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Leuphana Feedbackkultur: Anonymes Feedback der Studierenden durch die LVE

28.09.2016 An der Leuphana gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich aktiv bei der Weiterentwicklung und Verbesserung von Studium und Lehre einzubringen. Während die Qualitätszirkel auf Studienprogrammebene einen persönlichen Austausch von Studierenden und Lehrenden initiieren, bietet die Lehrveranstaltungsevaluation (LVE) auf Veranstaltungsebene eine weit verbreitete Feedbackmöglichkeit auf Basis von Fragebögen sowohl für Studierende als auch für Lehrende. Neben dem Einschätzen von verschiedenen quantitativen Items ermöglichen mindestens zwei offene Fragen eine beidseitige freitextliche Rückmeldung. Ziel ist es, in geschütztem Raum nach einem standardisierten Verfahren einen Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden anzuregen.

Vorbereitung und Ablauf der LVE
Um eine LVE durchzuführen, müssen die Lehrenden ihre Veranstaltung bei myStudy zur LVE anmelden. Die Anmeldung zur LVE sollte am besten zum Semesterbeginn erfolgen und in der Mitte der Lehrveranstaltung durchgeführt werden (Dezember bzw. Mai/Juni), um eine Besprechung sowie eine mögliche Verbesserung der Lehr-Lern-Situation noch innerhalb der Lehrveranstaltung zu ermöglichen. Eine Anmeldung ist bis spätestens fünf Tage vor dem gewünschten Evaluationstermin möglich. Die Lehrenden wählen neben dem Termin und dem Medium (Papierform oder online) auch die Sprache des Fragebogens (Deutsch oder Englisch) sowie die Form der automatischen Rückmeldemöglichkeiten der Ergebnisse an die Studierenden (Veröffentlichung auf der Lehrveranstaltungsseite oder auf der Lehrendenprofilseite in myStudy, per E-Mail oder bei einem Besprechungstermin). 

Die Fragebögen in Papierform werden ein bis zwei Wochen vor dem Termin den Lehrenden zugesandt und von diesen in der Lehrveranstaltung an die Studierenden verteilt. Wird die LVE online durchgeführt, erhalten die Studierenden per E-Mail einen Link zu dem entsprechenden Fragebogen, in der Regel 14 Tage freigeschaltet ist. Auch die Lehrenden erhalten einen LVE-Fragebogen, sodass die Veranstaltung im Sinne einer Multiperspektivität auch aus Sicht der Lehrperson evaluiert wird. Seit SoSe 2016 ist die LVE als Baukastensystem aufgebaut, dass heißt, jeder Fragebogen besteht stets aus einem Basismodul mit einem fixen Fragenset und möglichen dazu wählbaren Aufbaumodulen. In Form des sogenannten frei gestaltbaren Aufbaumoduls können zum Beispiel die Lehrenden selbst formulierte Items oder Fragen zum Fragebogen hinzufügen. 

Die Kritik: freiwillig, anonym und konstruktiv
Die Teilnahme der Studierenden an der LVE erfolgt freiwillig und anonym. In der „Ordnung zur Durchführung der Lehrveranstaltungsevaluation“ (Gazette 7/10) sind die Merkmale und Ziele der LVE festgelegt. Dazu gehört unter anderem, dass die Ergebnisse der LVE den Studierenden zur Verfügung gestellt und noch innerhalb der Vorlesungszeit diskutiert werden. Die aufbereiteten Ergebnisse werden unter anderem dafür den Lehrenden in drei verschiedenen Berichtsformaten zugesandt: als ausführlicher individueller Ergebnisbericht, als Kurzübersicht (Aushang) und als Präsentation. Aus den LVE‘s werden am Ende jedes Semesters aggregierte Ergebnisberichte erstellt, die den Teilnehmenden der Qualitätszirkel zur Verfügung gestellt werden. Somit können die auf Studienprogrammebene auffälligen Ergebnisse der LVE in den Qualitätszirkeln besprochen werden.

