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Bewegter Sommer: Allgemeiner Hochschulsport bietet 60 Sportarten und Testival an

07.04.2016 Der Frühling ist da; man will endlich raus in die Natur und etwas für sich und seine Gesundheit tun. Nächste Woche startet der Hochschulsport sein neues Programm für das Sommersemester. Das Angebot ist groß und richtet sich sowohl an Studierende als auch an Bedienstete der Universität. Der Hochschulsport bietet über 60 Sportarten aus den Bereichen Fitness, Groupfitness (Gym), Bewegungskünste, Gesundheitssport, Kampfsport, Kindersport, Natur- und Wassersport, Rückschlagspiele, Tanz und Teamsport an. Wer noch unsicher ist, welcher Sport der richtige ist, kann vom 11. bis 15. April beim Testival verschiedene Angebote ausprobieren.

Wir haben die Leiterin des Hochschulsports und zwei Kursleiter_innen zum neuen Kursangebot befragt. Im Interview erzählen sie, welche neuen Kurse in diesem Semester angeboten werden und geben Tipps, wie man die richtige Sportart für sich entdeckt.

Nora Wieneke und Kursleiter im Interview

Nora Wieneke leitet den Hochschulsport an der Leuphana. Ihr Team besteht aus vier Festangestellten, 20 studentischen Mitarbeiter_innen sowie zwei jungen Leuten, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Mit diesem Team holte die Universität im Februar Bronze beim bundesweiten Bildungsranking 2015 des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh), dem Dachverband der deutschen Hochschulsporteinrichtungen mit über 180 Hochschulen im Land. 

Frau Wieneke, weshalb ist die Leuphana bundesweit beim Hochschulsport so erfolgreich?

Nora Wieneke: Wir sind mit unserem studentischen und hauptamtlichen Personal im adh und im Hochschulsportverband Niedersachsen/Bremen stark vertreten und dadurch sehr gut vernetzt. Seit Jahren schicken wir Studierende in den Dachverband, damit sie dort ihre Kenntnisse einbringen und neue Erfahrungen mit an die Leuphana zurück bringen. In den letzten zwei Jahren hatten ein hauptamtlicher Mitarbeiter und eine studentische Mitarbeiterin (die jetzt hauptamtliche Hochschulsportmitarbeiterin an der FU Berlin ist) Vorstandsämter im adh inne. Dadurch waren wir auf noch mehr Tagungen des Dachverbandes vertreten, als sonst und haben das „Know- wow“ unseres Hochschulsports präsentiert, aber auch die Erfolgsrezepte der anderen studiert.
Unseren Trainerinnen und Trainern bieten wir sehr regelmäßig Fortbildungen an. Auch hier finden einige Veranstaltungen direkt an der Leuphana statt, was wiederum zu einem guten Austausch beiträgt und nachhaltig ist. Das gute Abschneiden beim bundesweiten Bildungsranking ist all diesen Aktivitäten zu verdanken. Wir freuen uns sehr über die Platzierung.

An welchen Fortbildungen nimmt denn das Team des Hochschulsports teil?

Nora Wieneke: Im sportpraktischen Bereich haben wir vor allem im Fitness und Groupfitnessbereich Teilnahmen zu Themen wie Slingtraining, Faszientraining, Yoga aber auch Stimmtraining. Obligatorisch ist die Auffrischung des Erste Hilfe-Trainings. Geplant sind Fortbildungen zu den aktuellen Formen des Functional Trainings und Bodyweighttraining.

Welche Rolle nimmt der Hochschulsport bei der Gesundheitsvorsorge an der Universität ein?

Nora Wieneke: Wir nehmen da eine sehr große Rolle ein, da wir 20-25 % der Hochschulangehörigen mit unsern Angeboten erreichen. Es gibt wöchentlich ca. 120 Veranstaltungen, ein hauseigenes Fitnessstudio und sogar eine Sauna. Außerdem haben wir spezielle Veranstaltungen wie die mobile Pause oder Entspannungstraining, die man nicht direkt bei Sport vermuten würde und die eine sehr gute Gesundheitsprävention darstellen können.

Wie kann man jetzt sein Leben einfach sportlich umgestalten?

