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Credit Points im berufsbegleitenden Masterstudium

03.04.2017 300 Credit Points aus Erst- und Masterstudium werden für einen Masterabschluss benötigt. Beim berufsbegleitenden Master können Lücken entstehen, wenn aus dem Bachelorstudium nur 180 Credit Points mitgebracht werden. Diese Lücke, das sogenannte CP-Delta, muss dann anderweitig gefüllt werden. Seit 2016 ist dies an der Professional School auch über die Anrechnung beruflicher Kompetenzen möglich.

Das CP-Delta: Besonderheiten des berufsbegleitenden Masterstudiums

Das CP-Delta ist eine Besonderheit des berufsbegleitenden Masterstudiums: Die Studiengänge umfassen oft weniger Credit Points als Vollzeitmasterprogramme, meist 60 oder 90 Credit Points. Bringen Studierende dann aus ihrem Erststudium nur 180 Credit Points mit, wie es bei den meisten Bachelorprogrammen der Fall ist, entsteht eine Lücke von 30 bis 60 Credit Points. Diese muss noch gefüllt werden, da für den Masterabschluss insgesamt 300 CP nachgewiesen werden müssen. Diese Lücke ist jedoch kein Hinderungsgrund für das Masterstudium, sondern kann an der Professional School mit verschiedenen Möglichkeiten geschlossen werden.

Im Wesentlichen gibt es zwei Optionen, um das CP-Delta zu füllen:

  1. Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen
  2. Erwerb zusätzlicher Credit Points

Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen

Seit 2016 gibt es an der Professional School ein geregeltes Anrechnungsverfahren, um sich beruflich erworbene Kompetenzen in Höhe von bis zu 30 Credit Points anrechnen zu lassen. Einige Studierende können durch diese Anrechnung also bereits ihre CP-Lücke schließen. Für die Anrechnung müssen Studierende zunächst einen Antrag auf Anrechnung stellen und dann an einem strukturierten Fachgespräch teilnehmen. Zentral sind dabei die Schnittstellen der jeweiligen beruflichen Erfahrung zum Arbeitsfeld des jeweiligen Studiengangs. Das Anrechnungsverfahren ist kostenlos.

Im berufsbegleitenden Studiengang Tax Law – Steuerrecht LL.M. wurde das neue Verfahren des Brückenmoduls bereits mehrfach durchgeführt. Wie das Verfahren abläuft, davon berichten Studierende und Studiengangskoordinatorin hier: 

Milena Müller, Studiengangskoordinatorin des berufsbegleitenden LL.M. Tax Law - Steuerrecht
Milena Müller, Studiengangskoordinatorin LL.M. Tax Law - Steuerrecht

„Die Anrechnung beruflicher Kompetenzen im Rahmen des Brückenmoduls wird zur Schließung des CP-Deltas von vielen unserer Studierenden sehr dankbar angenommen, denn das Verfahren ist sehr transparent und einfach umzusetzen. Gut ist, dass keine zusätzliche Prüfungsleistung neben der sowie schon vorhandenen Mehrfachbelastung durch Studium und Beruf erbracht werden muss. Des Weiteren bieten wir speziell im Master Tax Law die Möglichkeit an, das CP-Delta durch die Mitarbeit bei einem Online-Steuerlexikon zu schließen. Die Studierenden verfassen dazu wissenschaftliche Fachtexte und erhalten gleichzeitig einen praxisnahen Einblick in die Verlagsarbeit. Ein besonderer Anreiz für die Studierenden ist die anschließende Veröffentlichung ihres Artikels.“

Florian Eick, studiert im LL.M. Tax Law - Steuerrecht

„Die neue Anrechnungsverordnung des CP-Delta an der Leuphana war ein langer Prozess dessen Ende ich mit Spannung erwartet hatte. Im Januar 2016 war es dann soweit und das Ganze gab den entscheidenden Impuls zur Bewerbung für den berufsbegleitenden Studiengang Steuerrecht - Tax Law LL.M. Ich war mir bewusst, dass ich die fehlenden Punkte nicht nur durch Extra-Leistungen wie eine komplexere Masterarbeit, die Zertifikatstudiengänge oder diverse Hausarbeiten erreichen könnte, da ich durch meine Vollzeit-Tätigkeit im Bereich Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung bei einer international tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nicht noch mehr Zeit für das Studium aufbringen konnte als ohnehin erforderlich. Schließlich hatte ich dann ein etwa 45-minütiges Fachgespräch mit unserem Studiengangsleiter, Prof. Dr. Michael Preißer, der mich zu einschlägigen Themen des Berufsalltags und zu steuerrechtlichen Sachverhalten befragt hat, um sich ein Bild vom Kenntnisstand zu machen und die gesammelte Berufserfahrung einschätzen zu können. Die Erfahrungen aus zwei Jahren in der freien Wirtschaft lassen sich nicht gegen 30 Credit Points in der Universität aufwiegen - deswegen finde ich es folgerichtig, dass die Leuphana reagiert hat und einem berufsbegleitenden Studenten diese Möglichkeit bietet.“

Julia Ramsbacher, studiert im LL.M. Tax Law - Steuerrecht

„Für die Anrechnung der Berufserfahrung habe ich zunächst das schnell auszufüllende Formular und die entsprechenden Arbeitszeugnisse eingereicht. Daraufhin fand zeitnah das Anrechnungsgespräch statt, bei dem mir Fragen rund um meine Tätigkeit gestellt wurden. Insgesamt wird das Verfahren zur Abrechnung der Berufserfahrung an der Leuphana Professionel School einfach und unkompliziert gehandhabt.“

