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Deutsch-französisches Politik-Studium am College

06.06.2017 Universitäten sind internationale Einrichtungen, die Studierenden auf vielfältige Weise interkulturelle Erfahrungen ermöglichen. An der Leuphana können Studierende beispielsweise das Angebot von mehr als 80 Partneruniversitäten für ein Auslandssemester nutzen, um ihr Studium durch andere Lehr- und Lernkulturen zu bereichern. Im Wintersemester 2017/18 startet am College ein deutsch-französisches Politik-Studium mit internationalem Curriculum sowie einem einjährigen Studienaufenthalt in Paris.

An der Leuphana können Studierende den Ort für ihr Auslandssemester aus vielen verschiedenen Partneruniversitäten wählen.

Gemeinsam mit der Université Paris-Est Créteil (UPEC) hat die Leuphana ein Studienprogramm entwickelt, das über nationale Perspektiven hinausgeht und ein globaleres Verständnis von Politik ermöglicht: Es bietet den Studierenden eine wissenschaftlich vertiefte Auseinandersetzung mit den Herausforderungen moderner Politik im Zeitalter der Globalisierung.

Prof. Dr. Dawid Friedrich ist für das deutsch-französische Studienprogramm verantwortlich.

„Ich denke, der europäische Verständigungsprozess muss durch Vertrauen zwischen Menschen über Grenzen hinweg getragen werden. Vor dem Hintergrund, dass die deutsch-französische Freundschaft für den europäischen Integrationsprozess von zentraler Bedeutung ist, wurde die Idee des gemeinsamen deutsch-französischen Studienangebots geboren. Gerade durch das Studium der Politikwissenschaft in den beiden Ländern lernt man die Komplexität der heutigen europäischen Gesellschaften und der (europäischen) Politik mit unterschiedlichen theoretischen und methodischen Zugängen nicht nur akademisch zu analysieren, sondern kann sie zugleich auch lebensweltlich erfahren.“

Politik-Studium in Lüneburg und Paris

Nach einem ersten Vorbereitungsjahr an der jeweiligen Heimathochschule verbringen die Studierenden das dritte und vierte Semester gemeinsam an der französischen Partneruniversität in Paris-Est Créteil, wo sie in französischer und englischer Sprache studieren. Anschließend kehren sie zusammen mit ihren französischen Kommilitoninnen und Kommilitonen für das fünfte und sechste Semester zurück nach Lüneburg und beenden dort ihr Politik-Studium mit der Bachelor-Arbeit. Mit dem Abschluss des deutsch-französischen Studiums erwerben die Studierenden die beiden Abschlüsse Bachelor of Arts Politikwissenschaft und Licence Science politique.

Die Deutsch-Französische Hochschule fördert die Auslandsphase mit Mobilitätsstipendien in Höhe von monatlich 270 Euro für 10 Monate pro Jahr. Bis zu fünf Studierende pro Studienjahr und pro Partneruniversität können diese internationale Studienmöglichkeit im Major Politikwissenschaft nutzen.

Felicitas Seibold ist die Referentin für Internationalisierung an der Fakultät Kulturwissenschaften.

„Die Studierenden werden sprachlich von der Zentraleinrichtung Moderne Sprachen durch spezielle Französischkurse und deutsch-französische Tandems auf das Auslandsjahr vorbereitet. Durch das Einführungsjahr an der Heimathochschule haben sie die Grundlagen, um ihr Studium an der Partneruniversität fortzusetzen. In allen administrativen und organisatorischen Belangen werden sie vom International Office, vom Institut für Politikwissenschaft und vom Dekanat Kulturwissenschaften vor, während und nach ihrer Auslandsphase bis zum Erhalt der beiden Abschlüsse intensiv betreut.“

Ziele und Perspektiven des deutsch-französischen Politik-Studiums

Der internationale Studienpfad im Major Politikwissenschaft ermöglicht Studierenden, die Standortgebundenheit ihrer eigenen Perspektive kritisch zu reflektieren. Damit fördert das deutsch-französische Programm die Fähigkeit, interkulturell zu kommunizieren und leistet einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung. Die Studierenden können außerdem ihre Französisch- und Englischkenntnisse erweitern. 

