Meldungen aus der Universität

Die Preisverleihung zum „Ort im Land der Ideen 2016“ – Nachhaltige Entwicklung für Lüneburg

20.10.2016 Die Leuphana war 2016 zum achten Mal nacheinander im Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ erfolgreich – diesmal mit dem Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+. Durch das Projekt hat Lüneburg die Chance, eine Vorreiterrolle in der Nachhaltigen Entwicklung unter Deutschlands Städten einzunehmen. Am 17. Oktober 2016 wurde der Preis nun auf dem Universitätscampus verliehen. Bei der Verleihung würdigten Preisgeber sowie viele Festredner das große Engagement der Projektbeteiligten. Beispielhaft präsentierten sich einige nachhaltige Visionen für 2030 in Lüneburg.

Prof. Dr. Daniel Lang, Philipp Klotz, Prof. Dr. Sascha Spoun, Prof. Dr. Ulli Vilsmaier, Lars Volkmann und Markus Moßmann bei der Preisverleihung.

Die Visionen für Lüneburg – einige Ideen stellten sich vor

Sven Prien-Ribcke

Prof. Dr. Vicky Temperton, Professorin für Ecosystem Functioning and Ecosystem Services, leitete ein Seminar zum Thema Stadtökologie und Biodiversität. Die Studierenden untersuchten, wie die biologische Vielfalt erhalten und gefördert werden kann, trotz der Zuwanderung in die Städte und der damit verbundenen Notwendigkeit von mehr Wohnraum. Die Studierenden entwickelten die Idee, die vorhandenen Grüngürtel umzugestalten und zu erweitern. Auch der Einsatz von Robotern zur Bewässerung der Grünflächen und die Bildung eines Bürgerforums gehörten zu den Vorschlägen.

Tom Schmidt

Am Institut für Ethik und transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung entwickelten Bachelor-Studierende das Projekt „Lünefood“. Dies wird jetzt von Studierenden des Masters Nachhaltigkeitswissenschaften fortgeführt. Untersucht wird die Frage, inwieweit ein Ernährungsrat und ein entsprechendes Netzwerk Potentiale für ein nachhaltiges Ernährungsprojekt in der Stadt fördern kann. „Lüneburg hat die Chance, Vorreiter auf diesem Gebiet zu werden“, erklärte die Masterstudierende Maud Vogel. „Das ist eine Chance, die genutzt werden sollte.“

Unter der Leitung von Sven Prien-Ribcke, Koordinator des Studienprogramms „Wissenschaft trägt Verantwortung“, gingen Studierende der Frage nach, ob Demokratie in der Lage ist, die Herausforderung der nachhaltigen Entwicklung zu bewältigen. Um dies umzusetzen, haben die Studierenden ein Konzept entwickelt, das unter anderem einen „Zukunftsrat“ in der Stadt vorsieht, der ergänzend zu vorhandenen Institutionen agiert, von der Bevölkerung gewählt wird, und ein Vetorecht inne hat „Wir haben heute noch die Chance, 2030 zu gestalten“, erinnerte Prien-Ribcke die Anwesenden.

Vicky Temperton

Tom Schmidt, der am Leuphana College das Studium Individuale studiert, stellte die Vision einer Lüneburger Willkommenskultur vor. Die Frage, wie die Universität für Geflüchtete geöffnet werden kann, stand dabei im Mittelpunkt. Das Ergebnis wurde als Weg mit vielen Hürden visualisiert, den Geflüchtete gehen müssen. Die Studierenden stellten fest, dass es zwar viele Angebote für, aber nicht mit den Geflüchteten gibt, und dass unter den Akteuren zu wenig Austausch stattfindet.

Maud Vogel

Und das sagen die Projektpartner und Förderer


Die Stadt
Stadtrat Markus Moßmann, der stellvertretend für Oberbürgermeister Ulrich Mädge sprach, war erfreut, dass Lüneburg sich in den Kreis der Preisträger einreihen darf. „Seitens der Stadt können wir es nur begrüßen, uns bedanken, und loben, dass sich die Leuphana für den Preis beworben hat“, so Moßmann. Er stellte außerdem den maßgeblichen Anteil an von Studierenden an der Entwicklung der Projekte heraus. „Die gute Zusammenarbeit von Universität, Zivilgesellschaft und Verwaltung ist etwas, worauf wir stolz sein können.“ Dr. Karl-Heinz Rehbein, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt Lüneburg, freute sich über die Mitentwicklung der Projekte und auf die Fortsetzung des Projekts „Lünefood“. „Gerade in Zeiten des Überflusses sind Projekte, die sich mit der vollständigen Verwertung von Lebensmitteln beschäftigen, interessant.“

Der Verein
Susanne Puschmann vom Verein Technik Umwelt Natur e.V. - T.U.N.  nannte die Visionen der Studierenden erfrischend und wichtig für die Zukunft. „Man darf vor einer Herausforderung nicht zurück schrecken, sondern sollte sie annehmen.“

Sascha Spoun

Die Universität
„Mit den Projekten, die dieses Jahr entwickelt wurden, haben Studierende Initiative ergriffen und mitgeholfen, Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis zu bauen“, erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Sascha Spoun. „Es ist wichtig, dass man auch dem, was nur in der Verbindung von Theorie und Praxis entstehen kann, eine Chance gibt.“ Er lobte den Mut der Stadt, sich von Studierenden beraten zu lassen.

Förderer
Die Deutsche Bank ist Förderer des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Lars Volkmann, Filialdirektor der Deutschen Bank in Lüneburg, nannte die Beispiele beeindruckend und stellte gleichzeitig heraus, wie wichtig die Förderung solcher Projekte ist. „Die Projekte beschreiten neue Wege und zeigen, dass Vernetzung und Zusammenarbeit wichtige Erfolgsfaktoren sind.“ Man müsse die Menschen ermutigen, ihre Zukunft zu gestalten und Aufmerksamkeit für neue Ideen schaffen.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Daniel J. Lang
Scharnhorststr. 1, C11.210f
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1678
daniel.lang@uni.leuphana.de

Prof. Dr. Ulli Vilsmaier
Scharnhorststr. 1, C40.528
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-2028
Fax +49.4131.677-1713
vilsmaier@leuphana.de


Redaktion: Morgaine Struve und Dörte Krahn, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.