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Wie baut man ein Floß? Berufsbegleitend Innovationsmanagement studieren

14.03.2016 Das berufsbegleitende Zertifikatsstudium Innovationsmanagement bildet Expertinnen und Experten für das Management von Innovationen aus. Das von Prof. Dr. Jochen Weihe an der Professional School geleitete Programm startet im April zum fünften Mal. Dr. Björn Seeger verantwortet darin das Modul Projektmanagement. Im Interview erklärt er, was innovatives Projektmanagement ausmacht.

Herr Seeger, was ist eigentlich ein Projekt?

Bei „Projekt“ denkt man häufig an klassische Vorhaben in Unternehmen, wie die Entwicklung eines neuen Produktes oder der RollOut einer Marketing-Kampagne. Das ist auch das eigentliche Betätigungsfeld von Projektmanagement. Aber alle Unternehmungen sind Projekte: Der Bau der Pyramiden, das Schreiben eines Buches und die nächste Urlaubsreise.

Wozu braucht man Projektmanagement?

Beim Projektmanagement geht es darum, „Dinge strukturiert voranzutreiben“. Man geht, vielleicht intuitiv, davon aus, dass man „nur arbeiten“ muss und die Sachen dann schon fertig werden. Projektmanagement erlaubt eine „Draufsicht“, ein Blick von oben. Das ist wichtig, um zu wissen, wie man effektiv vorgeht. Ansonsten läuft man Gefahr, nicht das Wichtigste zu erledigen, sondern vielleicht das am imposantesten Scheinende oder vielleicht das, was am leichtesten zu erledigen ist, das Projekt als Ganzes aber nicht voranbringt.

Wie verortet sich das Modul im Studium Innovationsmanagement?

Das Innovative am Projektmanagement wie es im Rahmen des Zertifikatsstudiums behandelt wird, ist, Projekte als offene Prozesse zu betrachten. Es gibt eine Aufgabe und ein Ziel, klar. Aber dazwischen entstehen Gelegenheiten.
Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Aufgabe, ein Floß zu bauen und damit zu einer Insel zu schwimmen. Klassisches Projektmanagement würde das jetzt in Teilaufgaben aufteilen: so baut man ein Floß, so schwimmt man damit, so dockt man mit einem Floß an. Das Projektmanagement hier macht das auch – und ist daneben offen für Dinge, die sich nebenbei ergeben. Um im Bild zu bleiben: Kann ich das übrige Holz vielleicht noch für einen Mast nutzen? Welche Gelegenheiten ergeben sich auf dem Wasser? Wer steuert gerade noch auf die Insel zu und wie kann ich mich mit ihnen vernetzen?

Es geht also bei Innovationsmanagement darum, Projektmanagement anders zu nutzen?

Nun, es gibt noch einen weiteren Aspekt und zwar das Projektmanagement von Innovationen. Damit hat es die Bewandtnis, dass viele Unternehmen „auf gut Glück“ auf neue Ideen kommen. Jemand hat eine neue Idee und sie wird umgesetzt oder nicht oder niemand hat eine neue Idee und dann läuft eben alles wie immer. Das muss nicht so sein. Ideen, Innovationen, sind keine Glücks- oder Zufalls oder auch nur Tagesform-Sache, sondern ein Produkt, das man generieren kann wie alles andere. Und es gibt so eine merkwürdige Scheu vor Innovationen, die dazu führt, dass man sie im betrieblichen Alltag kaum umsetzt. Wenn eine unerwartete Rechnung kommt, gibt es einen Prozess, wie man damit umgeht. Wenn eine neue Idee kommt, wissen viele nicht, was man damit machen kann. Dafür ist Projektmanagement von Innovationen da.
Nicht nur bei dem von mir verantworteten Modul, sondern beim ganzen Zertifikatsstudium geht es im Wesentlichen darum, eine neue Perspektive auf alte Probleme zu finden. Und das immer konkret, handlungsorientiert: Wie kann ich es besser machen?

Vielen Dank für das Interview! 

Weitere Informationen zum Zertifikat Innovationsmanagement finden sich auf der Website des Studiums.

Bewerbungen für den nächsten Durchgang sind weiterhin möglich.

Kontakt

Dr. Björn Seeger
Universitätsallee 1, C6.226
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1953
Fax +49.4131.677-1282
bjoern.seeger@leuphana.de

Das Interview führte Martin Gierczak (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.