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Studierende sammeln mit Adventskalender Spenden für gemeinnützige Projekte in Lüneburg

16.11.2016 Unter dem Motto "Advent, Advent, ... ich glaub, ich spend’!" hat die studentische Initiative enactus e.V. dieses Jahr zum ersten Mal einen Adventskalender - den Lünender - herausgebracht. Hinter den Türchen finden sich nicht die klassischen Schokoladenstückchen, sondern 24 gemeinnützige Projekte und Organisationen. Der Kalender kostet 19,90€ und kann auf der Website des Lünenders bestellt oder im Einzelhandel erworben werden. Im Interview erzählen Sebastian Reimann und Sarah Hammer aus der enactus Projektgruppe „Lünender“ von der Idee, der Entwicklung und dem Konzept des Adventskalenders.

Sie sind eine gemischte studentische Gruppe. Warum engagieren Sie sich auf diese Weise?
Sarah Hammer: Wir sind sechs Leute im Mikroprojekt Lünender und haben alle erst vor einem Jahr angefangen, an der Leuphana zu studieren – eine ist jetzt also im dritten Master-, wir anderen im dritten Bachelorsemester. Ich habe mich damals auf dem Markt der Möglichkeiten über verschiedene Initiativen informiert und mich hat das Konzept von enactus direkt angesprochen. Auf dem folgenden Infoabend wurde dann unter anderem auch die Idee des Lünenders vorgestellt, die ich gut fand. Wir haben uns dann alle erst mal gefragt, wie man so etwas organisiert, aber jetzt ist mit dem Lünender etwas Tolles daraus entstanden.

Sebastian Reimann: Es gibt sehr viele Initiativen an der Leuphana, und ich wollte mich auch in einer engagieren. Es ist eine tolle Möglichkeit, sich auszuprobieren, und man hat nichts zu verlieren – wenn es trotz aller Anstrengung nicht klappt, dann hat das keine negativen Auswirkungen auf mein Studium. Es macht Spaß, sich zu überlegen, wie man die vielen schönen Projekte in Lüneburg bekannter machen und vernetzen kann. Insgesamt hat es etwa ein Jahr gedauert, das alles zu organisieren – das war zwischendurch schon stressig, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Uns war es wichtig, Projekte aus Lüneburg und der Region vorzustellen. Diese sind auch auf unserer Website aufgelistet. Das erhöht auch die Transparenz, wohin das gespendete Geld fließt.

Könnte man nicht einfach der Organisation spenden, die man sich aussucht?

Sebastian Reimann: Das könnte man machen, ja. Das Besondere am Lünender ist ja aber gerade, dass man sich nicht für eine bestimmte Organisation entscheiden muss, für die man spendet. Der Lünender ist also auch etwas für Unentschlossene. Außerdem werden mit dem Kauf des Kalenders nicht nationale oder globale, sondern regionale Projekte gefördert. Neben der finanziellen Unterstützung, die aus dem Verkauf entsteht, steigt darüber hinaus der Bekanntheitsgrad der Organisationen. So überlegen sich vielleicht einige, sich bei den Projekten zu engagieren.

Sarah Hammer stellt den Ansatz der Regionalität bei der Entwicklung und Umsetzung des Lünenders heraus.

Sarah Hammer: Besonders freut uns, dass wir so eine große Bandbreite an Organisationen gefunden haben. Von Projekten mit Tieren und Naturschutz bis hin zu gesellschaftlichen Projekten ist fast alles vertreten.

Sebastian Reimann erklärt den Spenden-Adventskalender "Lünender".

