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KENUP als Ratgeber für EU-Investitionsplan gefragt

06.03.2015 Brüssel/Lüneburg. Das KENUP-Konsortium hat das Europäische Parlament im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens für den sogenannten „Juncker-Plan“ beraten. Bei einem Hearing am Montag in Brüssel stellte Leuphana-Vizepräsident Holm Keller als Vorsitzender des Konsortiums dessen Idee für ein Interventionssystem detailliert vor. Zentrales Thema der Anhörung war die mögliche Ausgestaltung eines Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) als Anreizinstrument für private Investitionen. Keller und fünf weitere Experten, unter ihnen der frühere Präsident der Europäischen Investment Bank, Philippe Maystadt, sprachen auf Einladung des Haushaltausschusses und des Ausschusses für Wirtschaft und Währung.

Die Parlamentarier bewerteten den pragmatischen Ansatz und das Potential des 67 Mitglieder starken KENUP-Netzwerks positiv. Udo Bullmann von der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten lobte den kreativen und innovativen Ansatz des Modells. Othmar Karas von der Europäischen Volkspartei meint: „KENUP ist in vielerlei Hinsicht ein Best-Practice Beispiel. Es könnte als ein möglicher Industrie-Pilot für den EFSI dienen.“ Für den Ausschuss-Vorsitzenden Jean Arthuis von der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa erwies sich der von KENUP verfolgte Ansatz, Investitionsentscheidungen und regulatorische Fragestellungen nicht isoliert zu betrachten, als besonders vielversprechend.

EU-Kommissionspräsident Juncker hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die europäische Wirtschaft mit einer 300 Milliarden Euro Investition anzukurbeln. Herzstück des Plans ist ein neuer Fonds für strategische Investitionen, der Investitionsprojekte etwa in den Bereichen Energie, Verkehr, Bildung und Forschung absichern und dadurch ein Vielfaches an privaten Investitionen erzeugen soll. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der mit insgesamt 21 Milliarden Euro ausgestattete Fonds Investitionen anschieben kann, die mindestens 15 Mal so hoch liegen.

KENUP ist eine Plattform, die grundlegende Innovationen im Gesundheitssektor befördert. Im Portfolio des Konsortiums bilden Life Science Anwendungen in der Immunisierung für Erwachsene und in personalisierter Medizin einen besonderen Schwerpunkt. Das Konsortium wird von der Leuphana Universität Lüneburg koordiniert. Es umfasst 67 Partner aus 19 europäischen Ländern, dem Nahen Osten, den USA und China. Ihm gehören die Regierungen von Malta und Kroatien, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Israels Nationales Innovationsprogramm für personalisierte Medizin, Programme aus Jordanien und Palästina, einige der weltbesten Universitäten und Forschungseinrichtungen – unter ihnen das Program on Global Demography of Aging an der Harvard University, das MIT Media Lab, das Weizmann Institute und die Universität Zürich – sowie einflussreiche zivilgesellschaftliche Institutionen und 24 innovative Unternehmen an.