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Master Management and Engineering an der Graduate School

20.03.2017 Am 1. April 2017 beginnt die Bewerbungsphase für den Master „Management & Engineering“ an der Leuphana Graduate School. Das Studienprogramm des Major beinhaltet neben Managementkenntnissen auch die Wechselbeziehung zwischen Management und Technik.

Prof. Dr. Benjamin Klusemann

Zu Beginn ihres Studiums wählen die Studierenden einen von zwei Schwerpunkten: Materials & Engineering oder Produktionstechnik. Materials & Engineering behandelt die zielgerichtete Bildung im Bereich von Entwicklung und Forschung, während Produktionstechnik die technische, operative und strategische Gestaltung von Produktionssystemen vermittelt. Ergänzt werden die Pflichtmodule durch verschiedene Wahlmodule im dritten Semester.

Die Modulverantwortlichen Prof. Dr.-Ing. Benjamin Klusemann sowie Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Schleich und die Studentin Vanessa Hacke erzählen im Interview vom Studienprogramm und ihren bisherigen Erfahrungen.

Was macht den Studiengang an der Leuphana besonders?

Benjamin Klusemann: Wir legen großen Wert darauf, die Studierenden „abzuholen“, also bei ihrem bisherigen Wissensstand anzusetzen und dann entsprechend ihres Vorwissens auf sie einzugehen. Da wir mit maximal 50 Plätzen ein relativ kleiner Studiengang sind, ist es möglich - wenn sich beispielsweise mehrere Studierende mit dem gleichen Problem an uns wenden - dementsprechend noch ein Tutorium einzurichten. Durch solche Zusatzangebote wird es den Studierenden ermöglicht, fehlendes Wissen einfach zu ergänzen. Gleichzeitig kann so ein ständiger Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden stattfinden. Der Studiengang ist auch praxisorientiert ausgerichtet, es gibt die Möglichkeit, Abschlussarbeiten in Zusammenarbeit mit Unternehmen zu schreiben. Durch die Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum erhalten die Studierenden außerdem früh Einblicke in aktuelle Forschungsfragen, wenn Dozenten von dort Vorlesungen bei uns halten. Insgesamt bietet der Studiengang damit eine Schnittstelle zwischen den Feldern Produktion und Management an.

Hans-Heinrich Schleich: Die Studierenden haben die Möglichkeit, sich zwischen einem eher forschungs- und einem eher praxisorientierten Studienverlauf zu entscheiden. Die meisten steigen nach ihrem Masterabschluss direkt in die freie Wirtschaft ein – vor allem im Bereich der Industrie. Klassische Probleme, auf die sie dann stoßen, sind eine Kombination aus technischen und wirtschaftlichen Überlegungen, die einbezogen werden müssen, und Herausforderungen im Management. Auf die Lösung solcher interdisziplinären Probleme werden die Studierenden mit dem Studiengang an der Leuphana optimal vorbereitet. Wer also an einer detaillierten, technischen Ausbildung interessiert ist, könnte hier vielleicht enttäuscht werden.

Warum ist es wichtig, Ingenieurwissenschaften mit Wissen im Managementbereich zu verbinden?

Hans-Heinrich Schleich: Gerade für Führungspersonal sind Managementfähigkeiten wichtig – wenn beispielweise deeskaliert werden muss und es darauf ankommt, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Benjamin Klusemann: Es ist ja auch hilfreich, wenn derjenige, der in einer Führungsposition ist, und eine Entscheidung treffen muss, auch weiß, worüber er da eigentlich entscheidet. Nur mit dem nötigen Fachwissen kann man auch ein Gespür für die richtige Entscheidung entwickeln.

Prof. Dr. Hans-Heinrich Schleich

Welche Bedeutung hat das Lehrforschungsprojekt, das die Studierenden im zweiten Semester bearbeiten?

Hans-Heinrich Schleich: Das Lehrforschungsprojekt dient dazu, die Studierenden bereits während des Studiums an Forschungsfragen und den Umgang mit diesen heranzuführen. In einer kleinen Gruppe mit fünf bis zehn Mitgliedern erarbeiten die Studierenden dann die Herangehensweise und haben ein Semester Zeit für Forschung und Recherche. Damit haben die Studierenden die Möglichkeit, unter permanenter Betreuung selbstständig Forschungsthemen zu erarbeiten.

