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Bankentag 2016: Banken und Sparkassen stellen sich der Digitalisierung

09.06.2016 Lüneburg. Das schnelle Voranschreiten der Digitalisierung fordert die Bereitschaft zu Innovationen von Banken, Sparkassen und Direktbanken. Sie müssen Prozesse, Produktangebote und ganze Geschäftsmodelle anpassen und weiterentwickeln. Beim diesjährigen Bankentag der Leuphana Universität Lüneburg beschäftigten sich Vertreter von Bankenaufsicht, Banken, Sparkassen, einer Direktbank und eines FinTech-Unternehmens mit dem Megatrend der „Digitalisierung in der Kreditwirtschaft“. Mehr als 130 Teilnehmer waren der Einladung von Prof. Dr. Ulf G. Baxmann und Prof. Dr. Heinrich Degenhart vom Institut für Bank-, Finanz- und Rechnungswesen gefolgt.

Über die Konsequenzen der Digitalisierung für Banken und die Bankenaufsicht sprach Dr. Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. Er sah vor allem die Geschäftsleitungs- und Vorstandsebene gefordert, eine ‚digitale Strategie’ verantwortungsbewusst zu verfolgen. In Zeiten der Cyberkriminalität komme dabei der IT-Sicherheitskultur innerhalb der Unternehmen eine besondere Bedeutung zu.

Thomas Ullrich, Vorstandsmitglied der DZ Bank AG, nannte Erfolgsfaktoren für das notwendige Innovationsmanagement angesichts des digitalen Wandels. Kundenfokussierung, Kooperationsbereitschaft und die Entwicklung technologischer Lösungen stehen für ihn im Vordergrund.  Ähnlich sah das Dr. Christoph Samwer, Geschäftsführer der Lendico Global Services GmbH. Der Mitgründer dieses FinTech-Unternehmens verwies zudem auf die großen Vorteile etablierter Unternehmen im Bankensektor. Sie verfügten über eine gute Kunden- und Kapitalbasis und könnten durch Prozessoptimierung, Risikoanalyse und -minimierung beste Voraussetzungen für die Anpassung an das digitale Zeitalter schaffen.

Der Kunde informiere sich zwar digital, wolle jedoch weiterhin in einer Bankfiliale abschließend beraten werden, ist Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der der Sparkasse Holstein, überzeugt. Aus Sicht der Sparkassen sei aber eine Ausweitung der Online-Kommunikation ebenso notwendig wie das Angebot entsprechender digitaler Produkte, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren. Kai Friedrich, CEO Consorsbank und DAB Bank, sieht die Direktbanken als Profiteure des Megatrends, denn sie können schon jetzt mit guten Zuwachsraten und geeigneten Online-Produktangeboten punkten.  

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden mit dem mittlerweile 16. Norddeutschen Bankentag. Die stets hohen Teilnehmerzahlen werten sie als Beleg dafür, dass sich das dialogorientierte Konzept der Veranstaltung bewährt hat. Sie dankten dem „FörderVerein Bank- und Finanzwirtschaft e.V. (FVBF)“ für seine Unterstützung.