Meldungen zum Studium

Staatswissenschaften an der Leuphana Graduate School

16.01.2017 Im Rahmen der außercurricularen „Good Governance“ Veranstaltungsreihe hieß die Leuphana Universität Lüneburg am 9. Januar 2017 den Abgeordneten des Bundestages für den Wahlkreis Lüchow-Dannenberg / Lüneburg Eckhard Pols willkommen. Gemeinsam mit den Masterstudent_innen des Studienprogramms Staatswissenschaften – Public Economics, Law and Politics (PELP) sowie Lehrenden diskutierte der CDU-Politiker über „Good Governance in Deutschland“ und stand Rede und Antwort bezüglich der Frage, was gute und verantwortungsvolle Regierungsführung eigentlich bedeutet.

Für Eckhard Pols heißt "Good Governance" vor allem „besser einmal zu viel hinzusehen als einmal zu wenig.“ Der Experte der Familienpolitik nutzte sein Fachgebiet als Praxisbeispiel, um den Zuhörern die Wichtigkeit von Prävention als Aufgabe der Politik zu veranschaulichen. „Was ich nicht frühzeitig erkenne, muss ich nachher teuer bezahlen“, so Pols. Die größte Herausforderung einer „Good Governance“ sieht Pols darin, „dem Bürger das Regierungshandeln verständlich zu machen“, denn es gebe immer wieder das Problem, dem Bürger die Politik und auch die Europäische Union zu erklären. Die aktuelle „EU-Müdigkeit“ kann Pols nicht nachvollziehen. „Die EU bringt viele Vorteile. Unsere Aufgabe ist es, diese Vorteile den Bürgern zu verdeutlichen.“ Insgesamt sieht Pols Deutschland als einen Staat, in dem „Good Governance“ durchaus zu finden ist. „Wir meckern auf hohem Niveau.“ Doch warnt er, dies als selbstverständlich hinzunehmen und hält dazu an, „jeden Tag dafür zu kämpfen, dass dies auch so bleibt.“ 

Veranstaltungsreihe "Good Governance" 

Die Veranstaltungsreihe „Good Governance“ wird in diesem Semester erstmalig angeboten, um den PELP-Studierenden außerhalb des Curriculums ein Format zu bieten, sich über Prinzipien guter Regierungsführung auszutauschen und zu verständigen. Dabei sind einerseits Gespräche mit politischen Akteuren sowie andererseits Beiträge über ausgewählte Länder der an dem Studiengang teilnehmenden Stipendiatinnen und Stipendiaten aus aller Welt vorgesehen. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe fuhren die Studierenden nach Hamburg zum Helmut-Schmidt-Haus der Wochenzeitung Die Zeit, wo sie mit Dr. Uwe Jean Heuser, Ressortleiter des Ressorts Wirtschaft und Honorarprofessor an der Leuphana Universität, über die Eigenschaften einer guten Regierungsführung sowie politische Kernelemente wie beispielsweise Partizipation, Chancengleichheit von Bürgern, Vertrauensverluste in Regierungen, Ängste der Gesellschaft und der Aufschwung von rechtspopulistischen Parteien diskutierten. Zudem wurde in den letzten Wochen bereits über Good Governance in Ghana und Afghanistan diskutiert. Am 16. Januar 2017 werden sich die Studierenden über Good Governance in Honduras austauschen.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden über das Stipendienprogramm „Public Policy and Good Governance“ (2016 umbenannt in Helmut-Schmidt-Programm) des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gefördert, das zum Ziel hat, zukünftige Führungskräfte in Politik, Recht, Wirtschaft und Administration nach den Prinzipien guter Regierungsführung akademisch weiterzuqualifizieren und auf ihre spätere berufliche Tätigkeit praxisorientiert vorzubereiten. Auf Basis der in Deutschland erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen sollen die Geförderten nach der Rückkehr in ihre Heimatländer dazu beitragen, demokratisch orientierte und auf die Überwindung sozialer Gegensätze gerichtete Wirtschafts- und Gesellschaftsformen zu etablieren. Die Ausbildung an deutschen Hochschulen soll die Stipendiat_innen außerdem in besonderer Weise als Ansprechpartner für die deutsche Politik und Wirtschaft qualifizieren. Mit dem Programm möchte der DAAD einen Beitrag dazu leisten, gute Regierungsführung und zivilgesellschaftliche Strukturen in ausgewählten Partnerländern und -regionen zu unterstützen. Das Masterstudienprogramm ist seit 2009 Teil des DAAD-Programms „Public Policy and Good Governance“. 

