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Energiewende im Kleinen: Konzepte für nachhaltige Stadtviertel

25.01.2016 Lüneburg. Studierende der Leuphana Universität Lüneburg haben sich im Rahmen ihres Masterstudiums Nachhaltigkeitswissenschaften mit der „Energiewende im Kleinen“ beschäftigt. Sie untersuchten dazu im Rahmen eines Forschungsprojekts gemeinsam mit Praktikern die Potenziale, Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten von Quartierslösungen.

Workshop zu nachhaltigen Quartierslösungen

Für das Gelingen der Energiewende in Deutschland bedarf es neben energietechnischen Möglichkeiten und politischen Vorgaben auch einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung, davon sind die Nachhaltigkeitswissenschaftler überzeigt. Um eine solche Akzeptanz zu schaffen, bietet der Blick auf einzelne Stadtviertel einen guten Ansatzpunkt. Dabei geht es nicht um einseitige, energetische Quartierskonzepte, sondern um ganzheitliche Lösungen, die alle Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung miteinbeziehen.

„Nachhaltige Quartierskonzepte“ lautete das Thema eines Workshops, in dem Studierende gemeinsam mit Praktikern der Frage nachgegangen sind, inwiefern eine aktive Beteiligung der Bevölkerung zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende und nachhaltiger Quartierslösungen beitragen kann. Neben interessierten Bürgern zählten auch Experten wie Stefanie Nicklaus (Klimaschutzleitstelle Lüneburg), Claudia Messner (Bezirksamt Bergedorf), Julia Verlinden (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Oliver Opel (Zukunftsgenossen) zu den Gästen.

Zunächst ging es um die Bedeutung einzelner Aspekte wie etwa soziale Stadtteilentwicklung, Bildungsangebote oder Partizipation für die Entwicklung von Quartierskonzepten. Zwei Thesen bestimmten dann die weitere Diskussion: „Ein eigenes Nachhaltigkeitsverständnis ist für Quartierskonzepte nicht notwendig“ und „Bürgerbeteiligung ist nur Mittel zum Zweck der Akzeptanzbeschaffung“. Beide Thesen erwiesen sich als nicht haltbar. Vielmehr verstanden die Teilnehmer Nachhaltigkeitskonzepte als Werkzeuge, um Transparenz zu schaffen, und als wichtiges Element, um die Identifikation mit dem Quartier zu stärken. Beteiligungsmöglichkeiten für die Bewohner wurden dabei als zentrales Element hervorgehoben. Dazu bedarf es einer frühzeitigen Einbindung in die Planung und nicht nur reiner Informationsveranstaltungen.

Betreut und unterstützt wurden die Nachhaltigkeits-Studierenden während des Projekts von Dr. Oliver Opel und Professor Dr. Thomas Schomerus und sowie von Professor Dr. Daniel Lang und Professor Dr. Uli Vilsmaier.  

Am 10. Februar 2016 findet ein weiterer Workshop statt, bevor Anfang April die öffentlichen Abschlusspräsentationen aller transdisziplinären Forschungsprojekte folgen.