Meldungen aus der Universität

4.000 Besucherinnen und Besucher: Tag der offenen Tür im Zentralgebäude

22.05.2017 Es war eine weitere, ganz besondere Premiere, die das neue Zentralgebäude am vergangenen Samstag feierte: Die Leuphana Universität Lüneburg übergab den Lüneburgern und Lüneburgerinnen beim Tag der offenen Tür „ihr“ Gebäude, wie Prof. Dr. Sascha Spoun betonte. Umso mehr freute sich der Präsident über das sehr große Interesse der Bürgerinnen und Bürger für das neue Zentralgebäude, über das bereits weltweit berichtet wurde. Insgesamt rund 4.000 Interessierte besichtigten den Neubau, etwa 1.500 nahmen an einer Führung teil.

Nicht alle Interessierten hatten vorab noch einen Platz bei den begehrten Führungen bekommen können, doch gehört, dass es am Tag der offenen Tür zusätzliche Rundgänge geben würde. Einige Wartende unterhielten sich auch über die extra für diesen Tag programmierte App, mit der ein Rundgang auf eigene Faust möglich war. „Es soll sich auch ohne Führung lohnen“, meinte eine Dame in der Schlange, die bereits viel Gutes übers neue Zentralgebäude gehört hatte.

Als sich die großen Türen um 14 Uhr öffnen, schauen, staunen und diskutieren die Menschen über das neue, architektonisch einmalige Gebäude in Lüneburg. „Mich macht das auch ein bisschen stolz“, gibt Annette Kersting aus Deutsch Evern zu. Die 57-Jährige wünscht sich, dass das Gebäude nicht nur von der Universität genutzt wird, sondern auch oft für alle Lüneburgerinnen und Lüneburger geöffnet wird: „Ich hoffe, dass hier auch Konzerte stattfinden werden“, sagt sie. 

Der Anfang eines Miteinanders

Es ist ein Wunsch, an dem die Universität gemeinsam mit Stadt und Landkreis Lüneburg und allen Bürgerinnen und Bürgern gern arbeiten wird: „Dies ist der Anfang eines Miteinanders. Dieser Raum kann auch als Stadthalle der Hansestadt Lüneburgs und des Landkreises genutzt werden“, betont Präsident Spoun im großen Libeskind Auditorium, wo rund 1100 Menschen Platz finden können. Bereits das Programm des Tags der offenen Tür erfüllte dieses Versprechen. Ob der Auftritt des Bach-Chors Lüneburg mit anspruchsvollem Gesangsprogramm; die mitreißende Musik der Bläser-Band „Brass Riot“ oder die traditionsreichen Lieder des Lüneburger Shanty-Chors: Das abwechslungsreiche Programm im Libeskind Auditorium aus wissenschaftlichen Vorträgen und Musik wurde bereits gemeinsam von Universität und Lüneburgerinnen und Lüneburgern gestaltet.

Doch nicht nur im großen Saal, sondern überall im Zentralgebäude gab es Programm: Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Humanismus, bürgerlicher Kultur oder Bürgerbeteiligung im Museum fanden viele Interessierte. Studentische Initiativen von der künstlerisch geprägten „Vision Inklusion“ bis zur Gruppe für politischen Austausch „Policy Lab“ informierten über ihre Arbeit an der Leuphana und im Foyer wurde Kunst gezeigt. „Die Bilder der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oedeme muss man gesehen haben“, findet die Besucherin Evelin Moser und weist auf die Radierungen und Tuschzeichnungen hin. Die jungen Leute hatten das Zentralgebäude samt graffiti-besprühtem Bauzaun künstlerisch zu Papier gebracht. Evelin Moser nimmt an einem der 80 geführten Rundgänge teil und ist begeistert vom Blick aus den Fenstern im sechsten Stock und den Lernplätzen für Studierende: „Tolle Aussicht über Lüneburg! So macht Studieren doch Spaß“, findet die Unternehmerin. 

Einladung zum Perspektivwechsel 

Genau diese Perspektivwechsel sind ein wichtiger Teil des neuen Zentralgebäudes. Nicht umsonst wählte das Radioballett für seine etwas anderen Führungen über Kopfhörer die Geschichte „Alice im Wunderland“. So wie das Mädchen in dem englischen Kinderbuchklassiker mussten auch die Teilnehmenden bei dieser ungewöhnlichen Reise durchs Zentralgebäude immer wieder andere Blickwinkel einnehmen. Mal auf dem Boden liegend, mal durchs Foyer tanzend. „Aber das Zentralgebäude spielt ja auch mit den Sinnen“, urteilt die 24-jährige Teilnehmerin Muriel Ther. 

Aber nicht nur im, sondern auch rund ums Gebäude kamen die Gäste in Bewegung. Die achtjährige Sophie stapelte bei der Aktion des Kletterwalds Scharnebeck hoch. Ganze neun Cola-Kisten kletterte sie nach und nach gut abgesichert in die Höhe. Von dort hatte sie eigentlich einen sehr guten Überblick: „Aber fürs neue Gebäude hatte ich keine Augen“, sagt das Mädchen. Sicher unten angekommen, schaut sie doch noch einmal genau hin: „Mir gefällt es sehr gut“, urteilt das Mädchen. Zwischen dem Zentralgebäude und Gebäude 14 gibt es gerade für Kinder viel zu erleben: eine Hüpfburg lädt zum Toben ein, die Slackline zum Balancieren und die Feuerwehr erlaubt vielen kleinen Gästen einen näheren Blick auf den Löschwagen. Viele Eltern und Freunde genießen den warmen, sonnigen Nachmittag an den Bierbänken, die bis zum Abend hin noch gut besetzt sind. 

Doch die meisten Besucherinnen und Besucher erkunden das neue Gebäude. „Ich bin seit der Grundsteinlegung von der Idee dieses Gebäudes begeistert“, berichtet der 70-jährige Peter Thran. „Libeskind ist ein Glück. Das Geld ist richtig ausgegeben worden. Das Gebäude steht für einen Aufbruch“, urteilt der Lüneburger und verweist auf die ehemalige Nutzung der anderen Universitätsgebäude: Sie waren Kasernen. 

Ein Signal für die Verbindung von Wissenschaft und Praxis 

Nicht nur das Zentralgebäude, der ganze Tag strahlt eine besondere Botschaft aus und brachte auch Menschen an die Universität, die sonst nicht hierher gekommen wären: „Das Gebäude steht auch für Interaktion. Weil Sie heute hier sind, geben Sie uns, der Universität, Anregungen mit Ihren Fragen und Kommentaren“, richtet der Präsident Sascha Spoun seine Worte an die Besucherinnen und Besucher und fährt fort: „Denn nur mit Ihnen und für die Gesellschaft wird wissenschaftlicher Fortschritt und die Bewältigung der globalen Herausforderungen gemeinschaftlich gelingen.“ Für ihn ist der Tag ein Signal für die Verbindung von Wissenschaft und Praxis oder kurz gesagt: für die Transdisziplinarität. 

Wer das neue Gebäude des Stararchitekten Daniel Libeskind besucht, kann lernen, Dinge anders zu sehen: „Es ist toll und kreativ! Keine Wand wirkt gerade, manche Räume scheinen für mich deshalb fast ein bisschen zu schwanken“, beschreibt die Besucherin Katrin Schlumbohm. Vielleicht ist es genau das, was die Wirkung des Gebäudes zusammenfasst: Es bringt etwas in Bewegung. 

Weitere Eindrücke des Tages:

Autorin: Marietta Hülsmann, Redaktion: Morgaine Struve, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.