu Euren Familien? 

Rami: Ich habe meine Familie seit neun Monaten nicht gesehen, ich finde das ist eine sehr lange Zeit, ganz unabhängig von Weihnachten. Natürlich helfen Telefonieren und Skypen, nicht zu sehr zu vermissen, aber es ist kein Ersatz zu persönlichem Kontakt. 

Minjeong: Ich vermisse meine Familie und Freunde auch. Aber weil es für mich sonst keine besondere Zeit ist, finde ich es nicht besonders schlimm, jetzt nicht bei ihnen sein zu können. Ich bin ja auch erst seit Anfang des Semesters hier. Der Dezember ist für uns Koreaner ja auch eher die Zeit der Pärchen, ich werde also meinen Freund anrufen.

Anxhela: Anfangs war das auch sehr schwer für mich. Sich mal eben an ein neues Land und so viele neue Leuten aus einer anderen Kultur zu gewöhnen, war für mich eine große Herausforderung. Mittlerweile habe ich mich eingelebt und viele neue Freunde gefunden. Das ist vermutlich das Beste um anzukommen. Trotzdem freue ich mich schon wieder wahnsinnig darauf, meine Familie bald wieder zu sehen. Wie Rami schon sagte – auch regelmäßiger Kontakt übers Telefon ist einfach nicht gleicht viel wert wie tatsächlich den Personen gegenüber zu sitzen. 

Wie erlebt Ihr die Weihnachtszeit in Deutschland?

Rami: Mir gefällt die ganze Dekoration in der Stadt, alles ist beleuchtet und geschmückt. Ich war gestern das erste Mal bei Karstadt. Diese riesige Auswahl an Süßigkeiten und Deko ist der Wahnsinn. Aus Palästina kennt man diesen Aufwand nur aus den großen Städten wie Bethlehem, wo man als eigenes Event hinfährt, um es sich anzusehen. Hier legt sich auch eine kleinere Stadt wie Lüneburg richtig ins Zeug. Der Schnee ist auch sehr romantisch, aber da ist es für mich eigentlich schon zu kalt. Nach ein paar Tagen reicht es dann auch. 

Anxhela: Ich habe letzte Weihnachten schon in einer deutschen Familie verbracht, dadurch habe ich die Adventszeit näher kennen gelernt. Die letzten Sonntage vor Weihnachten als Tage des Beisammenseins zu feiern war neu für mich. Ich finde diese Tradition sehr schön. Ich glaube, dass es die Menschen näher zusammen bringt. 

Minjeong: In Korea ist Weihnachten keine große Sache, weil das Christentum kaum vertreten ist. Dort verbringen zu dieser Zeit des Jahres traditionell die Pärchen viel Zeit miteinander. Man geht gemeinsam ins Kino oder in den Freizeitpark. In etwa das, was man hier am Valentinstag macht. Das Zusammenkommen von ganzen Familien und der Gang auf den Weihnachtsmarkt sind also völlig neu für mich. Es erinnert mich an Thanksgiving. Ich finde den deutschen Winter ungeheuer kalt, aber wenn man gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt steht, umgeben von lieben Menschen und leuchtender, romantischer Dekoration wird mir sofort wieder warm. Für mich ist Deutschland der schönste Ort, um den Dezember zu verbringen.

Ein paar Tage nach Weihnachten wird der Jahreswechsel gefeiert. Habt Ihr Vorsätze?

Rami: Ich plane, mit deutschen und arabischen Freunden aus der Uni und vom Fußball in Hamburg feiern. Für das nächst Jahr plane ich noch besseres Deutsch zu sprechen, erfolgreich zu studieren und nebenbei zu arbeiten. 

Minjeong: Das Studium steht für mich auch ganz vorn, ich möchte mich noch mehr engagieren und mutiger mit neuen Herausforderungen umgehen.

Anxhela: Vorsätze sind wichtiger Teil des Jahreswechsels. Ich habe mir viel vorgenommen, besonders in akademischer Sicht. Aber das möchte ich nicht genau verraten, ich bin da etwas abergläubisch. 

Die Fragen stellte Julia Graßhoff (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.