Meldungen zum Studium

Rückblick auf das 1. Semester des Global Sustainability Science-Masters

26.08.2016 Global Sustainability Science an der Graduate School ist ein Master, der auf zwei Kontinenten gelehrt und studiert wird. In Kooperation mit der Arizona State University in Tempe, Arizona, USA wurde er im Herbst 2015 erstmals angeboten.

Materielle Ressourcen sind beschränkt und lassen unseren bisherigen Konsum in der heutigen Form nicht länger zu: Nachhaltigkeit, das Denken in Kreisläufen und in Prozessen, welche die zukünftigen Entwicklungen miteinbeziehen, ist daher eines der wichtigsten Anliegen der Gegenwart und eine Prämisse für ein gutes Leben zukünftiger Generationen. Doch wie lässt sich Nachhaltigkeit umsetzen? Welche Strategien werden benötigt, welche gesellschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden? Diesen interdisziplinären Fragen stellt sich der Studiengang Global Sustainability Science unter der Leitung von Prof. Dr. Henrik von Wehrden. Hierfür wurde die Kooperation mit der Arizona State University aufgenommen, um den Studierenden eine internationale Perspektive auf die behandelten Probleme zu ermöglichen. 

Die Arizona State University und die Leuphana arbeiten bereits seit mehreren Jahren erfolgreich in verschiedenen Lehr- und Forschungsprojekten zusammen. 2014 gelang es Forschenden der Leuphana und der ASU beispielsweise, ein großvolumiges Drittmittelprojekt im Rahmen des Förderprogramms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ der Volkswagen­Stiftung und des Landes Niedersachsen einzuwerben. Zu den weiteren Kooperationsprojekten, neben dem Master-Programm, zählt untere anderem das gemeinsame Center for Global Sustainability and Cultural Transformation (CGSC)

Kompetenzorientierung und Forschungsprojekt

Der Studiengang ist sehr praxisnah angelegt. Während die Genese der Probleme einer (fehlenden) Nachhaltigkeit als grundlegende wissenschaftliche Basis mitbetrachtet wird, liegt das primäre Augenmerk auf dem Finden konkreter Lösungsansätze.
Zusätzlich lernten die Studierenden in internationalen und interdisziplinären Teams zu arbeiten. Als ein Ergebnis des ersten Semesters verfassten die Studierenden einen gemeinsamen Beitrag zum Thema „Kompetenzausrichtung von nachhaltigkeitswissenschaftlichen Masterstudiengängen auf internationaler Ebene“. 

Das erste Semester wurde mit dem Entwurf für ein Forschungsprojekt abgeschlossen. Dazu sagen die Studierenden selbst: „Es galt, innerhalb von zwei Wochen ein Konzept für ein Nachhaltigkeitsforschungsprojekt zu erarbeiten, mit einigen Besonderheiten: Trotz achtstündiger Zeitverschiebung lernten wir uns mittels virtueller Kommunikation kennen, begannen in zwei internationalen Teams unsere Forschungsvorhaben zu entwickeln und präsentierten einander unsere ersten Entwürfe. Für die zweite Seminarwoche sowie das kommende Sommersemester reisten die amerikanischen Studierenden nach Lüneburg. Resultat des Blockseminars war die Erarbeitung zweier ambitionierter Projektvorhaben mit den Schwerpunkten urbane Lebensmittelkreisläufe und Wiederherstellung der Mensch–Natur-Beziehung. In beiden Projektvorhaben werden Studien sowohl in der Metropolregion Hamburg als auch Phoenix, USA durchgeführt werden.“ 

Studieren in der Wüste

Das dritte Semester wird dann an der Arizona State University in Tempe stattfinden. Die Durchschnittstemperatur in Tempe, das nahtlos in die Bundeshauptstadt Phoenix übergeht, liegt bei 30°C. Die ASU, mit über 80.000 Studierenden zahlenmäßig zweitgrößten Universität der USA, ist dezidiert auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Zum einen betreibt sie dazu Forschung und Lehre, was sich unter anderem in der Gründung der School of Sustainability 2006 zeigt, der ersten universitären Einrichtung in den USA, die sich ausschließlich der Erforschung von Nachhaltigkeit widmet. Zum anderen setzt sie diesen Anspruch auch am eigenen Standort um: Über 24 Megawatt Strom werden an über 81.000 Solarpaneln auf dem Campus erzeugt. Die ASU hat es sich zudem zum Ziel gesetzt, eine Abfall-Reduzierung um 90% zu erreichen. Zudem ist die Arizona State University ausgesprochen international: Zurzeit studieren dort 8.787 Nicht US-Bürger_innen, was immerhin ein Zehntel der gesamten Studierendenschaft aufmacht. 
„Wir sind gespannt, wie sich die internationale Forschungsarbeit gestalten wird, und freuen uns insbesondere auf die Zusammenarbeit mit den Studierenden der ASU “, so die Studierenden.   

Kontakt

Prof. Dr. Henrik von Wehrden
Universitätsallee 1, C11.325
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1571
Fax +49.4131.677-1713
henrik.von_wehrden@leuphana.de


Autor: Martin Gierczak, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.