Sarah Hammer: Die Regionalität war uns bei der Entwicklung und Umsetzung des Lünenders besonders wichtig. Die Künstlerin Karin Greife, die das Design für den Kalender entworfen hat, ist Lüneburgerin und studierte Kulturwissenschaften an der Leuphana. Außerdem haben wir mit der umweltfreundlich arbeitenden, lokalen Druckerei Buchheister zusammengearbeitet. Und die Projekte, die in dem Kalender vorgestellt werden, stammen alle aus Lüneburg und der Region. Denn obwohl Lüneburg ja eine eher kleine Stadt ist, gibt es viele tolle Möglichkeiten, sich zu engagieren – darauf wollen wir aufmerksam machen. Wir haben sogar schon größere Anfragen von zwei Unternehmen bekommen, die den Lünender als Geschenk an ihre Mitarbeiter weitergeben wollen.

Wie kamen Sie auf die ausgewählten Organisationen?

Sebastian Reimann: Wir haben zunächst überlegt, welche Organisationen wir schon kennen, und bei denen angefragt, ob sie Interesse hätten, an dem Projekt mitzuwirken. Die meisten Organisationen waren von der Idee begeistert – denn für die ist es nur wenig Aufwand, uns ein Foto zur Verfügung zu stellen und einen kurzen Text über sich und die Arbeit zu schreiben, allerdings hat das Projekt durch die Reichweite eine große Wirkung. Außerdem erschien im Juni 2016 ein Artikel über unser Projekt in der Landeszeitung, in dem wir den Prototyp des Lünenders vorgestellt und einen Aufruf an Organisationen gemacht haben, sich bei uns zu melden. Das hat gut geklappt; im weiteren Verlauf haben sich dann auch kleine Organisationen an uns gewandt, die wir noch gar nicht kannten, und so mit in den Kalender aufnehmen konnten.

Behalten Sie selbst etwas von den Einnahmen?
Sebastian Reimann: Nein, wir arbeiten ehrenamtlich, daher behalten wir nichts von den Einnahmen des Verkaufs. Dass wir von den 19,90 Euro, die der Kalender kostet, insgesamt nur 12 Euro spenden, liegt daran, dass wir unsere Vertriebs- und Produktionskosten decken wollen. Mit 400 Exemplaren haben wir eine vergleichsweise kleine Auflage, daher sind die Druckkosten etwas höher. Bisher haben wir bereits 140 Exemplare verkauft, das freut uns natürlich.

Was versteckt sich hinter den Türchen?

Sarah Hammer: Die Türchen sind den Organisationen nach dem Zufallsprinzip zugeteilt worden – es versteckt sich also nicht an den Adventssonntagen oder an Nikolaus eine große Organisation. Ein Projekt hat beispielsweise mit der Lüneburger Heide und dem Schutz und Erhalt ihrer Naturvielfalt zu tun.

Sebastian Reimann: Ein anderes Projekt hilft körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen, indem sie Therapiestunden mit Pferden und einem ausgebildeten Tiertrainer vermitteln.

Wollen Sie das Projekt nächstes Jahr nochmal machen?

Sebastian Reimann: Ja, wir würden das Projekt gerne weiterführen. Wir erhoffen uns, dass durch die positive Resonanz dieses Jahres der Lünender nächstes Jahr einen höheren Bekanntheitsgrad hat und vielleicht sogar Organisationen auf uns zukommen und sich beteiligen möchten. Wenn dann sogar mehr Bewerber zusammenkommen als Türchen zur Verfügung stehen, müssten wir dann eine Auswahl treffen um so eine möglichst große Vielfalt zu erhalten. Wenn wir eine höhere Auflage haben, sinken die Druckkosten und es könnte mehr Geld an die Organisationen gespendet werden.

Vielen Dank für das Interview!

Der Lünender ist für 19,90€ noch bis 30.11. im Einzelhandel –bei Edeka Bergmannn, hier&heute, unibuch, Bekleidungsraum, im Pons oder der Buchhandlung am Lambertiplatz –erhältlich und auf der Lünender-Website bestellbar.

Ein Projekt der Studentischen Initiative
Enactus Lüneburg

D.S.I. Leuphana Universität Lüneburg
Scharnhorststraße 1
21335 Lüneburg
Luenender@gmx.de
luenender.jimdo.com


Redaktion: Dörte Krahn und Morgaine Struve, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.