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Richtfest: Universitätsgemeinschaft feiert

19.01.2015 Festakt für den Zentralbau: Zwei Bühnen, sechs Redner und ein Richtkranz: Mit einer zweistündigen Veranstaltung hat die Leuphana Universität Lüneburg am 19. Januar 2015 Richtfest für das von Architekt Daniel Libeskind entworfene neue Zentralgebäude gefeiert. Am Festakt nahm auch Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic teil.

In der luftigen Höhe der zukünftigen Veranstaltungshalle des neuen Zentralgebäudes hing der Richtkranz um 14:15 Uhr. Unter dem Applaus der rund 700 Gäste, die sich von den winterlichen Temperaturen nicht stören ließen, war das etwa anderthalb Meter hohe Blumen-Holz-Konstrukt in die Höhe gezogen worden. Der ausgeschenkte Glühwein sorgte für eine gemütliche Atmosphäre in dem größten Raum des Zentralgebäudes.

Für die musikalische Rahmung sorgte in der ersten Hälfte der jordanisch- palästinensische Konzertpianist Karim Said, in der zweiten Hälfte die Northern Lumberjack BigBand.

"Vielmehr grüße ich an dieser Stelle – Euch alle: Meister und Geselle!", sagte Bauleiter Jürgen Hindermann, der in seinem komplett in Reimen verfassten Richtspruch allen Beteiligten dankte. Er trank auf den Neubau und warf das Glas dann traditionsgemäß zu Boden. Die Big Band lud gleich im Anschluss an den Richtspruch die Versammelten zu einem kleinen Tanz ein, um die Einweihung zu feiern, der fast die gesamte Halle nachkam.

Zuvor begrüßte Vizepräsident Holm Keller das Publikum zur ersten offiziellen Veranstaltung im neuen Zentralgebäude. Er erinnerte daran, dass der Entwurf für das Gebäude in Zusammenarbeit mit Studierenden der Leuphana entstand und verwies auf die Fertigstellung zum Jahresende 2016. Unter den Gästen vertreten: die Reihe der Unterstützer des Projekts aus Politik und Gesellschaft. Für das Land Niedersachsen kam die Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, für den Landkreis der Landrat Manfred Nahrstedt und für die Stadt Lüneburg Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Die konfessionellen Institutionen, die das Bauprojekt unterstützen, waren vertreten durch Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, und Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer. Auch Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen sowie der katholischen Kirche feierten mit der Universitätsgemeinschaft.

Daniel Libeskind erläuterte in seinem Beitrag die große Rolle, die Musik und Zeichnen für sein architektonisches Schaffen haben. Mit seinen Gebäuden will er einen Raum schaffen, wo Menschen in Toleranz und Offenheit zusammenkommen können.

Nach dem Richtspruch sprach Dr. Volker Meyer-Guckel, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Universität Lüneburg, zu den Gästen. Die Stiftung ist Bauherr des Zentralgebäudes und hatte die Einladung zum Richtfest ausgesprochen. Meyer-Guckel betonte die Bedeutung des neuen Gebäudes für die Neuausrichtung der Universität und sagte, angesichts der zahlreichen Gäste, er freue sich besonders darüber, dieses Richtfest gemeinsam mit der Universitätsgemeinschaft zu feiern.

Nach Meyer-Guckel richteten Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic und Oberbürgermeister Ulrich Mädge das Wort an die Gäste. Heinen-Kljajic wies darauf hin, dass sich die Leuphana mittlerweile weit über die Region einen Namen gemacht hat. „Die Leuphana beschreitet neue Wege“, sagte sie und stellte den Neubau in eine Reihe mit der großen Fusion und Reformen an der Universität in Lüneburg in der Vergangenheit. Mit der Arbeit des international anerkannten Architekten Daniel Libeskind habe die Hochschule ein überzeugendes Gegengewicht zu der Kasernen-Vergangenheit des Standorts gesetzt.

Die Abschlussrede hielt Präsident Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun. Er sprach darüber, wie das neue Zentralgebäude Geschichte und Bildungsidee der Leuphana miteinander verknüpft: "Es geht um die Verbindung von Ästhetik und Wissenschaft, von Lebensorten und Lernen, aber auch von dem einst durch militärische Ordnung geformten Gesicht des Campus und dessen Brechung durch zivilen, kreativen Geist". Er dankte außerdem den vielen Unterstützern des Bauprojekts aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: "Ein selten starkes Fundament!"

Mit dem Richtfest hat die Leuphana die letzte Phase des Bauvorhabens eingeläutet. Nachdem der Rohbau nun bis zu seinem höchsten Punkt errichtet und das Audimax gedeckt ist, wird im nächsten Schritt die Fassade mit Türen und Fenstern eingebaut. Parallel mit diesen Arbeiten beginnt der Innenausbau. Zum Gebäude gehören außerdem Außenanlagen (Grünanlagen), die als letzter Arbeitsschritt angelegt werden. Nach der Bauabnahme soll das Gebäude zum Jahreswechsel 2016/17 fertiggestellt werden.

Gruppe vor Richtkranz des Zentralgebäudes
Vizepräsident Holm Keller, Stiftungsratmitglied Prof. Dr. Edelgard Ehmke, Landesministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, Architekt und Professor Daniel Libeskind, Präsident Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun, Stiftungsratvorsitzender Dr. Volker Meyer-Guckel (v.l.n.r.).

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Zentralgebäude

Das neue Gebäude nimmt eine Schlüsselstellung in der Universitätsentwicklung ein. Es führt die Idee der Campusidee weiter, erlaubt Forschung und Lehre zu verbinden, die Universität in den Wissenschaftsgemeinschaften und der Öffentlichkeit sichtbarer werden zu lassen und öffnet den Campus für die Stadt und andere Externe. So kann die Idee der Modelluniversität des niedersächsischen Landtags aus dem Jahr 2005 umgesetzt werden. Wir möchten die kritischen Fragen rund um das Projekt, insbesondere zu Finanzierung und Zeitplan, an dieser Stelle aufgreifen.

Warum baut eine Universität in Lüneburg ein Gebäude mit einer solchen überregionalen Strahlkraft?

Wofür soll das Zentralgebäude nach Fertigstellung genutzt werden?

Wie hoch sind die Kosten für den Bau des Zentralgebäudes?

Wie erklärt sich die Baukostensteigerung zwischen den Jahren 2008 und 2014?

Wie erklären sich die zeitlichen Verzögerungen?

Wer zahlt für den Bau?

Verwendet die Universität Gelder für den Bau, die bei Forschung und Lehre gekürzt werden?

Hat die Universität Informationen verschleiert oder zurück gehalten?

Ist das Gebäude nachhaltig?

Wie geht es mit dem Bau nach dem Richtfest weiter?