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Leuphana Delegation bei den Vereinten Nationen

26.07.2017 Genf/Lüneburg. Drei Studierende der Leuphana Universität Lüneburg haben jetzt mit ihrer Dozentin Dr. Cristina Blohm an der 10. Konferenz des Expertenmechanismus für die Rechte indigener Völker bei den Vereinten Nationen in Genf teilgenommen. Ihre zuvor in einem Seminar von Dr. Blohm entwickelten Konferenzbeiträge präsentierten sie in spanischer Sprache. In Vorbereitung auf die Veranstaltung hatten sich die Studierenden intensiv mit gesellschaftspolitischen Diskursen und normativen Fragestellungen im Zusammenhang mit nationalen und völkerrechtlichen Politiken zur Situation der indigenen Völker Lateinamerikas auseinandergesetzt, um einen eigenen reflektierten Standpunkt zu entwickeln.

Hannah Aletta Lembke, Milena Mausbach, Dr. Cristina Blohm, Sara Jiménez Peredo (v. l.) Foto: C. Blohm

Milena Mausbach, Studentin der Umweltwissenschaften, sprach über die Bedeutung indigenen Wissens im Bereich des Ackerbaus. Zunächst stellte sie die sozio-ökologischen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf indigene Völker im Amazonasgebiet dar und hob den Wert ihrer Kenntnisse und Praktiken für eine nachhaltige Landwirtschaft hervor. Sie betonte die Bedeutung der Partizipation indigener Völker im Kontext der internationalen Debatten über nachhaltige Entwicklung.

Sara Jiménez Peredo, Erasmus-Studentin der Umweltwissenschaften, beschäftigte sich in ihrer Stellungnahme im Kontext des Rechts auf Gesundheit mit Problemen, vor denen indigene Frauen und Mädchen aufgrund ihrer multiplen Diskriminierung stehen. Diese Gruppe hat zusätzlich zu sexuellen und geschlechtsspezifischen Diskriminierungen unter Gewaltakten zu leiden, die ethnisch bedingt sind und wegen ihrer schwachen sozialen und ökonomischen Stellung verübt werden. Frau Peredo schlug angesichts dieser Situation vor, die Problemlage aus der Perspektive der betroffenen indigenen Frauen zu erforschen und einen Beitrag zum Empowerment dieser Gruppe zu leisten.

Hannah Aletta Lembke, Studentin der Umweltwissenschaften, betrachtete die Auswirkungen, die der Tourismus auf das Leben indigener Völker und ihre Kultur haben kann. Kernthema ihres Beitrags war die Frage, wie die Rechte der Indigenen gewahrt und wie sie vor Ausbeutung durch die Tourismusindustrie, insbesondere den sogenannten “Ethnotourismus”, geschützt werden können.

Auch Dr. Cristina Blohm wandte sich mit einem Beitrag an die Konferenzteilnehmer. Sie stellte die Auswirkungen des aktuell praktizierten Rohstoffabbaus in indigenen Territorien Lateinamerikas auf die Umwelt und die lokale Bevölkerung dar. Sie schlug dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen die Einsetzung einer Arbeitsgruppe aus indigenen Experten vor, die sich gezielt der Erforschung und Erarbeitung von Change Management Modellen für die staatliche und unternehmerische Organisation widmet. Die alternativen Modelle sollten differenziert sowohl die Belange und Rechte der lokalen indigenen Bevölkerung respektieren wie auch eine nachhaltige Nutzung ihrer Territorien und natürlichen Ressourcen sicher stellen, um auf diesem Wege einen Beitrag zur Dekolonisierung der Wirtschaftspolitik Lateinamerikas zu leisten.