Nora Wieneke: Das hängt ganz vom jeweiligen Typ ab, von seinen individuellen Vorlieben, Zielen und Erfahrungen. Meine Tipps sind: Zu zweit oder in der Gruppe geht es oft besser, denn dann wird man erwartet und die Termine klappen. Jede_r kann sich seiner elementaren Bewegungsfähigkeiten bedienen und „die Beine in die Hand“ nehmen, also Laufen oder Radfahren. Feste Zeiten sind unerlässlich, wenn der Sport ein Teil des Alltags werden soll. Das Wetter darf keine Ausrede sein und es muss Spaß machen!

Welche Trendsportarten gibt es derzeit und was bietet der Hochschulsport davon an?

Nora Wieneke: Verschiedene Formen des Functionaltrainings, TRX® Suspension Training, Bodyweight Training , High Intensity Training, Bouldern, Klettern. Wir haben sie alle im Programm.

Wie findet man bei über 60 Sportarten im Angebot die richtige?

Nora Wieneke: Wer noch nicht weiß, welcher Sport der Richtige ist, der kann in der zweiten Semesterwoche (11.4.-15.4.) kostenlos an allem teilnehmen, was angeboten wird und freie Plätze hat. Diese Woche nennen wir „Testival“ Sie ist eine Einladung zum „Schnuppern“. Außerdem beraten wir alle, die in das Studio 21 kommen gerne. Auch im laufenden Semester kann man noch in bestimmte Veranstaltungen einsteigen. Die kostenlosen Angebote sind immer und jederzeit offen.

Sportarten, die man als Kind gelernt hat, behält man die sein Leben lang? Hat unser Körper eine Art Langzeitgedächtnis für Bewegungsabläufe?

Nora Wieneke: Ja, es gibt ein Bewegungs-Langzeitgedächtnis. Bewegungsmuster, die man als Kind gelernt hat, bleiben in seinen Grundformen erhalten, auch wenn es sich nach langer Pause am Anfang erst einmal ungewohnt anfühlen kann. Dieses Gefühl vergeht nach kurzer Zeit und eine Vertrautheit in der Bewegung stellt sich in der Regel schnell wieder ein. Das gilt auch für koordinativ anspruchsvolle Sportarten wie Skifahren, Tennis oder Skateboardfahren.

Gibt es eigentlich Sportarten, die besonders Männern und andere, die eher Frauen liegen oder ist das eine Klischee-Vorstellung unserer Gesellschaft?

Nora Wieneke: Es gibt eine Klischee-Vorstellung, die man erklären kann, wenn man sich die geschichtliche Entwicklung des Sports ansieht. Der Sport war in seinen Anfängen nur den Männern vorbehalten und zwar Männern einer bestimmten Klasse. Man hatte anfänglich die Vorstellung, dass Sport den Frauen nicht gut tue und empfahl ihnen z.B. „spezifische, leichte Bewegungen“ und „kleinere Fußmärsche“. Als der Sport sich im 19. Jahrhundert sozial öffnete und demokratisch organisiert wurde, gab es in Europa Vereine, aber auch hier erst einmal solche nur für Männer oder nur für Frauen; sogar die Gymnastik und das Turnen war anfangs ausschließlich Männern vorbehalten. Das hat dazu beigetragen, dass heute bestimmte Klischeevorstellungen in der Gesellschaft existieren und dass z.B. Frauen in manchen Sportarten erst sehr spät angekommen sind, z.B. im Fußball und Klettern. Unbestritten sind die anatomischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die zu deutlichen Leistungsunterschieden führen. Deshalb ist es aus meiner Sicht beim Wettkampfsport gut und richtig, Männer- und Frauenwettbewerbe voneinander zu trennen.

Ich möchte alle neugierigen Menschen ermuntern, solche Sport- oder Bewegungsangebote auszuprobieren, die sie gerade „reizen“, auch wenn es gesellschaftlich gesehen nicht typisch für das eigene Geschlecht ist.

 

Vielen Dank an alle drei für das Interview!

„Ich habe ein generelles Interesse am Journalismus und auch am Bildungssystem in Deutschland. Josef Joffe ist als Herausgeber der Zeit ein sehr bekannter Journalist, der sich mit der liberalen Bildung für die Gesamtgesellschaft auseinandersetzt. Diese Kombination hat mich interessiert.“
Natalia Sophie, Studentin des Studium Individuale. 

Anne Epping und David Storek sind als studentische Mitarbeiter für das Kursprogramm des Hochschulsports mitverantwortlich. Im Interview erzählen sie unter anderem, welche neuen Kurse in diesem Semester angeboten werden und geben Tipps, wie man sich am besten zum regelmäßigen Sport motivieren kann. 

Wie seid ihr persönlich zum Hochschulsport gekommen?