CDU-Abgeordneter Eckhard Pols (links) und Prof. Dr. Thomas Wein diskutieren über "Good Governance" in Deutschland.
PELP-Studierende beim Besuch des Gebäudes der Wochenzeitung "Die Zeit".

Insgesamt widmet sich das Studium der Staatswissenschaften an der Leuphana Graduate School der theoretisch und methodisch fundierten, problemorientierten und integrierten staatswissenschaftlichen Analyse der dynamischen Wechselbeziehungen von Politik, Recht und Wirtschaft, da die Leistungsfähigkeit und Legitimität moderner Staaten maßgeblich durch dieses komplexe Zusammenspiel bestimmt wird. In Folge von Globalisierungs- und Internationalisierungstrends unterliegt dieses Zusammenspiel insbesondere in jüngerer Zeit immer dynamischeren Wandlungsprozessen, die zur Ausbildung veränderter Formen von Staatlichkeit und neuer Beziehungsmuster zwischen Staat, Gesellschaft und Wirtschaft führen. Das Studienprogramm vereint Disziplinen, die sich seit jeher mit dem Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft befassen. Fragestellungen, Probleme und Lösungsansätze, die sich in diesem komplexen Beziehungsgeflecht ergeben, werden aus den Perspektiven der Politikwissenschaft, der Volkswirtschaftslehre und der Rechtswissenschaft analysiert und bearbeitet. Im Mittelpunkt stehen dabei Ursachen, Rahmenbedingungen sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Wirkungen und Folgen staatlichen Handelns. 

Engagement im Studium

Ziel des staatswissenschaftlichen Studienprogramms ist es, die Studierenden mit Theorien, Ansätzen und Methoden sowie zentralen empirischen Erkenntnissen aktueller staatswissenschaftlicher Forschung vertraut zu machen und ihnen eine disziplinär fundierte und zugleich interdisziplinär umfassende Betrachtung des Zusammenspiels von Politik, Recht und Wirtschaft zu ermöglichen. Damit sollen die Studierenden insbesondere auf Führungspositionen im politisch-administrativen Bereich, z. B. in Ministerien, bei internationalen und supranationalen Institutionen oder Tätigkeiten im Bereich der Politikberatung vorbereitet werden. Die Veranstaltungen im ersten Semester werden überwiegend in englischer Sprache, ab dem zweiten Semester in englischer und deutscher Sprache angeboten. Mit dem Abschluss des Studiums erwerben die Studierenden den Grad Master of Arts (M.A.).

Dass die Studierenden sich bereits während ihres Studiums in sehr hohem Maße engagieren und in die Gesellschaft einbringen, zeigt unter anderem das Beispiel der studentischen Initiativen Policy Lab - Die Politische Ideenfabrik. Diese Initiative wurde im Jahr 2013 von Studierenden des Masterstudienprogramms Staatswissenschaften ins Leben gerufen und soll jungen Menschen einen politischen Experimentierraum und eine Plattform zum sich Ausprobieren, Entfalten und zur kritischen Auseinandersetzen bieten - mit Meinungen und Themen. „Denn nur wer am politischen Geschehen aktiv teilnimmt, hat die Chance, unsere Gesellschaft selbstbestimmt zu gestalten“, so die Vision der Mitglieder der Politischen Ideenfabrik e.V.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Thomas Wein
Universitätsallee 1, C4.208
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-2302
Fax +49.4131.677-2026
thomas.wein@uni.leuphana.de

Prof. Dr. Vera van Hüllen
Universitätsallee 1, C12.309
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-2461
Fax +49.4131.677-2474
vera.van_huellen@leuphana.de


Autorin: Claudia Echelmeyer, Redaktion: Morgaine Struve, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.