Spielen Entrepreneurship und Nachhaltigkeit in dem Studiengang eine Rolle?

Benjamin Klusemann: Entrepreneurship auf jeden Fall, besonders in den Management Studies. Nachhaltigkeit ist nicht direkt in einem der Module vertreten, jedoch ein Querschnittsthema, das sich durch das gesamte Studium zieht. Dabei geht es vor allem darum, nicht mehr sofort experimentelle Modelle für alle Ideen und Ansätze zu produzieren, sondern diese zunächst digital zu entwerfen und verbessern – das schont Ressourcen.

Hans-Heinrich Schleich: Im Sinne des Entrepreneurships hat es auch bereits mehrere Ausgründungen gegeben – zum Beispiel einer Firma, die eine Software für die Maschinenzustandsanalyse entwickelt hat. Aspekte unternehmerischen Handelns fließen ebenfalls ins Curriculum ein.

Wie sind die Berufsaussichten für Wirtschaftsingenieure? Was sind typische Berufsfelder?

Hans-Heinrich Schleich: Wir haben noch viele Kontakte zu Alumni – die meisten Studierenden arbeiten nach ihrem Masterabschluss in Unternehmen. Das können sowohl große Industriefirmen sein wie Airbus, oder mittelständische Unternehmen aus Lüneburg. Oftmals können Studierende in dem Unternehmen arbeiten, mit dem sie in Kooperation ihre Abschlussarbeit geschrieben haben. Ein kleinerer Anteil der Absolventen arbeitet in NGOs, der Verwaltung oder geht in die Forschung. Typische Aufgaben sind dann zum Beispiel Qualitäts-, Produktions- oder Produktmanagement, oder der Einkauf.

Welche Voraussetzungen müssen Bewerber mitbringen, um M&E studieren zu können?

Hans-Heinrich Schleich: Es gibt natürlich gewisse Konsekutivitätskriterien, die angeben, welche Vorkenntnisse man im Bachelor erlangt haben muss, um hier studieren zu können. Grundsätzlich braucht man entweder mindestens 30 Credit Points aus Technik und 30 Credit Points aus Wirtschaft oder 60 Credit Points aus einem der beiden Fachgebiete – das heißt, dass man z.B. mit einem Bachelor in BWL für den Master zugelassen wird. Besonders erfreulich finden wir, dass mittlerweile die Hälfte der Bewerber von externen Universitäten kommt. Das bestärkt uns in unserem Modell, wenn der Studiengang einen so guten Ruf hat.

Wie international ist der Studiengang ausgerichtet?

Benjamin Klusemann: Bereits während des Studiums gibt es für die Studierenden die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen – und diese nehmen relativ viele wahr. Abschlussarbeiten werden ebenfalls manchmal in Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen geschrieben, was den Studierenden nach ihrem Abschluss oft die Möglichkeit gibt, im Ausland zu arbeiten. Auch die Module des Studiengangs werden teilweise bereits auf Englisch angeboten, besonders die Management Studies.

Vielen Dank für das Gespräch!

Vanessa Hacke, Studentin des Masters

Was hast du gemacht, bevor du dich hier für den Master beworben hast?

Vanessa Hacke: Ich habe ein duales Studium bei Volkswagen absolviert, dafür in Wolfenbüttel studiert und dort meinen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau abgeschlossen. Im ersten Teil habe ich eine Ausbildung zur Industriemechanikerin gemacht. Das war in den Semesterferien, wir hatten zwei Praxissemester. Von daher habe ich auch von Bearbeitungsprozessen und Montage ein bisschen Ahnung. Und im zweiten Teil war ich dann in der Planung für Presswerkzeuge eingesetzt. Und danach bin ich für ein Jahr ins Ausland gegangen, habe in Mexiko auch für VW gearbeitet und war in der Logistik für die ‚just in sequence‘ - Teile zuständig.

Was hat dich am Studienprogramm Management & Engineering hier an der Leuphana angesprochen?

