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Mongolische Professorin besucht Leuphana: Gespräche über Zusammenarbeit

13.08.2015 Die Leuphana Universität Lüneburg und die Nationaluniversität der Mongolei (NUM) wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Darüber trafen in dieser Woche Prof. Dr. Markus Reihlen, Vizepräsident für Internationale Angelegenheiten an der Leuphana, und die NUM-Vertreterin Professorin Manshir Doljin zu Gesprächen zusammen. Die NUM ist die mit 20.000 Studierenden die größte Universität des Landes. In den Gesprächen bekundete Professorin Doljin Interesse an einer Zusammenarbeit im Bereich Unternehmensmanagement. Die Mongolei hat jüngst wegen neu entdeckter Bodenschätze international Aufmerksamkeit erhalten.

Gemeinsam mit Vizepräsident Prof. Dr. Markus Reihlen sprachen Prof. em. Dr. Ullrich Günther und Prof. Dr. Horst Kowalewski, die die bisherigen Mongolei-Kontakte der Leuphana pflegen, mit der Prodekanin der NUM-Wirtschaftsfakultät Prof. Manshir Doljin über eine Hochschulkooperation im Bereich Unternehmensmanagement, speziell zu Fragen der Umweltverträglichkeit und der Nachhaltigkeit. Denkbar seien etwa, so Prof. Dr. Reihlen, Studienaufenthalte für mongolische Bergbaustudierende an den Leuphana-Fakultäten Wirtschaft und Nachhaltigkeit. Der Bergbau macht aktuell etwa 90% des Exports der Mongolei aus und wird bisher gering unter Umweltaspekten betrachtet. 
Die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten in Ulaanbaatar und Lüneburg soll außerdem einen breiteren Austausch von Professoren und von Studierenden bei wirtschafts- und umweltbezogenen Disziplinen ermöglichen. Dies schließt die gemeinsame Betreuung von Abschlussarbeiten und Promotionsprojekten ein. Lüneburger Studierende könnten in mongolischen Unternehmen und anderen Organisationen Praktika absolvieren. 

Die Mongolei hat in den letzten Jahren wegen ihrer jüngst entdeckten großen Bodenschätze im Wert von 2200 Mrd. Euro (Schätzung), vor allem Kupfer, Kohle, Gold und Sseltene Erden, die Aufmerksamkeit großer Industrieländer auf sich gezogen. Weil die Mongolei, so Prof. Dr. Kowalewski, das „Potenzial zu einem zentralasiatischen Kuweit“ habe (viele Bodenschätze, wenig Bewohner), möchte das Ausland talentierte junge Mongolen zu Studienaufenthalten einladen. Ausländische Bildungsanbieter, etwa aus Japan oder den USA, buhlten derzeit um talentierte Mongolen, so Prof. em. Dr. Günther. Diese späteren Manager und Politiker werden, so die Annahme, bevorzugt mit dem Land Geschäftsbeziehungen aufbauen und Verträge schließen, in dem sie studiert haben.
NUM-Professorin Doljin verwies außerdem darauf, dass die Mongolei, geographisch umschlossen und wirtschaftlich abhängig von Russland und China, mittel- bis langfristig Kontakte zu weiteren Wirtschaftsmächten aufbauen sollte. Leuphana-Vizepräsident Prof. Reihlen lud sie zu einem Gegenbesuch nach Ulaanbaatar ein. Er komme gerne, so Prof. Dr. Reihlen.

Autorin: Stefanie Hennig (Universitätskommunikation)