Yannik Luckow, studiert im LL.M. Tax Law - Steuerrecht

„Ein berufsbegleitendes Studium stellt angehende Studierende bereits vor Aufnahme des Studiums vor eine Vielzahl an Herausforderungen: Wie bekomme ich die Arbeit und das Studium unter einen Hut? Muss ich von Vollzeit in Teilzeit wechseln und bleibt überhaupt noch Freizeit übrig? - Wie eh und je hängt dies von den persönlichen Präferenzen ab. Die mir wichtigste Frage war jedoch: Warum wird eine studiengangsnahe berufliche Leistung nicht als solche anerkannt. Mit dem neuen Verfahren zur Anrechnung beruflicher Kompetenzen wurde dem endlich Rechnung getragen. In einer lockeren Atmosphäre konnte im Rahmen eines 45-minütigen persönlichen Gesprächs über die bisherigen Erfahrungen aus der Berufspraxis diskutiert werden und man konnte seine erlangten Kenntnisse einfließen lassen. Das angenehmste war jedoch, dass es sich wie ein Gespräch unter Arbeitskollegen anfühlte und nicht wie eine mündliche Prüfung. Bis zu zwei Jahre Berufserfahrung können spätestens im Laufe des Studiums erlangt und zugleich mit bis zu 30 Credit Points versilbert werden. Bei benötigter Berufserfahrung für das Steuerberaterexamen: Win-Win!“

Erwerb zusätzlicher Credit Points

Wenn trotz Anrechnung weiterhin eine Lücke offen bleibt, müssen die Masterstudierenden anderweitig Credit Points erwerben. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können beispielsweise eine erweiterte Masterarbeit schreiben, die ihnen im Vergleich zur Masterarbeit normalen Umfangs bis zu 15 zusätzliche Credit Points bringen kann. Außerdem können sie auch zusätzliche Lehrveranstaltungen absolvieren und so Zusatz-CP erwerben. Hier gibt es teilweise spezielle Angebote aus den jeweiligen Studiengängen wie auch weitere Angebote aus dem Programm der Professional School, beispielsweise Webinarreihen im Umfang von 5 CP oder Zertifikatsprogramme, mit denen zwischen 15 und 35 Credit Points in ein bis zwei Semestern erworben werden können.

Christina Kopp, Alumna Zertifikat Innovationsmanagement
Christina Kopp, studiert im LL.M. Competition and Regulation

„Mein CP-Delta war recht groß, sodass ich verschiedene Möglichkeit zum Füllen des Deltas nutzte. Ich habe zusätzlich zu meinem LL.M.-Studium das Zertifikat Innovationsmanagement belegt. Anders als im Master Competition and Regulation waren wir hier eine bunt gemischte Truppe und ich konnte mir ein sehr interessantes Netzwerk aufbauen. Innovationsmanagement ist außerdem ein eher weiches Thema, wovon ich viel in meinem Berufsleben anwenden kann, z. B. wie ich Workshops moderiere, wie ich Kreativitätstechniken nutzen kann, wie ich ganz unterschiedliche Leute zusammenbringen und daraus eine Gruppendynamik entwickeln kann. Dazu konnte ich mir berufliche Kompetenzen anrechnen lassen. Dazu gab es einen Gesprächsleitfaden und ich bin dann im Gespräch mit dem Studiengangsleiter Prof. Terhechte durchgegangen, welche beruflichen Kompetenzen ich erlangt habe und wie diese zum Masterstudium passen. Insgesamt habe ich mich mit meinem CP-Delta sehr gut aufgehoben gefühlt, die Anmeldung lief ganz einfach und Frau Becher von der Professional School hat mich bei der Thematik jederzeit beraten und unterstützt.“

Inge Otromke, Studiengangskoordinatorin des berufsbegleitenden MBA Manufacturing Management/Industriemanagement
Inge Otromke, Studiengangskoordinatorin MBA Manufacturing Management/Industriemanagement

„Wir haben im MBA Manufacturing Management/Industriemanagement immer wieder Studierende mit CP-Delta. Im neuen Jahrgang sind es beispielsweise 50 % der Studierenden. Gefüllt werden die Lücken mittlerweile immer mit dem Brückenmodul zur Anrechnung und bei größeren Lücken auch mit der Teilnahme an der China Summer School. Hier fahren wir einmal im Jahr im April oder Mai auf eine zehntägige Reise nach China, während der die Studierenden an Exkursionen teilnehmen und Lehrveranstaltungen an der Zhejiang Sci Tech University in Hangzhou besuchen. Damit können die Studierenden insgesamt 10 Credit Points erwerben. Noch verbleibende Lücken werden gern durch Anrechnungen, die Teilnahme am Karrierecoaching oder das Schreiben einer erweiterten Masterarbeit gefüllt.“

Beratung zum Erwerb zusätzlicher Credit Points

Masterstudierende mit einem CP-Delta können sich zu ihren Optionen bei Dr. Kathrin Becher beraten lassen:

Dr. Kathrin Susann Becher
Universitätsallee 1, C40.117
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1193
Fax +49.4131.677-2981
becher@leuphana.de


Autorin: Jelka Göbel. Redaktion: Morgaine Struve. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.