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Trauer um Professor Schlotthaus

27.03.2017 Lüneburg. Kurz vor seinem 87. Geburtstag verstarb im März Professor Dr. Werner Schlotthaus. Der Emeritus hatte bis 1997 die Professur für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik inne.

Prof. em. Dr. Werner Schlotthaus (†)

Werner Schlotthaus wurde 1930 in Osnabrück geboren. Sein Studium der Germanistik, Anglistik, Philosophie und Pädagogik absolvierte er an den Universitäten in Göttingen und Tübingen. Sein erstes Staatsexamen für das höhere Lehramt legte er in Göttingen ab, es folgten Referendariat und zweites Staatsexamen. Gleichzeitig promovierte Schlotthaus zum Dr. phil.

Die Jahre zwischen 1958 bis 1968 waren geprägt von Auslandsaufenthalten, u.a. an der Universität Birmingham, der Queens University in Ontario/Kanada und dem Reed College in Portland/Oregon. In dieser Zeit arbeitete Schlotthaus aber auch immer wieder in Deutschland, an der Pädagogischen Hochschule Braunschweig und an der Freien Universität Berlin.

Im Sommersemester 1968 folgte er dem Ruf auf die Professor für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule (PH) Lüneburg, aus der sich später die Universität Lüneburg entwickelte.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit in Forschung und Lehre engagierte sich Schlotthaus intensiv in der akademischen Selbstverwaltung. Von 1970 bis 1994 war er mit einigen kürzeren Unterbrechungen Mitglied im Senat der PHN, der Abteilungskonferenz Lüneburg der PHN, dem Senat der Hochschule und der Universität, beteiligte sich also vielfach und stetig an der Selbstverwaltung.

Schlotthaus wirkte in den 1970er Jahren als Dekan und Prodekan an der PH. Während dieser Zeit kam es im Gefolge der 68er-Bewegung auch in Lüneburg zu einer starken Politisierung. Unter anderem gab es praktisch keine nicht-öffentlichen Gremiensitzungen mehr.

Von 1981 bis 1983 war Schlotthaus Rektor der (wissenschaftlichen) Hochschule Lüneburg. Seine Amtszeit fiel in eine bewegte Phase der Hochschulgeschichte. Insbesondere im Zusammenhang mit den wegweisenden Ausbauentscheidungen dieser Zeit hat er sich große Verdienste um die Lüneburger Hochschulentwicklung erworben.

Von 1994 bis 1997 legte Schlotthaus als erster Vizepräsident für Studium und Lehre die Grundlagen für eine qualitätvolle Ausbildung von Studierenden, unter anderem durch eine vergleichende Analyse aller Studiengänge, die Befragung von Absolventen und die Einführung eines Mentorensystems.

Zusätzlich zur seinem verdienstvollen Engagement für die Hochschulentwicklung hat Schlotthaus Generationen von Studierenden durch sein Engagement und seine Leidenschaft begeistert. Seine internationalen wissenschaftlichen Erfahrungen haben für seine  Arbeit immer eine große Rolle gespielt.

Einen besonderen Schwerpunkt seiner Forschungsleistungen und Publikationen auf dem Feld der Deutschdidaktik bildet die Herstellung der Verbindung von Didaktik und Kommunikationstheorie. Seine Arbeiten wurden breit rezipiert.

Die Leuphana Universität Lüneburg gedenkt seiner in tiefer Trauer und großer Dankbarkeit.
Seinen Angehörigen gilt unser aufrichtiges Mitgefühl.