Meldungen aus der Universität

Leuphana Wissenschaftler fordern offenen Web-Index

11.03.2015 Lüneburg. In einem Manifest mit der Überschrift „Europa braucht einen offenen Web-Index“ haben jetzt acht Fachleute aus den Informations- und Medienwissenschaften Stellung bezogen. Unter ihnen Professor Dr. Volker Grassmuck und Agata Królikowski von der Leuphana Universität Lüneburg. Die Autoren stellen fest, dass Europas digitale Wirtschaft und Zivilgesellschaft nahezu vollständig von nicht-europäischen Unternehmen abhängig sind. Das zeige sich besonders deutlich bei den Suchmaschinen, welche ein wesentlicher Baustein der digitalen informationellen Infrastruktur sind. Google beherrsche hier den Markt und verursache Abhängigkeiten und wirtschaftliche Schäden, die nicht länger hinnehmbar seien.

Die Autoren sprechen sich für einen offenen Web-Index aus, auf den konkurrierende Unternehmen, Institutionen und Akteure der Zivilgesellschaft zugreifen und beliebig viele Suchmaschinen betreiben können. Sie sehen die Europäische Union in der Pflicht, die Voraussetzungen für eine unabhängige und vielfältige Informationsautonomie Europas durch eine europäische Informationsinfrastruktur auf der Basis eines offenen Web-Index zu schaffen.

Aktuell gibt es weltweit drei Suchmaschinen-Betreiber, die einen globalen Index besitzen: Google, Microsoft/Yahoo und Yandex. Die Indexe werden nur teilweise und zumeist gegen Bezahlung anderen Nutzern zur Verfügung gestellt. Es existiert also kein uneingeschränkter Zugriff auf die Indexe. Der wäre aber erforderlich, um die Datenschätze des Worldwide Web unabhängig von kommerziellen Interessen nutzen zu können.


Das vollständige Manifest finden Sie hier:
openwebindex.eu