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Leuphana bei Studienanfängern ohne Abitur sehr gefragt

08.03.2016 Lüneburg. Für Studierende ohne Abitur ist die Leuphana Universität Lüneburg die attraktivste Hochschule in Niedersachsen. Das zeigt eine jetzt vorgelegte Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh. Danach haben sich 2014 91 Studienanfänger ohne Abitur oder Fachhochschulreife an der Lüneburger Uni eingeschrieben. Das entspricht einem Anteil von 6,5 Prozent der Erstsemester und ist der höchste Wert in ganz Niedersachsen. Auf den weiteren Plätzen folgen die Universitäten Hannover und Oldenburg.

Für Universitäts-Präsident Sascha Spoun ist das ein gutes Zeichen: „Auch für die Studienbewerber ohne Abitur bewährt sich unser außergewöhnliches Zulassungssystem, mit dem wir besonders engagierte Studierende für unsere Universität gewinnen wollen.“ Dafür dürfe man nicht nur Abiturnoten betrachten, sondern müsse auch danach fragen, mit welcher Einstellung und mit welchen Interessen Bewerber auf ihr Studium zugehen, so Spoun weiter.

Auch Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić bewertet das Ergebnis der Studie positiv: „Die weitere Öffnung der Hochschulen ist ein zentrales bildungspolitisches Ziel. Damit erhöhen wir die Durchlässigkeit im Bildungssystem, fördern flexible Bildungswege und wirken dem Fachkräftemangel entgegen. Der Anstieg der Studienanfänger ohne Abitur an den niedersächsischen Hochschulen ist auf diesem Weg ein positives Signal.“

Niedersachsen ist ein Pionier beim Studium ohne Abitur oder Fachhochschulreife. Es gehört zu den wenigen Bundesländern, die bereits in den 1970er Jahren ihr Hochschulsystem für beruflich Qualifizierte öffneten. Über entsprechend viel Erfahrung verfügen die niedersächsischen Universitäten und Fachhochschulen in diesem Bereich.

Das CHE hatte die Daten für ganz Deutschland ermittelt und für jedes Bundesland die drei am stärksten nachgefragten Hochschulen benannt. Nach Angaben des Centrums hat sich die Anzahl der Studierenden ohne Abitur oder Fachhochschulreife seit 2010 insgesamt nahezu verdoppelt, von rund 25.700 auf 49.800 in 2014. Das entspricht einem Anteil an der gesamten Studierendenschaft von rund 1,8 Prozent. Aktuelle Berechnungen des CHE zeigen ebenfalls eine positive Entwicklung bei den Hochschulabschlüssen. Mit 5.300 Absolventen haben 2014 so viele Studierende ohne Abitur wie noch nie erfolgreich ihr Studium beendet.