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Auszeichnung der Leuphana als gründungsfreundlichste Hochschule: Interview mit Mark Euler

22.02.2017 Zum dritten Mal in Folge belegte die Leuphana den ersten Platz beim Gründungsradar, dem Ranking des Stifterverbandes. Im Interview berichtet PD Dr. Mark Euler, Projektleiter des Gründungsservice-Projektes "EXIST 4", von der Auszeichnung und dem Entrepreneurship an der Leuphana.

Das Team des Grundungsservice: Adalbert Pakura, Rebecca Funken, Maik Fischer, Tatjana Timoschenko, Antonieta Alcorta de Bronstein, Mark Euler und Carsten Wille (v.l.n.r.).

Herzlichen Glückwünsch, Herr Euler: Die Leuphana hat zum dritten Mal in Folge den ersten Platz im Gesamtranking des Stifterverbandes Gründungsradar belegt. Wie fühlt es sich an, erneut die Spitze zu sein?

Wir freuen uns natürlich sehr darüber, denn es zeigt, dass wir mit unserem Ansatz auf dem richtigen Weg sind und sich die Leuphana als Entrepreneurship- Universität fest in der deutschen Gründungslandschaft etabliert hat. Es ist eine großartige Anerkennung der gemeinsam geleisteten Arbeit der letzten Jahre.

Was ist der Gründungsradar und was genau misst er?

Der Gründungsradar baut auf dem vorherigen Ranking „Gründungsfreundliche Hochschule – Vom Student zum Unternehmer" auf und misst nicht nur die reinen Ausgründungszahlen einer Hochschule, sondern auch die Verankerung des Themas in der Hochschule, die Sensibilisierungsmaßnahmen für das Thema, die Unterstützung für Gründungsinteressierte beziehungsweise Startups sowie die Gründungsaktivitäten. Tatsächlich ist es so, dass dieses Mal ein Zusammenrücken der Hochschulen in den Ergebnissen festgestellt werden konnte. Alle Hochschulen haben also ihre Anstrengungen erhöht. Wie wir auch aus anderen Studien und Gesprächen erfahren haben, sind die Bemühungen der Erstplatzierten im Gründungsradar dabei immer auch Ansporn und Inspiration für andere Hochschulen, was uns besonders freut, da wir eben einen besonderen Entrepreneurship Ansatz verfolgen.

Was macht die Leuphana anderes? Was ist das Erfolgsrezept und wer steht dahinter?

Das Besondere ist, dass wir unter Entrepreneurship nicht nur die Gründung eines profitorientierten Unternehmens, sondern eine Handlungskompetenz verstehen. Das heißt, wir möchten Studierende und Mitarbeiter_innen dabei unterstützen, eigene Ideen zu entwickeln und sie auch umzusetzen, egal ob es sich um eine Geschäftsidee, ein soziales Projekt, eine Initiative et cetera handelt. Dabei kann ein Startup entstehen, eigene Projekte eines/r Arbeitnehmer_in in einem Unternehmen realisiert oder die eigene Idee für die Berufslaufbahn verfolgt werden. Diese Denkweise wiederum haben wir in den letzten Jahren als Querschnittsthema in der gesamten Universität etablieren können. Hierfür ist zum Einen das Präsidium beziehungsweise der Vizepräsident für Entrepreneurship auf der hochschulpolitischen Seite und der sogenannte Entrepreneurship-Hub als zentrale Arbeitseinheit auf der organisatorischen Seite verantwortlich. Darüber hinaus gibt es aber viele Akteure auf allen Ebenen und in allen Fakultäten: zum Beispiel vier Entrepreneurship-Professuren, den SocialChangeHub oder auch die studentische Initiative StartersLab.

Eines der wichtigsten Projekte in Bereich Entrepreneurship an der Leuphana ist das von Ihnen entwickelte und geleitete Projekt: „EXIST 4 – Leuphana 2020. Humboldt plus Schumpeter“. Warum brauchen wir diese Kombination, Humboldt plus Schumpeter, in der Hochschule?

Die Leuphana versteht sich als humanistische, nachhaltige und handlungsorientierte Universität, die selbständige Persönlichkeiten bildet, welche einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten können. Mit dem Titel „Humboldt plus Schumpeter“ möchten wir diesen Gedanken aufgreifen. Es geht darum zu verdeutlichen, dass Entrepreneurship, wie wir es verstehen, und das humboldtsche Bildungsideal keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille sind. Es geht bei beiden darum, selbständig denkende Persönlichkeiten zu bilden, die aktiv einen eigenständigen Beitrag zur Veränderung einer gegebenen Situation leisten. Sowohl im gesellschaftlichen als auch im wirtschaftlichen Bereich. Dies wiederum wurde auch von der Europäischen Kommission als eine der acht wichtigsten Schlüsselkompetenzen für moderne Gesellschaften festgestellt.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich in dem Bereich Entrepreneurship weitere Informationen und Unterstützung suche?

Wer mit dem Gedanken spielt oder sogar schon konkretere Pläne für eine Gründung oder ein Projekt hat, kann sich in jedem Fall an den Entrepreneurship Hub wenden. Wir bieten unter anderem regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Gründung, Ideenfindung und Finanzierungsmöglichkeiten an. Zudem koordinieren wir die relevanten Angebote und Akteure an der Universität im Bereich Entrepreneurship, vernetzen mit externen Partnern, zum Beispiel bei Finanzierungsfragen, und beraten individuell, im Rahmen unseres Gründungsservice.

Was passiert demnächst in den Bereich Entrepreneurship an die Leuphana?

Am besten kann man sich auf unserer Website über die verschiedenen Angebote informieren. Gleich am Anfang des Sommersemesters veranstalten wir zusammen mit der studentischen Initiative StartersLab das 3. Startup Weekend von 21. bis 23.4, am 11.5 zusammen mit der IHK Lüneburg-Wolfsburg das 2. Lüneburger LaborX und bieten wieder verschiedene Workshops und die Leuphana Enterprise Academy an. Wer bei unserem Netzwerk- Treffen dabei sein möchte, sollte uns eine eMail senden. Bis Ende des Jahres planen wir weitere Vernetzungs- und Veranstaltungsformate.



Redaktion: Martin Gierczak, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.