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Raum der Stille eröffnet

02.06.2017 Lüneburg. Im Beisein der Bischöfe Meister und Trelle sowie Vertretern weiterer Weltreligionen hat die Leuphana Universität Lüneburg heute einen ‚Raum der Stille’ in ihrem von Daniel Libeskind entworfenen Zentralgebäude eröffnet. Der rund 80 m2 große Raum misst an seiner höchsten Stelle mehr als neun Meter und ist eine architektonische Besonderheit. Er wird zum einen der stillen Kontemplation und dem Gebet dienen. Zum anderen soll er einen interreligiösen Austausch anregen und den Dialog über das Verhältnis von Religion, Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern.

Vertreter von fünf Glaubensgemeinschaften sprachen bei der Eröffnungsveranstaltung: Bischof Norbert Trelle vom Bistum Hildesheim, Bischof Ralf Meister von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Michael Fürst als Vorsitzender der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Mehmet Karaoglu als Vorsitzender des Bündnisses Islamische Gemeinden in Norddeutschland und Imam der Centrum-Moschee Hamburg sowie Ragnhild Struss als Vertreterin des Rats der Hamburger Bahai.

Die fünf Religionsvertreter trugen im Raum der Stille ihre Wünsche für diesen Ort vor. Michael Fürst unterstrich die Bedeutung einer Verständigung der Religionen für den Frieden. Bischof Norbert Trelle wünschte sich von den künftigen Besuchern die Fähigkeit, so zu hören, dass daraus Vertrauen und Glauben erwachsen können. Mehmet Karaoglu gab der Hoffnung Ausdruck, dass aus den Begegnungen in dem Raum Freundschaften erwachsen. Bischof Ralf Meister hob ab auf das einträchtige Miteinander der künftigen Besucher und appellierte an deren Pluralitätsfähigkeit. Ragnhild Struss sprach sich für einen achtsamen interreligiösen Dialog aus. Studierende der Leuphana trugen mit Zitaten zum Thema interreligiöser Dialog zur Veranstaltung bei.

„Der 'Raum der Stille' soll zu einem Modell werden für Toleranz und vertieften Dialog zwischen Wissenschaft und Religion sowie zwischen den Weltreligionen und -anschauungen. Er bietet einen zentralen Ort der persönlichen oder gemeinschaftlichen Ausübung religiösen Glaubens im friedlichen Miteinander unterschiedlicher religiöser Prägungen und Traditionen“, erläuterte Universitätspräsident Sascha Spoun.

Studierende der Leuphana hatten gemeinsam mit Vertretern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften unter der Leitung von Daniel Libeskind und Holm Keller ein Konzept für den 'Raum der Stille' erarbeitet. Sie beschäftigten sich mit der Funktion von Stille, Meditation, Andacht und Gebet in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen und betrachteten Baugeschichte und Architektur von sakralen Räumen. In Gruppen entwickelten die Studierenden dann Konzepte und Modelle für die konkrete Gestaltung des Raumes.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, das katholische Bistum Hildesheim und die jüdischen Gemeinden in Niedersachsen haben sich gemeinsam mit der Klosterkammer Hannover an der Finanzierung des Raumes beteiligt. Eine entsprechende Vereinbarung hatten sie bei Grundsteinlegung im Mai 2011 unterschrieben. Die evangelische und katholische Hochschulgemeinde haben ihr Domizil in Nachbarräumen.