In einer globalisierten Welt sind sowohl das Verständnis des Anderen als auch Fremdsprachkenntnisse unabdingbar für gemeinsames Handeln in multikulturellen Teams. Das Programm leistet damit einen Beitrag zur internationalen Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen und eröffnet ihnen weltweit Karrieremöglichkeiten für alle politikwissenschaftlichen Berufsfelder.

Das neue Studienmodell im Video:


Erfahrungsbericht vom Politik-Studium am College

Im Interview berichtet Lina, warum sie Politikwissenschaft am College studiert und mit welchen Themen sie sich dabei auseinander setzt.

Lina studiert Politikwissenschaft am Leuphana College.

Was studierst Du am College?
Ich studiere Politikwissenschaft im Major und Wirtschaftspsychologie im Minor. Ich habe zuerst begonnen mit Wirtschaftspsychologie im Major und Politik im Nebenfach. Während der ersten zwei Semester habe ich allerdings gemerkt, dass meine Schwerpunkte genau andersherum liegen. Dann habe ich im zweiten Semester beschlossen, ich tausche meine Schwerpunkte und mache jetzt Politik im Major und Wirtschaftspsychologie im Minor.

Was sind Deine akademischen Interessen im Studium?
Mich persönlich interessieren interkulturelle Dinge. Vor allem im politischen Bereich versuche ich darauf meinen Schwerpunkt zu legen. Ich schaue, wie andere politische Systeme funktionieren, was für Auswirkungen das hat, auch im Vergleich zu Deutschland und welche Rolle Kultur dabei spielen kann. In Wirtschaftspsychologie interessieren mich die Grundlagen des menschlichen Handelns,  Entscheidungsprozesse, aber auch wie wir unsere Umwelt  und die Menschen um uns herum wahrnehmen. Das ist etwas, was sehr generell ist, also was nicht begrenzt ist auf Deutschland oder auf irgendeine bestimmte Kultur – zumindest in den meisten Fällen. Und dieses Wissen kann ich dann auf viele andere Fachbereiche übertragen, egal ob Politik, Wirtschaft oder Nachhaltigkeit.  

Warum hast Du Dich für das Politik-Studium am Leuphana College entschieden?
Ich war ja eigentlich schon hier als ich beschlossen hatte, Politikwissenschaft zu studieren. Rein theoretisch hätte ich auch an eine andere Uni gehen können, aber es hat mir hier so gut gefallen. Ich bin nach wie vor sehr überzeugt vom College Modell. Also davon, dass bei uns Interdisziplinarität von Anfang an dabei ist und dass das Studium es mir ermöglicht, viele Dinge auszuprobieren und meinen Interessen nachzugehen. Das kann ich sonst an keiner Uni. Durch das Komplementärstudium kann ich jedes Semester aufs Neue entscheiden, wofür ich mich interessiere. Wenn sich nach ein paar Semestern neue Felder auftun, die mich interessieren, habe ich immer die Möglichkeit, zu sagen, ich möchte mich jetzt mehr mit diesem Thema beschäftigen. Soweit ich weiß, gibt es das an keiner weiteren Uni in Deutschland und deswegen bin ich hier. 

Welche Vorteile bietet das Studium am College?
Auf jeden Fall die Interdisziplinarität, also dass man angeregt wird, in andere Fachgebiete zu schauen und man eigentlich gar nicht anders kann, als sich über sein eigenes Fach hinaus zu bilden. Dennoch würde ich nicht sagen, dass  ich kein fundiertes Studium mache. Ich finde, dass ich durch Major und Minor, ein rundes Bild bekomme, ohne die Welt aus den Augen zu verlieren. Diese Selbstbestimmtheit im Studium ist für mich ein großer Pluspunkt. 

Für wen ist das Studium am College empfehlenswert?
Ich würde sagen, vor allem für Leute, die sich nicht nur für eine Sache interessieren, sondern sagen, dass sie diese Interdisziplinarität spannend finden. Wenn man sagt, ich interessiere mich für ein Thema, aber ich sehe auch, dass es an andere Themen angrenzt und ich will es vollständig verstehen und deswegen möchte ich mich auch mit den angrenzenden Gebieten beschäftigen. Wenn man jemand ist, der sagt, ich möchte ein rundes Bild von der Welt haben, dann ist das wirklich das Richtige.



Text: Felicitas Seibold und Cora Verfürth; Interview: Cora Verfürth; Redaktion: Ann Cathrin Frank, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.