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Wie politisch können Festivals sein? Das Coraci–Festival legt Wert auf respektvollen Umgang miteinander

25.05.2016 Am 21. Mai fand bereits zum siebten Mal das coraci-Festival (ehemals Sonar-Festival) an der Leuphana statt. Organisiert wurde das Festival überwiegend vom Studierendenparlament (StuPa) und dem Anti-Rassismus-Referat des AStA (AntiRa). Bereits im Vorfeld – wie auch am Festivaltag selbst – gab es Workshops und Diskussionen rund um die Frage nach einem respektvollen Umgang miteinander. Live-Musik sowie ein sportliches und kulturelles Programm sorgten am Samstag für ein entspanntes Festival-Feeling.

Beim coraci-Festival ist der Name Programm: Ein Festival „contre le racisme“, also gegen Rassismus. Der Eintritt war frei, manche Besucherinnen und Besucher kamen ganz spontan, um das Rahmenprogramm oder einfach das gute Wetter zu genießen. Somit ergab sich ein bunt gemischtes Publikum, das friedlich zusammen feierte. Das coraci wurde seinem Motto humanité, diversité, solidarité absolut gerecht und schaffte es trotz des ernsten politischen Hintergrundes seine Leichtigkeit zu bewahren.

Das Festival finanziert sich durch den Getränkeverkauf sowie durch Gelder aus der Studierendenschaft, dem Gleichstellungsbüro der Universität Lüneburg und weiteren Spendengeldern. Überhaupt ermöglichte erst die Solidarität aller Beteiligten dieses Event. Alle Organisator*innen und Helfer*innen arbeiteten unentgeltlich, die Künstler*innen und Referent*innen erhielten lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung, sodass die gute Sache und der Spaß bei allen im Vordergrund standen.

Mehr als zehn verschiedene Organisationen und Institutionen waren auf dem coraci vertreten, um mit Aktionen über ihr Engagement aufzuklären. So hatte zum Beispiel das AStA-Referat QuARG eine Leinwand mit der Frage „Wie weiblich oder männlich bist du?“ aufgestellt. Auf der linken Seite befand sich das Gender-Symbol für das weibliche Geschlecht und auf der rechten Seite das Symbol für das männliche Geschlecht. Mit Graffiti Spraydosen konnten Besucher*innen markieren, wo sie sich selbst einordnen würden. Am Ende war die ganze Wand bunt und die Symbole nicht mehr zu erkennen. Ziel der Aktion war es, zu zeigen, dass soziale Geschlechterrollen letztlich unwichtig sein sollten.

EliStu, die Beratungsstelle für Studierende mit Kind an der Leuphana, sorgte mit einem Kinderschminken bei den jüngeren Festivalbesuchern für Begeisterung. Auch die Flüchtlingssituation war ein Thema beim diesjährigen coraci und wurde durch die amikeco Willkommensinitiative e.V. Lüneburg, die No Boder Academy und Lüneburger Gruppe „Jugend für Flüchtlinge“ vertreten.

Mittelpunkt des coraci war die Bühne, auf der es Musik aus unterschiedlichsten Genres von Funk&Soul über Punk und Reggae bis Hip Hop zu hören gab. In der Campushalle gab es auch in diesem Jahr wieder ein Fußballturnier. Um die Bühne herum verteilten sich die Initiativen mit ihren Ständen, während es sich die Besucher auf der Spielwiese mit veganem Döner und anderen Snacks gemütlich machten und der Musik lauschten.

Auf der Bühne begeisterte unter anderem Sängerin, Rapperin und Poetry Slammerin Finna ("Musik ist Politik“) die Besucher. Sie selbst engagiert sich als Queerfeministin unter anderem gegen Sexismus und Rassismus. Die Punkband Plastic Propaganda aus Hamburg passte mit ihren gesellschafts- und politikkritischen Texten ebenso perfekt ins Festival-Line-Up. Für alle Nachtschwärmer gab es noch eine Aftershow Party auf dem Campus, bei der zu Electro und House weitergefeiert wurde.



Autorin: Carina Stelter (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.