Fragen an Hanna Haubert, Koordinatorin der LVE


Angenommen, die Lehrenden melden ihre Lehrveranstaltung nicht zur LVE an, die Studierenden würden aber gerne Feedback dazu geben – gibt es eine Möglichkeit, dass Studierende eine LVE initiieren?
Natürlich können sich Studierende mit ihrem Wunsch für eine LVE direkt an die Lehrperson wenden. Mit Beginn des WiSe 2016/17 können die Studierenden in myStudy unter „Evaluation“ anonym und einmalig für Lehrveranstaltungen, bei denen sie angemeldet sind, ihren Wunsch nach einer Lehrevaluation vermerken. Die Lehrenden (und alle Studierenden) können die Anzahl der Wünsche stets einsehen. Wenn über 50% der Studierenden ihren Wunsch nach einer Lehrevaluation angegeben haben, erhält die Lehrperson zusätzlich eine E-Mail mit einer Information darüber inkl. der Kontaktdaten der Leuphana Lehrevaluation. Die Entscheidung für oder gegen eine LVE (oder andere Verfahren) liegt nach wie vor bei der Lehrperson. Prinzipiell ist laut Evaluationsordnung mindestens eine LVE je Studienjahr für jede Lehrperson verpflichtend. Die Qualitätsstandards, welche mit Lehrbeauftragten des College (Leuphana Semester & Komplementärstudium) sowie in der Fakultät Wirtschaftswissenschaften geschlossen werden, sehen eine Evaluation aller Lehrveranstaltungen vor.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich an die Ombudsperson zu wenden, um den Wunsch nach einer Lehrevaluation anonym weiterzutragen oder wahlweise an die/den Studienprogrammbeauftragte/n oder das Studiendekanat. 

Wenn die Ergebnisse noch während der Vorlesungszeit besprochen werden sollen, muss man dann sein Feedback bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Seminar abgeben?
Den Zeitpunkt bestimmt die Lehrperson. Wir empfehlen die Durchführung der LVE zur Mitte des Semesters. Am besten sollten die Studierenden die Lehrperson frühzeitig fragen, ob und wenn ja, wann Feedback oder die Evaluation in der Lehrveranstaltung eingeplant ist. Dann könnte man noch gemeinsam über den bestmöglichen Zeitpunkt sprechen. Teilweise möchten Lehrende die Ergebnisberichte für Bewerbungsverfahren nutzen und erhoffen sich durch eine LVE am Ende der Lehrveranstaltung ein ganzheitlicheres Ergebnis. Eine Lösung könnte dann sein, ein anderes Feedbackverfahren (z.B. SHIFT  oder andere qualitative Verfahren) in der Mitte und die LVE am Ende der Lehrveranstaltung einzusetzen. 

Wie wird sichergestellt, dass das Feedback wirklich anonym ist?
Es werden in der LVE keine personenbezogenen Daten erhoben. Es werden lediglich die Antworten zu den einzelnen Fragen ausgewertet und der Lehrperson ab 5 Fragebögen in zusammengefasster Form zur Verfügung gestellt. Die Lehrperson kann nicht sehen, von wem die einzelnen Antworten kommen. Bei der LVE in Papierform soll der Umschlag mit den ausgefüllten Fragebögen vor den Augen der Studierenden verschlossen werden. Nicht anonyme freitextliche Anmerkungen zu den offenen Fragen (z.B. „am Dienstag, den 15. Juni war ich bei Ihnen in der Sprechstunde und Sie haben mir für meine Referatsvorbereitung lediglich eine Liste mit Büchern ausgehändigt – ich hätte gerne mehr Feedback zu den Inhalten des Referats bekommen“) werden insoweit anonymisiert, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind (z.B. „bessere Unterstützung bei der Referatsvorbereitung: mehr Feedback zu den Inhalten“).



Autorin: Morgaine Struve, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.