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Kulturwissenschaften an der Leuphana studieren

03.07.2017 Aktuelle Themen und gesellschaftliche Herausforderungen im Blick: Die Kulturwissenschaften an der Leuphana sind auf die großen Herausforderungen der Gegenwart hin ausgerichtet. Die Frage nach diagnostischen und kritisch-analytischen Beiträgen der Kulturwissenschaften zu diesen Themen ist konstitutiv für das Bachelor-Programm am Leuphana College: sei es durch eine Einordnung aktueller Phänomene in historische Kontexte, sei es durch empirische Analysen oder aber durch die Beschäftigung mit den vielfältigen kulturwissenschaftlichen Theorieangeboten.

Die Auswirkungen der umfassenden Digitalisierung  und ökonomischen Globalisierung auf unser Leben und Arbeiten die Wirkmächtigkeit von Kategorien bzw. Konstrukten wie „Rasse“, Geschlecht oder Nation, das Thema der Diversität, Fragen nach historischen und aktuellen Möglichkeiten bzw. Bedingungen von Kritik sowie nach ästhetischen und politischen Reflexionsmöglichkeiten von Kunst und Kultur sind wichtige Schwerpunkte innerhalb des kulturwissenschaftlichen Studienprogramms. Dem internationalen Vorbild der Cultural Studies und verschiedenen Spielarten von Kulturanalyse folgend reflektieren die Kulturwissenschaften ihren eigenen politischen Ort sowie die Verschränkung von wissenschaftlicher Theoriebildung sowie gesellschaftlichem und medialem Wandel – so im Wintersemester 2017/18 etwa in einer großen, von den Professorinnen Manuela Bojadžijev und Susanne Leeb organisierten Ringvorlesung zum Thema „Denken gegen Rechts: Perspektiven der Kulturwissenschaften“, in der Lehrende aus verschiedenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Teilsdisziplinen der Kulturwissenschaften der Frage nachgehen, welche Beiträge diese zum Verständnis (und zur Bekämpfung) rechtspopulistischer und demokratiefeindlicher Tendenzen in Europa und darüber hinaus leisten können.

Eigene Schwerpunkte setzen

Der Major Kulturwissenschaften spricht bewusst Studierende an, die Lust haben, eigene Wege zu gehen. Anders als in „verschulten“ Studiengängen gibt es viele Möglichkeiten, frühzeitig selbst Schwerpunkte zu setzen und Bereiche, Themenfelder und Theorien zu entdecken, deren Bedeutung  vor dem Studium noch nicht erkennbar war. Deshalb besteht die Möglichkeit, einmal gewählte Schwerpunkte im Laufe des Studiums auch noch zu wechseln, wenn Sie sich im Laufe des Studiums neue Interessensfelder erschließen – ohne dass dies zu einer Studienverlängerung führen würde.

„Praxis“ wissenschaftlich reflektieren

Die kulturelle Praxis ist ein wichtiger Bestandteil im Major Kulturwissenschaften. Das bedeutet in der Regel nicht, dass im Rahmen des universitären Studiums solche praktischen Fertigkeiten wie journalistisches Schreiben, Filmschnitt etc. vermittelt werden. Die Bezüge zur „Praxis“ sind dennoch vielfältig und Lehrveranstaltungen werden sehr oft mit Expertinnen und Experten aus der Praxis selbst gemeinsam durchgeführt: Das kann in einem Seminar mit internationalen Künstler_innen im Kontext des Kunstraumes der Leuphana geschehen, das am Ende in die Realisierung einer mit den Studierenden gemeinsam geplanten Ausstellung mündet oder in den regelmäßig angebotenen Begleitseminaren zur angesehenen Lesungsreihe „LiteraTour Nord“ bzw. zur jährlich realisierten „Heine-Dozentur“, in der Schristeller_innen der Gegenwartsliteratur über Workshops in den universitären Alltag eingebunden werden. Sie können sich mit den Formen digitaler Musikproduktion theoretisch und praktisch vertraut machen, Erfahrungen in der (Reflexion von) Medienpraxis sammeln, in Exkursionen theoretische Befunde vor Ort reflektieren oder aber zusammen mit Praktiker_innen und Fachleuten aus dem Kulturbetrieb diesen im Modul „Praxis des Kulturbetriebs“ analysieren. Praxis in den Kulturwissenschaften setzt dabei immer eine wissenschaftliche Analyse sowie methodisches und theoriegeleitetes Arbeiten voraus, um einen wissenschaftlich abgestützten Horizont zu erschließen, der über intuitive Alltagswahrnehmung hinausgeht.

