Meldungen zum Studium

Eine Woche mit dem Semesterticket auf kultureller Wanderschaft

27.04.2016 „Mit dem Semesterticket erhalten Sie kostenlosen Eintritt in Theater und Museen in Lüneburg.“ So verspricht es die Universität ihren Studienanfängern in der Startwoche. Auch wenn man das Angebot am Anfang noch annehmen möchte, ist der Kulturpart des Semestertickets schnell in der Organisation von Klausuren und Seminaren vergessen. Dabei bietet das Ticket, in dem das „Kulturticket“ enthalten ist, so viel mehr. Sechs Tage lang hat unsere studentische Redakteurin Julia Graßhoff sich Zeit genommen und ein Kultur-Programm in und um Lüneburg absolviert und dabei keinen einzigen Euro ausgegeben. Sie berichtet was sie in dieser Zeit erlebt hat.

Montag

Deutsches Salzmuseum

Salz ist weiß, geruchslos und kostet nicht viel. Doch eben dieses unscheinbare Körnchen bestimmte über ein Jahrtausend das Leben der „Salzstadt“ Lüneburg. Erst 1980 schloss das Lüneburger Salzwerk, eines der ältesten und größten Industriebetriebe Europas, seine Pforten. Heute kann man die noch stehenden Siedekessel im Deutschen Salzmuseum bewundern. Hier lerne ich am ersten Tag meiner kulturellen Woche die Lüneburger Salzsau kennen, kann Salz selbst sieden, die Sole kosten und durch einen Tunnel zum Solebrunnen klettern.
Sieben Tage die Woche kann man im Deutschen Salzmuseum auf gar nicht „museale“ Weise Wissenswertes und Kurioses zu dem „weißen Gold“ lernen, das uns täglich umgibt, uns aber nur selten bewusst wird.

Mittwoch

Theater Lüneburg: Ballett „Orestie“

Ballett ist rosa, steif und spießig könnte man meinen, wenn man noch nie eines besucht hat. Stimmt nicht! Aktuell läuft im Theater Lüneburg das Ballett „Orestie“. Temporeich und kraftvoll springen und wirbeln die Tänzer zu dramatischer Musik über die in dunkle Farben getauchte Bühne. Die Vorstellungen sind beliebt, freie Plätze gibt es nur noch am Rand. Doch auch von dort hat man einen überzeugenden, kostenlosen Blick auf das beeindruckende Schauspiel auf der Bühne.
Das Theater Lüneburg bietet das ganze Jahr über eine abwechslungsreiche Mischung aus Theater, Oper und Tanzvorstellungen. Eine letzte Vorstellung von „Orestie“ findet am 5. Mai statt.

Freitag

Vor verschlossenen Türen

Das Kulturticket ermöglicht den Erwerb kostenloser Restkarten bei einigen Veranstaltern, wie dem Thomas.Ney - Theater. Das Theater gibt Musik, Lesungen oder Vorträgen von kulturell aktiven Lüneburgern eine Bühne. Bisher hatte ich Erfolg, doch diesmal stehe ich vor verschlossenen Türen. Als ich am Theater ankomme um mir die Komödie „LORIOT - Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“ anzusehen, klebt ein Zettel mit der Aufschrift „Ausverkauft“ am Kassenhäuschen. Das kann natürlich passieren, es gibt niemals die Garantie, dass im Vorverkauf nicht schon alle Karten verkauft werden. In diesem Falle muss man spontan umsatteln.

Dienstag

Der Hamburger Michel

Heute führt mich das Kulturticket in die St. Michaelis Gemeinde in Hamburg. Ich fahre mit dem Semesterticket zum Hamburger Hauptbahnhof. Von dort aus geht es weiter mit der S-Bahn oder man spaziert eine halbe Stunde durch die Innenstadt. St. Michaelis oder auch schlicht „der Michel“ ist die bekannteste Kirche der Hansestadt und dessen Wahrzeichen. Die hohe, helle Decke wölbt sich wie ein Himmel über die vergoldeten Geländer und die prächtige Marmor-Innenausstattung. Die Besucher scheinen winzig vor der wuchtigen Orgel am Kopf der Kirche. Unterirdisch kann man in der Krypta Sargkarren und Grabfunde reicher Hamburger Familien aus längst vergessener Zeit bewundern. Vom 106 Meter hohen Kirchturm aus hat man einen berauschenden Blick über die Stadt und den Hafen.
Kirche, Krypta und Turm sind täglich ganztags geöffnet. Um 12 Uhr findet täglich eine Mittagsandacht statt.

Donnerstag

Museum Lüneburg

Warum gibt es zahlreiche verwitterte Gräben im Waldgebiet um Lüneburg und welcher Rolle spielte eigentlich das heutige Postkartenmotiv des alten Krans am Stint? Trotz jahrelangem Studium vor Ort wissen die viele Studierenden wenig um die Bedeutung des Krans in der Blütezeit des Salzvertriebs. Auch nicht jedem bekannt ist dass früher fahrende Händler durch Gräben dazu gezwungen waren, bei Reisen durch die Stadt hindurch zu fahren, anstatt sie zu umrunden. Letzteres sicherte Lüneburg nach dem Stapelrecht finanzielle Sicherheit durch Gebühren und abwechslungsreiche Güter.
Das Museum Lüneburg führt dienstags bis sonntags durch die Natur- und Kulturgeschichte der Stadt, die vielseitigere Entwicklung hinter sich hat, als die meisten ahnen.

Samstag

Kulturforum: Nils Heinrich

Mitte Januar eroberte Nils Heinrich beim „Best of Peotry Slam“ in Hamburg mit einer bissigen Amazon-Rezension Bühne und Publikum. Heinrich ist schon lange in der Slammer-Szene bekannt, verkauft seine Gedanken bereits in Büchern und hat jetzt sein eigenes Solo-Programm, mit dem er das Kulturforum Lüneburg besucht. Pointiert und trocken nimmt er die Merkwürdigkeiten des Alltages auseinander. Das Kulturforum lädt regelmäßig junge, spritzige Künstler ein, die oft zum Lachen, manchmal zum Nachdenken aber auf jeden Fall zum Lächeln anregen. Der nächste Poetry Slam findet am 6. Mai statt. Hier haben die Slammer nur wenige Minuten Zeit, um das Publikum von ihren Texten zu überzeugen.

Resümee der Woche: Lüneburg bietet großes Kulturangebot

Lüneburg bietet ein breit gefächert kulturelles Angebot für das schmale Studierendenbudget. Das Kulturticket ist eine großartige Chance, Theater, Museen und andere spannende Events in Lüneburg zu entdecken.



Auotrin: Julia Graßhoff. (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.