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Begehren und Identität: Heinrich-Heine-Gastdozentin Antje Rávic Strubel liebt neue Perspektiven

13.06.2017 Die Heinrich-Heine-Gastdozentur hat inzwischen an der Leuphana Tradition. Seit 2009 kommen jährlich bedeutende Autoren in die Stadt, eingeladen von der Universität und dem Literaturbüro Lüneburg. Mit Antje Rávic Strubel wird in diesem Jahr erneut eine Schriftstellerin mit der Dozentur ausgezeichnet, die von den Literaturkritikern hoch gelobt wird. In ihren Werken widersetzt sich die Potsdamerin jeder Schwarz-Weiß-Malerei, starr definierte Muster bricht sie auf. „Gute Literatur hat für mich mit amoralischem, wildem Denken zu tun “, erklärt die 43-Jährige.

Das zeigt sich auch in ihrem Buch ‚In den Wäldern des menschlichen Herzens’, ihrem aktuellen Roman, mit dem sich derzeit Studierende im Begleitseminar zur Heinrich-Heine-Gastdozentur auseinandersetzen. „In diesem Werk bürstet Strubel tradierte Vorstellungen von Liebe und Geschlecht gründlich gegen den Strich“, beobachtet der Dozent des Seminars Philipp Hammermeister. „Es dreht sich bei ihr immer alles um die Grundprinzipien von Verunsicherung und Konstruktion. Identität und Begehren sind für sie nicht vorgegeben oder festgelegt, sondern stets in Bewegung.“

Nachdem im Seminar über die Texte von Antje Rávic Strubel geredet wurde, stellt sie sich am 22. Juni in Lüneburg persönlich vor. In einer Vorlesung präsentiert sie neben ihrem aktuellen Buch den Roman ‚Sturz der Tage in die Nacht’. „Beides sind Bücher, die mit Tabus in unserer Gesellschaft zu tun haben“ erläutert Strubel, „Tabus, die in unsere angeblich tabufreie Welt stark hineinstrahlen.“ In Anlehnung an diese Werke diskutiert die Schriftstellerin mit den Teilnehmenden Fragen rund um ihr eigenes Leben, ihre poetologischen Überzeugungen und ihr Schreiben. Die Veranstaltung wird von dem Redakteur Wend Kässens moderiert, der Eintritt ist frei. Denn der Heinrich-Heine-Gastdozentur ist es wichtig, die Stadt Lüneburg und die Universität zusammenzubringen.

Den Abschluss der Gastdozentur bildet ab dem 23. Juni ein zweitägiger Workshop. Hier bekommen die Studierenden die Möglichkeit, sich im direkten Kontakt mit der Autorin auszutauschen und handwerkliche Fragen zum Schreiben anzugehen. „Wir werden über die Bedeutung von Leerstellen und Brüchen im Text oder über die Geschwindigkeit eines Textes sprechen“, kündigt die Autorin an. Außerdem werden die Studierenden von ihren Erfahrungen als Übersetzerin profitieren können. Antje Rávic Strubel will eine Stelle aus einem Werk, an dem sie gerade selbst arbeitet, aus dem Englischen übersetzen lassen. Die verschiedenen Versionen sollen im Anschluss diskutiert werden. Für diesen Literatur-Workshop gibt es noch freie Plätze.


Kontakt

M.A. Philipp Hammermeister
Universitätsallee 1, C5.223b
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-2781
philipp.hammermeister@leuphana.de


Autorin: Urte Modlich, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.