Teil des Kuwi-Netzwerkes werden

Seit 1986 haben Generationen von Studierenden den Studiengang abgeschlossen, der zu den größten und traditionsreichsten Angeboten in diesem Feld im deutschsprachigen Raum gehört. Für eine Reihe von Absolventinnen und Absolventen war das Studium der Kulturwissenschaften in Lüneburg der Beginn von beeindruckenden beruflichen Laufbahnen, in und außerhalb der Wissenschaft, für unzählige ein guter Start in ein erfülltes Berufsleben mit herausfordernden und interessanten Tätigkeiten in der Musikwirtschaft, in Museen und Literaturhäusern, im Kunstfeld, in der Kulturpolitik, in den Medien, in der Werbung und vielen anderen Bereichen von Kultur- und Kreativwirtschaft bzw. Bildungssektor. „Kulturwissenschaftler_innen“ finden sich heute so gut wie überall und tragen mit zur Akzeptanz und zum guten Ruf des Studiums in den vielen einschlägigen Berufsfeldern bei. Die Frage, wie ausgehend von einem kulturwissenschaftlichen Studium, das durch seine Breite und Vielfältigkeit beste Voraussetzungen für ein reichhaltiges Spektrum von Berufsfeldern bietet, berufliche Laufbahnen gestaltet werden können, wird im Major Kultuwissenschaften immer wieder aufgegriffen: So ist eine Podiumsdiskussion mit Absolventinnen und Absolventen jedes Jahr fester Bestandteil der Einführungsvorlesung in die Kulturwissenschaften.

Internationalität selbst erfahren

An der Leuphana entdecken Sie die Kulturwissenschaften in ihren nationalen Besonderheiten, aber auch als globales Projekt, überwinden allein auf Europa und "den Westen" ausgerichtete Sichtweisen und erschließen sich etwa die Perspektiven der Interkulturalitätsforschung oder der Postcolonial Studies. Zugleich bestehen sehr gute Möglichkeiten, in das Studium einen Auslandsaufenthalt von einem oder mehrere Semester zu integrieren. Austauschprogramme bestehen z.B. mit Universitäten in Australien, Brasilien, China, Südafrika, den USA, Mexiko, Estland, Frankreich, Italien, Schweden, Spanien, Ungarn,  Wales oder der Schweiz. Durch seine flexible Struktur eignet sich der Major Kulturwissenschaften in besonderer Weise für die Anrechnung von Leistungen im Rahmen von Auslandesaufenthalten, so dass diese problemlos (oft im fünften Semester) in das Studium integriert werden können. Sehr viele Studierende der Kulturwissenschaften nutzen diese Chance, sich im zweiten Abschnitt des BA-Studiums noch einmal neue Perspektiven zu erschließen und Erfahrungen in internationalen Kontexten zu sammeln.

In einem Satz – Lehrende der Kulturwissenschaften antworten

Kulturwissenschaften an der Leuphana sollten Sie studieren, weil…

Prof. Dr. Christina Wessely
…auch aktuelle Debatten um Kultur und Gesellschaft eine Geschichte haben, die der kritischen Reflexion bedarf.

Prof. Dr. Erich Hörl
...Sie hier eine einmalige Dichte an Problematisierungen finden, die Ihnen eine theoretisch und historisch tiefgreifende Bearbeitung zentraler Gegenwartsfragen ermöglichen – Digitalität, Migration und Mobilität, Ökologie, Rassismus und Postkolonialismus, Macht- und Gewaltforschung, Urbanisierung, Kunst und ästhetische Praxis, Emanzipation, politische Ökonomie – und leidenschaftliche DenkerInnen als Lehrende, die mit ihnen eine originäre und international höchst anschlussfähige kulturwissenschaftliche Perspektivierung dieser Fragen entwickeln, mit anderen Worten: weil sie hier ihre kritische Zeitgenossenschaft auf einer breiten Grundlage und mit weitem Horizont bilden.

Prof. (apl.) Dr. Rolf Großmann...
...Sie im Bereich auditive Kultur nicht nur Beethoven, sondern auch Dubstep und Spotify studieren und  in Seminaren nicht nur über die kulturelle Praxis der Musik diskutieren, sondern auch im audioLab eine komplette Musikproduktion erstellen können; schließlich weil mit Digitale Medien/Kulturinformatik der ideale Minor zur digitalen Kultur wählbar ist.

Prof. Dr. Anna Henkel:
…Sie hier im Vertiefungsfach Kulturtheorie und Kulturanalyse lernen, implizite Annahmen und Interessen zu erkennen sowie selbst aktiv unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.

Prof. Dr. Susanne Leeb...
...Sie wissen wollen, wie die Digitalisierung unsere Arbeitsweisen und sozialen Beziehungen verändert, weil Sie etwas über arabische Philosophie erfahren möchten, weil Sie zusammen mit Künstler_innen über experimentelle Archäologie diskutieren wollen, weil Sie wissen wollen, wie man linken von rechtem Populismus unterscheiden kann, weil es Sie interessiert, wie Gesellschaften durch Migrationsbewegungen konstituiert werden, weil Sie erforschen möchten, wie der Kapitalismus unsere Gefühle und Affekte kanalisiert – mit anderen Worten, weil Sie wissen wollen, wie man der Komplexität unserer gegenwärtigen Gesellschaften mit kritisch-analytischem, theoretischem und handlungsbefähigendem Denken begegnen kann. 

