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Daniel Kontowski auf der Liberal Education Student Conference

18.05.2016 Vom 12. bis zum 15. Mai fand die erste Liberal Education Student Conference (LESC) an der Leuphana statt, welche unter anderem von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Konsortium der European Colleges of Liberal Arts and Sciences (ECOLAS) sowie dem Museum Lüneburg unterstützt wurde. Die Konferenz behandelte die Frage nach Liberal Education, insbesondere nach dem heutigen Stellenwert eines Studiums, das auf breit angelegte Bildung, persönliche Entwicklung und reflektierte Handlungsfähigkeit zielt.

Die LESC-Konferenz wurde von Studierenden des Studiengangs Studium Individuale in Zusammenarbeit mit Studierenden des University Colleges Freiburg mit dem Studienfach Liberal Arts und Sciences organisiert. Im Rahmen der Konferenz waren Studierende aus ganz Europa eingeladen, sich an verschiedenen Veranstaltungen zum Thema Liberal Education zu beteiligen und untereinander auszutauschen. Eine der Keynotes hielt Daniel Kontowski, der an der University of Winchester zu Liberal Education in Europa und in den USA forscht. In seinem Vortrag stellte er den jetzigen Stand und die Zukunftsaussichten von Liberal Education in Europa dar.

Kontowski betont, dass durch die häufige Benutzung des Wortes die Bedeutung von „liberal“ untergegangen sei. Selbst die meisten Forschungseinrichtungen hätten keine klare Antwort auf die Frage, was Liberal Education ausmache. Darüber hinaus stelle sich die Frage, warum Liberal Education erst an der Universität und nicht schon im Kindergarten anfange und wie das System der Liberal Education in Europa überhaupt aussehe. Die Aspekte der Pädagogik, der Internationalität und der internen Innovationen seien in bisherigen Beschreibungsansätzen unberücksichtigt geblieben. In europäischen Liberal Education Programmen herrsche eine große Diversität – ein Teil davon sei leicht ersichtlich, wie der Umfang eines Programms, während andere Aspekte erst auf den zweiten Blick deutlich würden. 

Liberal Education habe sich in Europa verschiedenen Herausforderungen zu stellen – unter anderem der genauen Festlegung von Inhalten sowie der klaren Abgrenzung von Liberal Education zu anderen Bildungsformen: Welche Ziele hat Liberal Education im Gegensatz zu anderen Programmen? Eine weitere Herausforderung sei die Reichweite von Liberal Education, die sich bisher nur mit akademischen Themen beschäftige und andere außen vor lasse sowie die Suche nach der speziell europäischen Dimension der Programme. Im anschließenden World Café, einer Diskussionsrunde zu dem Vortrag, entwickelten Studierende eigene Fragen, explizit offen und auf ein Weiter-Denken angelegt.

Mit insgesamt über 80 Gästen von knapp 20 Universitäten und Colleges aus ganz Europa war die Konferenz ein großer Erfolg. Es ist geplant, die mit der 1. LESC an der Leuphana angestoßene Initiative nun jährlich an einer anderen Universität stattfinden zu lassen.


Autorin: Morgaine Struve, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.