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Dies Academicus: Zwei Wissenschaftler mit Ehrendoktortiteln ausgezeichnet

09.07.2015 Lüneburg. Mit der Verleihung von zwei Ehrendoktor-Titeln an renommierte externe Wissenschaftler und zahlreichen Preisen für erfolgreiche Wissenschaftler und Studierende der eigenen Hochschule hat die Leuphana Universität Lüneburg gestern das akademische Jahr in festlicher Atmosphäre ausklingen lassen. Mehrere hundert Gäste waren der Einladung zum Dies Academicus 2015 gefolgt. Bei diesem traditionellen Ereignis versammelt sich einmal jährlich die Universitätsgemeinschaft, um hervorragende wissenschaftliche Leistungen, die Einwerbung von Drittmitteln, innovative Lehrveranstaltungen und das ehrenamtliche Engagement von Studierenden zu würdigen. Erstmals wurde in diesem Jahr der Leuphana-Nachhaltigkeitspreis verliehen.

Ehrendoktoren gekürt

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Verleihung von Ehrendoktor-Würden der Fakultäten Bildung und Wirtschaftswissenschaften.

Die Fakultät Bildung zeichnete den britischen Wissenschaftler Prof. Dr. Timothy Ingold für seine Leistungen auf dem Gebiet der transdisziplinären anthropologischen Forschung aus. Ingold, Sozialanthropologe der University of Aberdeen, verbindet in seinem wissenschaftlichen Werk gemeinsame Züge aus Disziplinen wie Musik, Kunst, Architektur, Sprachwissenschaften, Ethnologie, Umweltforschung, Phänomenologie und Bildungswissenschaften. Seine anthropologische Arbeit hat sich in unterschiedlichen Wissenschaften von der Biologie bis zur Theologie als außerordentlich einflussreich erwiesen. Ingolds zentrale These lautet: Menschsein ist biosoziales Menschwerden. Er setzt sich damit ab vom klassischen anthropologischen Verständnis des Menschen als Subjekt und stellt demgegenüber die Bedeutung der Wechselbeziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt in das Zentrum seiner Anthropologie.

Ingold studierte Sozialanthropologie in Cambridge und lehrte 1973-74 zunächst in Helsinki, wo er sich mit der ökologischen Anpassung der samischen Rentierzüchter in Nordostfinnland befasste. 1990 wurde er Professor in Manchester, seit 1999 ist er Professor an der Universität Aberdeen. Er ist Mitglied unter anderem der Royal Society of Edinburgh und der British Academy.

Die Fakultät Wirtschaftswissenschaften verlieh einen Ehrendoktortitel an den deutschen Wissenschaftler Prof. Dr. jur. Dr. h.c. Jürgen Schwarze. Sie würdigte damit seine Leistungen auf dem Gebiet des Europarechts. Schwarze, emeritierter Professor für deutsches und ausländisches öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, ist einer der profiliertesten Rechtswissenschaftler in den Bereichen des europäischen Verfassungs- und Verwaltungsrechts sowie des europäischen Wirtschaftsrechts.

Seine Publikationen waren teilweise disziplinbegründend, etwa sein Werk zum europäischen Verwaltungsrecht. Im Zentrum seiner Arbeiten steht stets die Verbindung der mitgliedstaatlichen Rechtstraditionen mit dem Europarecht, wobei ein prononciert dogmatischer Zugriff stets mit rechtspolitischen Überlegungen verbunden wird. Er war langjährig Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Europarecht, der Gesellschaft für Rechtsvergleichung sowie der Fédération Internationale pour le droit européen. Er hatte u.a. Lehrstühle an der Universität Hamburg sowie dem Europäischen Hochschulinstitut (EUI) in Florenz inne und ist Ehrendoktor der Universität Athen sowie Honorary Bencher of the Inner Temple, London.

Nachhaltigkeitspreis vergeben


Bei der Verleihung eines neuen Preises für Projektideen, die die Leuphana im Bereich Nachhaltigkeit weiterentwickeln und im Profil stärken, teilten sich zwei Vorhaben den ersten Platz: Im Projekt „Lehrer für Lehrer“ stellt das Lehrerkollegium einer deutschen Schule das Gehalt (rd. 30 Euro) für einen Lehrer der Vorschule „Kuteh Jumbulu“ in Gambia zur Verfügung. Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Projekt „Open Lecture Hall for Refugees“. Es bietet geflüchteten Menschen die Möglichkeit zu studieren.

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