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Responsible University Symposium: Mehr Vertrauen in die Hochschulen

12.04.2016 Mit dem „Responsible University Symposium – Wege und Wirkungen zur Zusammenarbeit von Hochschule und Gesellschaft“ haben die Leuphana Universität Lüneburg und der Stifterverband deutschlandweit zu einem Expertinnenaustausch angeregt. Der Austausch fand zum Themenfeld Verantwortung von Hochschulen und Wissenschaft in Bezug auf gesellschaftliche Teilhabe in Forschung, Lehre und Transfer statt. Welche Verantwortung Hochschulen in unserer Gesellschaft heutzutage tragen und übernehmen können, diskutierten rund 100 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure wie auch Studierende am 7. April 2016 auf dem Symposium.

Verantwortung kann nur gemeinsam mit der Gesellschaft übernommen werden

Präsident Spoun setzte gleich zu Beginn der Veranstaltung den Rahmen für anstehende Diskussionen: „Responsible University meint daher nicht, dass die Universität für irgendetwas die alleinige Verantwortung übernimmt. Es meint, dass sie gemeinsam mit anderen, die außerhalb der Universität stehen, Verantwortung übernimmt und gemeinsam mit anderen an Lösungen arbeitet, um Probleme wie Klimaerwärmung, Krieg und Armut in den Griff zu bekommen. Es geht für die Universität einerseits darum, die Verantwortung zu übernehmen und andererseits darum, Andere mit in die Verantwortung zu nehmen, das heißt, sie zu beteiligen.“

In den Hochschulen den gemeinsamen Aspekt des Vertrauens schaffen

In der darauffolgenden Podiumsdiskussion forderten Wissenschaftler_innen und Verantwortliche aus der Expertenkommission zur Evaluierung der Exzellenzinitiative, dem Konstanzer Wissenschaftsforum, der Stiftung Mercator und der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende die Gesellschaft und Politik auf, mehr Vertrauen in die Wissenschaft und Hochschulen zu setzen, um sich für die Gesellschaft zu öffnen.

Dazu sagte Professor Mittelstraß vom Konstanzer Wissenschaftsforum: „Ich erlaube mir nach wie vor den idealistischen Blick auf die Universität. Wenn sie sich richtig versteht, wenn sie es fertig bringt – und da scheinen sie hier an der Leuphana bereits ziemlich weit zu sein -, einen gemeinsamen Willen auszubilden, dann bewirkt dies auch eine gemeinsame Sicht auf Lehre, Forschung und Transfer. Es lohnt sich für die Universität, an dieser sehr individualisierten Frage der Vertrauensbildung zu arbeiten, um sich dann den größeren Problemen zu stellen, etwa dem, wie es um das Vertrauensverhältnis zwischen Universität und Gesellschaft steht. Die Hochschulen werden nur weiter kommen, wenn sie es schaffen, in ihren eigenen Einrichtungen wieder einen gemeinsamen Willen, und damit auch eine tragfähige Vertrauensbasis, zu realisieren."

Am Nachmittag wurden in den Workshops Beispiele von Hochschulen und Institutionen mit Praxis- und Gesellschaftsbezug vorgestellt sowie Voraussetzungen und Methoden diskutiert, wie der Austausch zwischen Hochschulen und Gesellschaft in Forschung, Lehre und Transfer initiiert und gefördert werden kann. So wurden zum Beispiel im Workshop „Forschung & Gesellschaft“ Methoden der transdisziplinären Forschung und Transparenz in der Forschung mit Bezug auf die gesellschaftliche Teilhabe sowie europäische Projekte und Instrumente zu „Responsible Research and Innovation (RRI)“ und „New Understanding of Communication, Learning and Engagement in Universities and Scientific Institutions (NUCLEUS)” vorgestellt. Exemplarisch für die insgesamt vier Workshops ist „Lehre & Gesellschaft“, in dem das Leuphana Semester mit der Startwoche und der Konferenzwoche als besondere Lehrformate an der Leuphana mit den Teilnehmenden erörtert wurden. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, welche Räume die Leuphana in diesen und mit weiteren Lehrformaten eröffnen kann, um die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft zu reflektieren. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein Einblick in die Arbeiten und Fortschritte internationaler Akteure und Ansätze zum Thema gewährt. Dazu berichteten Frau Dr. Céline Loibl, Programmleiterin der Initiative Responsible Science und Sparkling Science des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, sowie Paul Manners, Direktor des National Co-ordinating Center for Public Engagement in Großbritannien über ihre Erfahrungen zu Responsible Science und Public Engagement.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Stifterverbandgeförderten Initiative „Campus & Gemeinwesen“. In diesem Rahmen erarbeiten die Leuphana und fünf weitere ausgewählte Hochschulen Maßnahmen zur Unterstützung zivilgesellschaftlichen Transfers.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Kontakt

Andrea Japsen
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Redakteur: Martin Gierczak, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.