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In medias res – Erstsemesterstudierende entwickeln konkrete Projekte für ein gemeinschaftliches Europa

11.10.2017 Zwei Tage lang haben die neuen Leuphana-Studierenden bei der Opening Week Input für die Idee „Europa“ bekommen. In Diskussionen und Vorträgen präsentierten Politiker_innen, Wissenschaftler_innen und Experten_innen ihre Visionen von einem geeinten Europa. Am Mittwoch machten sich die Studierenden konkret an die Arbeit – und entwickelten passend dazu spannende Projekte.

„We believe that you can change the world“ motiviert am Mittwochmorgen Lorenzo Wienecke die neuen Erstsemesterstudierenden. Der Coach von ProjectTogether, einer gemeinnützigen Organisation, macht den 1500 Zuhörer_innen deutlich: Jede und jeder kann etwas bewirken. Selbst hinsichtlich eines Ziels, das gigantisch erscheint: Europa zu einen. Die Aufforderung „Don’t think too much, try!“ nehmen die einzelnen Arbeitsgruppen mit an ihre Schreibtische und machen sich daran, ihre Visionen für Europa in konkrete Projekte umzuwandeln.

„Die Zeit ist knapp, aber alle sind motiviert“, beobachtet Natascha. Sie ist Mentorin für vier Arbeitsgruppen und begeistert von dem Engagement der Studierenden und ihren Projekten. Zum Beispiel gibt es ECHO – Educational and Connecting Humanity Organisation. Während die Erststemester_innen im Hintergrund noch heiß über Inhalte und Ausrichtung diskutieren, erklärt Tutorin Milena das Konzept: „Die Teilnehmenden haben festgestellt, dass das Bewusstsein für eine europäische Identität durch Bildung geschärft werden muss, das fängt im frühen Alter an.“ Aus diesem Grund wollen die Studierenden eine Organisation gründen, die Bildungsprogramme international an Schulen etabliert. „Ausgebildete Pädagogen fahren in verschiedene europäischen Länder und entwickeln dort gemeinsam mit Kindern und Lehrern Projekte, zum Beispiel zum Thema Demokratie: Wie funktioniert sie im Klassenzimmer, in der Schule und auch im eigenen Land?“

Im benachbarten Arbeitsraum herrscht währenddessen angespannte Stimmung. Ein Team hat kurzfristig seine Idee komplett verworfen, um sich auf anderem Wege der Aufgabe zu stellen. „Wir wollten anfangs eine App entwickeln, die den europäischen Austausch ermöglicht“, erklärt ein Student, „aber irgendwie fehlte uns dabei die direkte Begegnung.“ Aus der Unzufriedenheit entstanden jedoch neue Ideen, herausgekommen ist ein Jugendevent mit dem Namen mEUsical: „Wir wollen ein europäisches Camp entwickeln, das sich mit Tanz und Musik dem Thema Europa nähert“, fasst eine Studentin zusammen. Das Projekt sieht vor, dass sich bis zu 200 Jugendliche aus ganz Europa jedes Jahr in verschiedenen Städten der EU treffen, um dort ein Musical auf die Beine zu stellen. „Es geht um Begegnung und miteinander gestalten.“

Eine indirekte Begegnung beinhaltet das Projekt „Unboxing Europe“, das an die Idee der Brieffreundschaften anknüpft: „Wir verbinden über eine interaktive Plattform jeweils zwei Menschen aus unterschiedlichen EU-Ländern“, beschreibt Teresa. „Diese Partner schicken sich gegenseitig Pakete, z.B. mit landestypischen Lebensmitteln. Sie erklären, wo und warum es diese Dinge gibt, was sie über ihr Land aussagen.“ Darüber könnten die Teilnehmenden mehr voneinander erfahren und seien im kulturellen Austausch.

Obwohl die Konzepte im Laufe des Vormittags klare Konturen annehmen, bietet die Opening Week der Leuphana an diesem Tag den zusätzlichen Blick von außen. Mit Hilfe von 42 internationalen Coaches aus der Praxis werden die Projekte überprüft und Fragen beantwortet. „Wie setze ich Werbung sinnvoll ein, wie finanziere ich die Idee und wie kläre ich alle Rechtsfragen“, zählt Studentin Pauline auf. Sie hofft, gemeinsam mit ihrem Team durch die Beratung bis zum Abend einen stimmigen Projektplan entwickeln zu können.

Dass die Leuphana die Studierenden im Rahmen der Opening Week direkt in die Praxis führt, hat Erstsemester Martin überrascht – positiv, wie er betont. „Die EU war den meisten von uns theoretisch bekannt, zum Beispiel durch die Schule “, sagt er. „In der Leuphana setzen wir uns nun aber intensiv auch mit den europäischen Werten und damit verbundenen Visionen auseinander – das ist wirklich sehr wertvoll.“

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Autorin: Urte Modlich, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.