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Ein nachhaltiges Märchen: Das Lunatic Festival 2015

12.06.2015 Eine Krake aus Ballons kreist über dem Gelände, die Rote Königin aus „Alice im Wunderland“ läuft über den Rasen, Konfetti und Seifenblasen schweben über glitzernden Gesichtern und jubelnden Armen: Zum 12. Mal verwandelten Studierende der Leuphana ihren Campus für das Lunatic Festival in eine mit Ökostrom betriebene Märchenlandschaft.

An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, ob Verkleidungswettbewerb oder Airbrush- Künstler, Kinderschminken oder Improvisationstheater. Dazwischen kämpft sich eine Gruppe Menschen durch einen unsichtbaren Urwald, orangefarbene Tücher in Rambo-Manier um den Kopf geschlungen. Sie nehmen am Radioballett teil, wobei sie Anweisungen wie „Vorsicht! Da ist ein Krokodil, schleicht vorsichtig vorbei“ über ihre Kopfhörer empfangen.

Neben dem Spaß an der Sache zählen für die Studierenden, die das Festival in Eigenregie organisieren, Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und Humanismus. Im Zelt der No Border Acadamy etwa konnten die Besucher Wasserpfeife rauchen und Tee trinken. Asylbewerberinnen und Asylbewerber erhielten freien Eintritt auf das Festivalgelände. Und wie seit Start des Lunatic Festivals, als es noch 750 statt 3000 Besucher waren, gab es ausschließlich Essen und Getränke aus ökologischer und regionaler Landwirtschaft. Hat sich das Festival in den zwölf Jahren verändert?

„Es ist gemütlicher geworden“, meint Graffitikünstler Björn Lindner, Künstlername: Jayn. Er besuchte das Lunatic zum neunten Mal. „Es gibt mehr Sitzgelegenheiten. Und die Betreuung ist unglaublich, ständig kommt jemand vorbei und fragt, ob alles gut ist. Das Festival ist gewachsen, hat aber nichts von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren.“ Das Non-Profit-Festival will den Horizont erweitern, Alternativen aufzeigen - und Menschen für kurze Zeit verzaubern.

Und verzaubert fühlte sich wohl jeder, der die riesige Krake über der wogenden Masse schweben sah. „Wir wissen nicht, ob es eine Krake ist“, sagt das Balloomination Collective. „Wir nennen es 'das fliegende Etwas'.“ Und worum es ihnen geht? „Um Freude. Und Vergänglichkeit.“ Und tatsächlich: Am Montag erinnerten nur noch ein wenig Glitzerstaub auf dem Boden und die müden Gesichter der Studierenden an das vergangene Wochenende.

Autor: Jannik Böker (Universitätskommunikation)