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„Ein Wunder verteidigen” – Europaabgeordnete Rebecca Harms plädiert in der Opening Week für ein geeintes Europa

09.10.2017 Sie erlebt die wachsende Skepsis gegenüber der EU tagtäglich und hautnah: Rebecca Harms ist Mitglied des Europaparlaments und hat am Montag vor 1500 Erstsemesterstudierenden über ihre Idee und Vision von Europa gesprochen. Das von der Leuphana gewählte Startwochen-Thema „Europa“ ist für sie eine Herzensangelegenheit. „Die EU steht für Stabilität und Frieden “, betonte die Grünen-Abgeordnete.

So allgegenwärtig das Thema ist, so komplex ist es auch: Die Zukunft Europas steht auf dem Spiel, gefragt sind Visionen gegen einen drohenden Zerfall. Das erläuterte Politikprofessorin Marion Reiser einleitend zur Rede von Rebecca Harms. „Die Frage, mit der wir uns im Rahmen der Startwoche auseinandersetzen, ist: Was können wir zu einem geeinten Europa beitragen?“, erklärte Reiser und sammelte zunächst gemeinsam mit den Studierenden die größten Herausforderungen der EU: Brexit, Populismus, Migration, Finanzkrise – sinkendes Vertrauen, wachsende Ablehnung. Wie gesellschaftliches Engagement der allgemeinen Europa-Skepsis begegnen kann, damit setzen sich die Erstsemesterstudierenden in dieser Woche nun Schritt für Schritt auseinander: So vermittelte am Montag Prof. Dr. Jörg-Philipp Terhechte, Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg, Basiswissen über die EU und ihre Institutionen. In den kommenden Tagen sollen die Studierenden mit Unterstützung von Mentor_innen, Dozent_innen und Tutor_innen konkrete Projekte entwickeln und realisieren.

Dass sich Engagement lohnt, machte die Grünen-Europaabgeordnete Rebecca Harms deutlich. „Wir müssen das bewahren, was wir mit der EU erreicht haben“, sagte sie und blickte gemeinsam mit den Studierenden auf die Geschichte Europas zurück: „Wir müssen uns klarmachen, was nach dem 2. Weltkrieg passiert ist: Nur 5 Jahre, nachdem Deutschland den Kontinent mit dem Holocaust und anderen Gräueltaten in seine schlimmste Phase geführt hat, haben sich ehemalige Feinde zusammengesetzt,“ fasste Harms die Anfänge der EU zusammen. „Statt zu kämpfen hat man geredet, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, Gräben zu überwinden und um zusammenarbeiten. Das ist für mich ein Wunder.“ Nur wer dieses Wunder verstehe, könne heute die Kompromisse, die die EU immer wieder machen müsse, auch aushalten und als Realität akzeptieren.

Keynote Rebecca Harms - Leuphana Opening Week 2017 (Länge: 46:00min)

Gleichzeitig forderte Harms die Studierenden dazu auf, einen Perspektivenwechsel zu wagen: „Schauen Sie von außen auf Ihr Leben in Europa, reisen Sie in andere Länder, das trägt zur Wertschätzung bei,“ ermunterte die Politikerin. Worte, von denen sich viele Erstsemesterstudierende angesprochen fühlten: „Neue Perspektiven sind wichtig, aber genauso Bildung“, findet Jolene (Studium Kulturwissenschaften). „Um die EU zu verstehen, müssen wir informiert und aufgeklärt sein.“ Ihre Vision von Europa gleicht die ihrer Kommilitonin Hannah (Psychologiestudium): „Ich wünsche mir ein Europa, in dem nicht jedes Land auf sich fokussiert ist – ein gemeinschaftliches Europa.“

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Fon +49.4131.677-2000
Monday through Friday 8:00 - 20:00


Autorin: Urte Modlich, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.