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Professor Niebert ist neuer Präsident des Deutschen Naturschutzrings

30.11.2015 Berlin/Lüneburg. Dr. Kai Niebert, Gastprofessor für die Didaktik der Naturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg, ist am Wochenende mit überwältigender Mehrheit zum neuen Präsidenten des Deutschen Naturschutzrings (DNR) gewählt worden. Der 36-jährige Nachhaltigkeitsexperte ist damit der jüngste Präsident in der Geschichte des 5.5 Millionen Mitglieder starken Dachverbandes der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzverbände.

Der größte Fehler der Umweltbewegung

Professor Niebert engagiert sich sowohl politisch als auch fachlich seit vielen Jahren für den Klimaschutz und die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. Am Herzen liegen ihm insbesondere die Förderung eines besseren gesellschaftlicheren Verständnisses der Nachhaltigkeit: „Es war der größte Fehler der Umweltbewegung, eine Idee von Nachhaltigkeit zu akzeptieren, in der Ökologie, Ökonomie und Soziales scheinbar gleichberechtigt nebeneinanderstehen“, so Niebert. Immer wenn es ernst werde, dränge das Streben nach Wirtschaftswachstum die Umwelt und den Menschen an den Rand. Niebert sucht deshalb einen alternativen Deutungsrahmen: „Wir müssen Nachhaltigkeit verstehen als ein Wirtschaften, das den Menschen heute und morgen dient. Aber das kann und darf nur innerhalb der planetarischen Grenzen stattfinden. Unser Lebensstil überschreitet diese Grenzen und geht eindeutig zulasten kommender Generationen.“

Ökologische Probleme von heute sind die sozialen Probleme von morgen

Die Verknüpfung von ökologischer und sozialer Gerechtigkeit bildet einen weiteren Schwerpunkt in Nieberts Arbeit: „Im Anthropozän spürt der Mensch die Übernutzung der Erde am eigenen Leib“, warnt der Wissenschaftler. „Klimawandel, Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch zerstören die Lebensgrundlagen und sind die sozialen Probleme von morgen. Eine nachhaltige Politik, die uns aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern befreit, ist deshalb nichts anderes als Sozialpolitik: Politik für die Menschen.“ Gemeinsam mit Partnern aus Kirche, Kultur, Gewerkschaften und Jugendverbänden werde der Deutsche Naturschutzring für eine umwelt- und menschenfreundliche Gegenwart streiten, verspricht der neue Präsident.

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) ist das Netzwerk der im Natur-, Tier- und Umweltschutz tätigen Organisationen in Deutschland. Im Jahre 1950 mit 15 Mitgliedsorganisationen gegründet, gehören ihm heute 100 Mitgliedsorganisationen mit über 5.5 Millionen Mitgliedern an.