Vanessa Hacke: Ich wollte Wirtschaftsingenieurwesen mit diesen zwei Bereichen so weiter studieren. Also, nicht nur auf die technische Schiene gehen und auch nicht nur auf die wirtschaftliche. Deswegen habe ich mich für Management & Engineering entschieden, weil der eben beides kombiniert.

Seit diesem Semester gibt es zwei Schwerpunkte im Studienprogramm: Produktionstechnik sowie Materials and Engineering, du studierst Produktionstechnik. – was kann ich mir darunter vorstellen? Geht es darum, wie Fließbandabfertigung funktioniert? 

Vanessa Hacke: Davor haben wir natürlich auch noch die ganze Supply Chain, also die ganze Wertschöpfungskette: sie fängt an beim Lieferanten, geht dann über die eigene Fabrik, bis raus zum Kunden – wie ich das alles verknüpfe, darum geht es beim Produktionsmanagement. Auch darum, dass ich beispielsweise Teile ‚just in time‘ liefere: diese gelangen dann direkt an die Produktionslinie, d.h. werden direkt verbaut. Oder, was mache ich bei Engpässen?‘ ‚ Wie ordne ich meine Lieferanten an?‘, ‚Wie gehe ich da vor?‘ ‚Welche suche ich mir aus?‘ Also es ist eigentlich… alles komplett.

Also Produktionstechnik ist das Management, das nötig ist, um Produkte in Menge herzustellen und zu verteilen, oder?

Vanessa Hacke: Ja. Aber ich brauche natürlich auch technisches Hintergrundwissen, ich habe auch Fertigungstechnik, wo ich lerne, wie Dinge verschweißt werden, oder welche Techniken ich für welche Materialien nutze – also es ist nicht nur dieser wirtschaftliche Hintergrund und wie ich meine Produktion organisiere, sondern auch, dass ich Ahnung habe, welche Faktoren aus der Fertigung in den Produktionsstrang reinspielen. Das ist ja das Gute bei den Wirtschaftsingenieuren, dass sie eben diesen technischen Hintergrund haben, aber auch das wirtschaftliche Denken. Dass sie Beides verknüpfen können und an solchen Schnittstellen wie in der Logistik, der Produktionsplanung, dem technischen Einkauf oder im Vertrieb tätig sind – da sind Wirtschaftsingenieure wirklich gefragt.

Wie schätzt Du die Management Studies in Deinem Studienprogramm ein?

Vanessa Hacke: Wir hatten gerade Organisation, Strategy und Innovation – und, das ist auch genau das, was ich wollte – was eben dieses Wirtschaftsingenieurwesen ausmacht: Ich lerne auch eine strategische Denkweise, erkenne, was ich machen muss, wenn ich eine neue Strategie einführen möchte, wie sollte meine Organisation aussehen?, mit welchen Organisationstypen kann ich welche Ziele erreichen? und wie implementiere ich Innovation? Das ist genau das, was ich später im Beruf – und durch meine Maschinenbauhintergründe wahrscheinlich noch besser – implementieren kann. Darum finde ich die Management Studies wirklich passend. Durch die Arbeit in der Presswerkplanung habe ich direkten Einblick bekommen: dort saßen meine Kollegen auch immer in simultaneous engineering teams, das bedeutet Kollegen verschiedener Bereiche treffen sich, um diesen Engineering-, oder Produktplanungsprozess möglichst zu parallelisieren und den ganzen Zeitablauf so gering wie möglich zu halten.

Danke für das Gespräch!


Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Benjamin Klusemann
Volgershall 1, VA.228
21339 Lüneburg
Fon +49.4131.677-5141
Fax +49.4131.677-5300
benjamin.klusemann@leuphana.de

Prof. Dr.-Ing. em. Hans-Heinrich Schleich
Volgershall 1, VA.127
21339 Lüneburg
Fon +49.4131.677-5426
Fax +49.4131.677-5300
schleich@uni.leuphana.de


Das Interview führte mit Herrn Schleich und Herrn Klusemann führte Morgaine Struve, Startseitenredaktion. Das Interview mit Frau Hacke führte Ina Seifert, Graduate School.
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