Meldungen aus der Universität

Leuphana-Alumna bringt eigenen Film ins Kino

24.11.2015 Franziska Pohlmann hat Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg studiert. Im Dezember kommt ihr Film "Die Krone von Arkus" in die Kinos. Wie sie Schauspieler und Drehorte gefunden und Equipment und Kostüme finanziert hat, erzählt sie im Interview.

Franziska Pohlmann, zu Beginn ihres Films hatten Sie kein Geld und keine Kontakte in die Filmszene - nächste Woche kommt "Die Krone von Arkus" in die Kinos. Wie macht man das?

Sie haben es benannt – das große Geheimnis dahinter ist das „machen“. Ob es dabei darum geht ein Buch zu schreiben, ein StartUp zu gründen, oder einen Film zu machen ist egal – so meine Meinung. Durchhaltevermögen und die felsenfeste Überzeugung, dass sich die eigene Arbeit und die der Mitwirkenden (im Falle von "Die Krone von Arkus" waren das sehr viele) lohnen wird, haben mir geholfen, auch in schwierigen Phasen weiterzumachen. Das Studium an der Leuphana war dabei für mich eine essentielle Grundlage. Die Kontakte, die Mitwirkenden, das viele Praxiswissen haben mir dabei sehr geholfen. Letzten Endes besteht jedes der benannten Vorhaben aus vielen kleinen Projekten – und wie man damit umgeht habe ich hier lernen können.

Sie haben für den Film ein eigenes Theaterstück als Grundlage genommen. Wieso wollten Sie von der Bühne auf die Leinwand?

Das war nie der Plan. Ich wollte einen „ersten Langfilm“ drehen – von den bisher produzierten Theaterstücken schien mir das, das ich nun für "Die Krone von Arkus" verwendet habe, die beste Grundlage zu sein. Theater und Film sind für mich zwei sehr unterschiedliche, beides sehr reizvolle Arbeitsgebiete und Kunstfelder, die sich in meiner Arbeit nun verschmolzen sind. Auf der Bühne hat die Begegnung zwischen Schauspieler und Publikum eine faszinierende Anziehungskraft für mich, genauso die Probenarbeit, die Arbeit in einem definierten Raum. Die filmische Arbeit ermöglicht einen anderen visuellen Spielraum. Von der Bühne möchte ich mich trotzdem nicht lösen.

Sie hatten zu Beginn Ihres Projekts kein eigenes Netzwerk - und haben am Ende knapp eine halbe Million Euro Förderung gehabt. Wie haben Sie die Leute überzeugt?

Die Antwort ist ganz kurz: Ich habe meine Geschichte erzählt. Glücklicherweise hat sich diese schnell weitergetragen und es gab eine Reihe Fürsprecherinnen, wie Susanne von Stern, und Fürsprecher, wie Heiko Franken, die das Projekt in ihre Kreise eingebracht haben. Ohne den vielen Rückhalt hätte der Film nicht entstehen können. Zu sehen, wie gern sich Menschen aber auch von Visionen begeistern lassen, war eine sehr dankbare Erfahrung. 

Der Film ist vor allem im Lüneburger Kloster gedreht. Wie hat die Stadt reagiert, als Sie die Drehgenehmigung beantragt haben?

Das Locationscouting haben wir sehr früh gemeinsam in einem Seminar mit Susanne von Stern und Studierenden der Leuphana begonnen, so dass viele Institutionen bereits im Jahr zuvor das Drehvorhaben mitbekamen. Über Partner wie das Kloster Lüne, Herrn Pomp vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt, aber auch Frau Dr. Düselder vom Neuen Museum haben wir eine große Möglichkeit toller Drehorte und auch szenenbildnerischer Schätze gehabt, die sich in den Filmaufnahmen wiederfinden. Lüneburg ist durch die ‚Roten Rosen’ natürlich auch eine dreherfahrene Stadt – trotzdem kann ich die Offenheit uns als Filmcrew gegenüber nur als sehr positiv hervorheben.

Für „Arkus“ haben Sie vom Drehbuch über das Casting der Schauspieler bis zum Anwerfen der PR-Maschinerie alles selbst in die Hand genommen. Ist Filmemachen eigentlich eher eine kreative oder eine organisatorische Angelegenheit?

Das lässt sich in meinen Augen gar nicht trennen. In beiden Bereichen ist der jeweils andere immer wieder gefragt – kreative Lösungen für Organisatorisches und zugleich Organisation und Struktur im kreativen Arbeiten waren für den Umfang dieser Produktion und den zugleich sehr knappen Zeitrahmen unheimlich wichtig. 

Was würden Sie Leuphana-Studierenden raten, die gerne einen Film machen würden, aber noch nicht einmal wissen, wo sie eine Kamera herbekommen?

Eine Kamera und ein offenes Ohr findet man immer bei Olaf Krafft vom Rechen- und Medienzentrum der Leuphana (lacht). Grundsätzlich würde ich sagen: Lasst euch nicht aufhalten! Es gibt immer Menschen mit Zweifeln, immer verschlossene Türen zu finden, aber hauptsächlich gibt es unendlich viele Gründe dafür! Film als Medium erlaubt es uns, das, was wir zeigen oder erzählen wollen, so weit zu tragen oder sogar damit auf Reisen zu gehen. Gerade durfte ich "Die Krone von Arkus" in der Ukraine und in Indien vorstellen). Und was auch immer aus einer Idee wird, hängt allein von uns ab. Einfach anfangen!