David: Bevor ich in der Programmplanung gearbeitete habe war ich als Übungsleiter für eine Fußballgruppe beim Hochschulsport tätig.
Anne: Ich habe Tanz- und Gymkurse beim Hochschulsport besucht und dann stand auf dem Tresen, dass der HSS ein „Organisationstalent“ für den Programmbereich sucht. Ich hab mich einfach beworben und schon war ich mittendrin.

Wie wird man Kursleiter und welche Qualifikation muss man dafür mitbringen?

David: Wer Interesse an einer Kursleitertätigkeit hat, setzt sich am besten mit uns (hss-programm@leuphana.de) in Verbindung. Wir freuen uns immer über neue Übungsleitende beim HSS.
Anne: Welche Qualifikationen dafür benötigt werden ist unterschiedlich. Uns sind die Persönlichkeit und die Erfahrung unserer Übungsleitenden am wichtigsten.

Welche Kurse bietet ihr beide jeweils an und warum?

David: Fußball, einfach weil es geil ist!
Anne: Ich übernehme nur im äußersten Notfall Vertretungen im Gymbereich. Wenn das der Fall ist, gebe ich gerne ein Tabata, ein High Intervall Intensive Training.

Welche neuen Sportarten werden in diesem Sommersemester angeboten?

Anne: Neu in diesem Semester werden angeboten: Selbstverteidigung, Outdoor Tabata, TRX Suspension Training, Rope Skipping und der Body Weight Basic Workshop.

Für wen eignet sich die Schnupperwoche und wie läuft sie genau ab?

David: Die Schnupperwoche ist für jede_n der/die eine neue Sportart ausprobieren oder neu für sich entdecken möchte. Mit dem Testival wollen wir möglichst viele Studierende erreichen und auch die Unentschlossenen motivieren, Sport zu treiben.
Anne: Wer am Testival teilnehmen möchte kommt einfach ins Studio21 und meldet sich in unserer Geschäftsstelle an. Voraussetzung für die Teilnahme am Testival ist, dass es in dem jeweiligen Kurs noch Plätze gibt. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.

Wie finde ich bei der großen Auswahl den richtigen Sport für mich?

Anne: Einfach vorbeikommen, ausprobieren und sich begeistern lassen.

Was sind eure Programm-Highlights in diesem Sommersemester?

Anne: Da gibt es in diesem Semester einiges: die Campus-EM, den Paddel Saisonauftakt, das Hochschulsportfest, den Tanzabschlussabend, und die Wellenreit-Reise nach Frankreich.

Welche Kurse sind erfahrungsgemäß am schnellsten ausgebucht und wo gibt es in der Regel noch genügend freie Plätze?

David: Die Team- und Ballsportarten sind erfahrungsgemäß schon ein paar Minuten nach dem Anmeldestart ausgebucht. Nach dem erfolgreichen Tanzabschlussabend sind außerdem dieses Semester die Tanzkurse noch beliebter als die Jahre zuvor.
Anne: Wer ein breites Angebot haben möchte, sollte sich die Gymkarte kaufen. Da ist von A wie Aerobic – Y wie Yoga alles mit dabei. Außerdem sind meistens noch Plätze in eher unbekannten Kursen, wie zum Beispiel den Jongleuren, Breakdancern und den Bauchtänzern frei.

Worin liegen für Studierende die Vorteile beim Hochschulsport im Vergleich zu anderen Fitnessstudios?

Anne: Es gibt ein breites Angebot – da ist für jede_n etwas dabei! Definitiv auch die Lage auf dem Campus und damit die Möglichkeit vor, nach und zwischen zwei Veranstaltungen vorbei zu kommen.
David: Und unsere lockere, studentische Atmosphäre.

Habt ihr Tipps, wie man sich motivieren kann, um auch regelmäßig an den Kursen teilzunehmen?

Anne: Am besten verabredet man sich mit Freunden zum Sport. Das macht direkt mehr Spaß und man hat keinen Grund auf dem Sofa sitzen zu bleiben.
David: Außerdem kann man nach dem Workout unseren gemütlichen Wellnessbereich nutzen, um in der Sauna und im Saunagarten zu entspannen.


Kontakt

Nora Wieneke
Universitätsallee 1, C7.401
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1150
Fax +49.4131.677-1107
nora.wieneke@leuphana.de


Die Interviews führten Dörte Krahn (mit Nora Wieneke) und Carina Stelter (mit den Kursleitenden Anne Epping und David Storek), Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.