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„Das Interesse am Studium in Deutschland ist sehr hoch.“

15.12.2015 Stefanie Lüdtke, Studienberaterin am Leuphana College, ist auf Einladung des Goethe-Instituts für zehn Tage nach Indien gereist, um dort auf den PASCH University Fairs angehenden Studierenden die Bachelorprogramme des Leuphana College vorzustellen. Im Interview erzählt sie, was indische Studieninteressierte an einem Studium in Deutschland und an der Leuphana interessiert und wie sie Indien erlebt hat.

Sie waren auf PASCH-Messen in vier indischen Städten, um das Leuphana College vorzustellen. Wie lief der Aufenthalt dort ab?
Es war je eine Messe in Neu Delhi, Kolkata, Chennai und Pune geplant. Aufgrund der Überschwemmungen in Chennai musste dieser Termin aber abgesagt werden. Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung, da am Tag der Messe bis auf weiteres der Flughafen gesperrt wurde und hunderte Menschen dort festsaßen. Durch diese Entwicklung haben wir einen zusätzlichen Tag in Kolkata und Pune gewonnen. Daher war das Pensum dann nicht mehr allzu eng getaktet, geplant war jeweils nachmittags Anreise, am Folgetag Messe und am Nachmittag des dritten Tages Weiterreise. Die Messetage waren so organisiert, dass jede der 10 beteiligten Hochschulen einen eigenen Stand sowie Unterstützung von einer Deutschlehrerin (in Delhi) bzw. DeutschschülerInnen (in Pune) bekam. Das war sehr hilfreich, um der großen Nachfrage an den Ständen zu begegnen. Zusätzlich gab es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen des DAAD und eines Vertreters der Studienkollegs sowie ein (Deutsch-)Quiz, an dem sich viele SchülerInnen beteiligten.

Wie war die Resonanz der indischen Studieninteressierten?
Das Interesse an einem Studium in Deutschland ist aus verschiedenen Gründen sehr hoch. Zum einen sind die Kosten für ein Studium in Deutschland im Vergleich zu England oder den USA sehr gering, zum anderen genießen das deutsche Bildungssystem und die damit verbundenen Berufschancen ein sehr hohes Ansehen in Indien. Dazu kommt, dass viele  der anwesenden Schülerinnen und Schüler Deutsch lernen, viele von Ihren waren bereits auf B1-B2 Niveau. Um einen Bachelor in Deutschland zu starten, muss erst ein einjähriges Studienkolleg absolviert werden. Aber mit dem Beginn eines Bachelorstudiums haben die Studierenden aus meiner Sicht eine größere  Chance, sich hier in Deutschland einzuleben und werden dann vielleicht eher sesshaft. Es ist schließlich aus unserer Sicht erstrebenswert, dass die Studierenden nach Ihrem Abschluss auch in Deutschland arbeiten.

Gab es einen Studiengang, der besonders gut aufgenommen wurde?
Generell war das Interesse an Ingenieursstudiengängen am größten, es gab aber auch regionale Unterschiede. In Neu Delhi waren z.B. auch  Wirtschaftswissenschaften gefragt, besonders natürlich unser englischsprachiges Angebot International Business Administration and Entrepreneurship. In Kolkata erkundigten sich viele SchülerInnen über  Medizin, Biotechnologie und Psychologie. Außerdem haben wir viel positives Feedback zum Studiengang der Umweltwissenschaften und unserer Fakultät Nachhaltigkeit bekommen, was zeigt, dass durchaus ein Bewusstsein für diese Themen vorhanden ist.

Standen Sie nur hinter Messeständen oder konnten Sie auch etwas vom Land sehen?
Durch die enge Taktung der Tage war unser Arbeitspensum recht hoch, durch den Ausfall der Messe in Chennai hatten wir aber auch die Möglichkeit, einen groben Eindruck von Land und Leuten zu gewinnen.  Besonders beeindruckt haben mich die vielen Menschen, die in Delhi auf Verkehrsinseln und in Kolkata auf den Straßen leben. Auch die vielen Kinder, welche in ärmlichsten Verhältnissen in Lärm und Dreck aufwachsen, haben mich sehr berührt. Natürlich haben wir auch viel Schönes gesehen, beeindruckende Tempel und Grabmäler zum Beispiel. Aber was in Erinnerung bleibt, sind vor allem die Menschen, wie z.B. eine Frau mit drei Kindern, die uns an einer Ampel stehend durch das Fenster unseres Taxis mit Gesten zu verstehen gab, dass sie Hunger hat. Ja, und der Verkehr war natürlich wahnsinnig, es herrschte ein kurioses Durcheinander. An einem Tag haben die Taxifahrer gestreikt, da sind wir mit der U-Bahn gefahren. Das war auch ein beeindruckendes Erlebnis.

Und wie haben Sie in der Leuphana Studienberatung entschieden, wer von Ihnen diese schöne Aufgabe der Indienreise übernimmt?
Lacht. Das Angebot der Reise kam ja sehr spontan. Tatsächlich haben wir es ausgelost.

Frau Lüdtke, vielen Dank für das Interview!

Autor: Jannik Böker (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de  geschickt werden.