Meldungen aus der Universität

Studentische weihnachtliche Spendenaktion "Schenken mit Sinn"

06.12.2016 Am 30.11.2016 verbreitete die studentische Initiative des International Non-Profit Networks (INPN) für Entwicklungszusammenarbeit im Hörsaalgang mit winterlicher Dekoration und selbstgebackenen Köstlichkeiten vorweihnachtliches Flair. Ziel der Weihnachtsaktion war es unter dem Motto „Schenken mit Sinn“ auf das Ernährungsprogramm „NutriAcción“ für indigene Kleinkinder in Guatemala aufmerksam zu machen und Spenden sowie Kinderpatenschaften zu generieren.

Die im April 2016 gegründete Hochschulinitiative INPN hat sich als Ziel gesetzt, Projektideen, die in Seminaren der Leuphana Universität entworfen werden, aufzufangen, zu verwirklichen und teilweise auch über die eigene Studiendauer hinaus weiter zu verfolgen. Mittlerweile besteht die Initiative aus fast 20 aktiven Mitgliedern. Die meisten von ihnen besuchten das Seminar „Social Entrepreneurs – Entwicklungszusammenarbeit zum Anfassen“ im Komplementärstudium oder im Leuphana Semester.

Das Projekt „NutriAcción“ unterstützt Familien in Guatemala

Eines dieser an der Universität erarbeiteten Projekte ist die Entwicklungszusammenarbeit mit einem Ernährungsprogramm für indigene Kleinkinder in Rabinal, Guatemala. „Dass dort jedes zweite Kind mangelernährt ist und keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hat, da die Beziehung zwischen den Guatemalteken und den Maya-Völkern immer noch sehr angespannt ist, ist den meisten Menschen hier gar nicht bekannt“, erklärt Jasmin Mena, die an der Leuphana Umweltwissenschaften studiert und eine der Initiatorinnen des Guatemala-Projektteams ist.
Vor Ort agiert ein Team aus Sozialarbeiter_innen und Ernährungsberater_innen, das fünf Gemeinden um Rabinal betreut und dabei rund 100 Kinder monatlich untersucht.
Darüber hinaus erhalten die Mütter der Kinder eine individuelle Beratung bezüglich des Gesundheitsstandes ihres Kindes sowie wertvolles Amaranthmehl und Nährstoffpräparate, um diese in die tägliche Nahrung einzubringen und so ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Damit dieses Konzept auch wirklich praktisch funktioniert, werden die Mütter zudem in Koch- und Hygienekursen geschult und lernen Amaranth selbst anzubauen und zu ernten. „Gerade das ist das Besondere an diesem Projekt“, hebt Charlotte, Mitglied der Initiative, hervor, „es bildet auch die Mütter fort und schult den Nachhaltigkeitsaspekt der Selbstversorgung.“ 
Alle zwei Monate findet zudem vor Ort in Guatemala ein Aktionstag statt, um die dort lebende Bevölkerung ebenfalls für ausgewogene Ernährung zu sensibilisieren und Einnahmen durch den Verkauf von selbst angebauten Amaranthprodukten für die Projektfortführung zu erzielen.

Die Weihnachtsaktion „Schenken mit Sinn“ 

Um auch in der Lüneburger Studierendenschaft Bewusstsein für „NutriAcción“ zu schaffen, versetzte die Projektgruppe den Hörsaalgang mit Kerzen, selbstgebackenen Keksen, gebrannten Mandeln und veganen Leckereien in eine stimmungsvolle, weihnachtliche Atmosphäre. Durch die Vergabe von Gebäck, Postkarten, projektbasierten Fotokalendern und der Möglichkeit der Übernahme einer Kinderpatenschaft klärte das Projektteam über die Gegebenheiten in Guatemala auf und generierte Spendengelder, die transparent behandelt und zu 100% in das Projekt nach Guatemala gehen werden. 
Besonders am Herzen liegt der Initiative hierbei das Patenschaftsprogramm, durch das jede_r die Möglichkeit hat für 60,-€ im Jahr einem Kind eine 12 monatige Projektteilnahme und Verpflegung zu ermöglichen. Als Dankeschön erhält der Pate/die Patin im Gegenzug einen Brief von der Familie und wird über die Entwicklung des Kindes auf dem Laufenden gehalten. Studierende können eine Patenschaft für 30,-€ jährlich erwerben. Den fehlenden Betrag übernimmt dann die INPN Initiative, die auch durch viele weitere Aktionen Spenden akquiriert. 

Jasmin Mena berichtet von der Idee des Ernährungsprojekts für indigene Kleinkinder.
Dank des NutriAcción-Projekts können bereits rund 100 Kinder ausgewogen ernährt werden.

 Mit Herzblut und Engagement für leuchtende Kinderaugen

Dass den Beteiligten aus Lüneburg das Projekt sehr am Herzen liegt, wird vor allem daran deutlich, mit welcher Hingabe sie sich für eine Verbesserung der Umstände in Rabinal einsetzen. „Ich war selbst in Guatemala und habe mich sofort in das Land verliebt, aber gleichzeitig auch erfahren, wie eintönig die Ernährung dort ist“, erklärt Inga ihre Motivation. Wie wichtig eine ausgewogene Lebensweise ist, und wie privilegiert wir uns in Deutschland fühlen dürfen, weiß auch Nicola, die im Leuphana Semester ein Seminar zu dieser Problematik besuchte und sich deshalb entschloss, sich zu engagieren. 
Durch den engen Kontakt zu den Sozialarbeiter_innen in Rabinal wird allen Beteiligten deutlich, wie passioniert dort gearbeitet wird und auf wie viel Dankbarkeit die Unterstützung aus Deutschland trifft. „Es steckt mehr hinter diesem Projekt als „nur“ das Wohl des Kindes. Es setzt auch an der Lebensgestaltung der Familien an und ermöglicht langfristig den Erhalt der indigenen Maya Kultur an“, fasst Jasmin Mena „NutriAcción“ lächelnd zusammen.
Das Projektteam von NutriAccion ist auf dem Enactus Weihnachtsmarkt am 13.12. im Hörsaalgang.


Ein Projekt der Studentischen Initiative
International Non-Profit Networks (INPN)

D.S.I. Leuphana Universität Lüneburg
Scharnhorststraße 1
21335 Lüneburg
nutriaccionguatemala@gmail.com
siinpn@leuphana.de

 

 


Redaktion: Ann Cathrin Frank und Martin Gierczak, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.