Prof. (apl.) Dr. Martin Pries…
...Kultur auch immer eine räumliche Komponente hat, deren modellhafte und theoretische Analyse Optionen für die Gestaltung eröffnet.

Prof. Dr. Sven Kramer…
...Sie hier alle Ihre Fragen über die Literatur stellen können und – neben den Meinungen anderer Leser – Antworten aus der literaturwissenschaftlichen Forschung kennenlernen.

Prof. Dr. Christoph Brunner...
...hier konkrete kulturelle Phänomene wie Migration, Identität, Mobilität, künstlerische und mediale Praktiken oder soziale Bewegungen in ihren komplexen Funktionsweisen analysiert und theoretisch kontextualisiert werden, um aus den gewonnen Erkenntnissen heraus neue Denkräume und Handlungsfelder zu eröffnen.

Prof. Dr. Volker Kirchberg…
...die erfolgreiche Organisation von Kulturereignissen und -stätten - von Museen über Theater bis hin zu Popmusik-Festivals - auf empirisch und theoretisch fundiertem interdisziplinären Wissen beruht und Kenntnisse zu Bedeutungen und Funktionen, zu Produktionsbedingungen und Konsumweisen, zu Vermittlungs- und Teilhabe-Prozessen erfordert, um Kulturorganisationen in ihrer gesellschaftlichen Vergegenständlichung zu begreifen, kritisch zu hinterfragen und reflektierend mit zu gestalten.

Warum Kulturwissenschaften in Lüneburg studieren?

Studierende verraten, welche Vorteile ihnen der Bachelor Kulturwissenschaften am Leuphana College bietet:

Anna studiert Kulturwissenschaften.

"Am Bachelor Kulturwissenschaften gefällt mir vor allem die Vielfalt. Den Minor Digitale Medien / Kulturinformatik habe ich dazu gewählt, weil ich das als gute Vorbereitung für eine mögliche Tätigkeit als Online-Redakteurin sehe."
Anna hat ihr Berufsziel klar vor Augen: Sie möchte Journalistin werden und ist deshalb bereits neben dem Studium als Redakteurin aktiv. 

Fiona schöpft die Möglichkeiten des Studiums aus.

"Mir gefällt der Bachelor Kulturwissenschaften, weil ich dort in verschiedene Bereiche wie Medien, Kultur und Literatur reinschnuppern kann und mich damit noch nicht festlegen muss." 
Fiona sieht der Zeit nach dem Studium entspannt entgegen, da es ein sehr breites Spektrum von Bereichen gibt, in die sie nach dem Studium gehen kann.

Caroline kombiniert ihr Studium mit dem Minor BWL.

"Ich studiere Kulturwissenschaften mit den Vertiefungen Musik und auditive Kultur und Kulturorganisation und -kommunikation. Mein Minor ist BWL. Für diese Kombination habe ich mich entschieden, weil ich vor dem Studium noch nicht so genau wusste, wo ich später einmal arbeiten möchte und welche Berufe es im Kulturbereich gibt." 
Caroline hat sich im Laufe ihres Studiums auf den Bereich „Kulturmanagement mit Fokus auf klassische Musik“ spezialisiert.

Alexander genießt die Freiheiten des Studiums.

"Ich wollte etwas Besonderes studieren. Aus diesem Grund entschied ich mich für den Bachelor Kulturwissenschaften. Weil ich mich schon immer für Video und Internet interessiert habe, fiel meine Wahl zusätzlich auf den Minor Digitale Medien / Kulturinformatik. Diese Freiheiten bei der Fächerwahl hätte ich in Russland nicht gehabt."
Alexander hat in Russland ein Fremdsprachenstudium abgeschlossen, bevor er nach Deutschland kam, am College schätzt er die Wahlfreiheit im Studium.

Franziska möchte später im Kulturmanagement tätig sein.

"Ich habe mich für den Bachelor Kulturwissenschaften mit dem Minor BWL entschieden, weil sich die Kombination aus beidem gut für eine spätere Tätigkeit im Kulturmanagement eignet. Auch meinen Master will ich in diesem Bereich machen."
Franziska hat den Major Kulturwissenschaften mit dem Minor BWL kombiniert, weil sie damit ihr Studium in die Richtung lenken kann, in der sie später arbeiten möchte.

Weitere Eindrücke vom Bachelor Kulturwissenschaften liefern die Erfahrungsberichte vom Studium am College.



Autor_in: Cora Verfürth, Torben Fischer. Redaktion: Ann Cathrin Frank, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.