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Treffen des Qualitätsbeirats: Personalentwicklung für Promovierende

08.06.2017 Die Zahlen aus dem Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs sprechen eine klare Sprache: Nur 15 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden werden nach ihrer Promotion auf einer befristeten wissenschaftlichen Stelle arbeiten. Langfristig gesehen haben im Fächerdurchschnitt nur fünf Prozent der Promovierten die Chance, auf eine Professur berufen zu werden. Für die große Mehrheit der Doktorandinnen und Doktoranden wird also die berufliche Zukunft außerhalb der Universität liegen. Mit welchen Angeboten zur Personalentwicklung die Leuphana diese Promovierenden noch besser unterstützen kann, war ein Thema beim Treffen des Qualitätsbeirats. In diesem Gremium tauschen sich Vertreterinnen und Vertreter der Leuphana, befreundeter Universitäten und der Wirtschaft aus und beraten das Präsidium bei der Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements.

Beim Treffen des Qualitätsbeirats sprach Präsident Sascha Spoun mit Vertreterinnen und Vertretern der Leuphana, der freien Wirtschaft und befreundeter Universitäten.

Barbara Nickels von der Graduate School beschrieb folgenden hypothetischen Fall: „Eine Doktorandin der Kulturphilosophie hat realisiert, dass ihre Chancen auf eine wissenschaftliche Karriere an der Uni äußerst gering sind. Was kann sie alternativ tun? Vielleicht strebt sie eine Leitungsposition bei einer Stiftung oder einer kommunalen Kultureinrichtung an.“ Um Promovierende aus wirtschaftsfernen Disziplinen beim Einstieg in entsprechende Aufgabenfelder zu unterstützen, hat sie zusammen mit Dr. Nadine Dablé das Zertifikat „Leadership in Gesellschaft und Wirtschaft“ konzipiert.

Über einen Zeitraum von zwei Semestern  können Promovierende und Postdocs vorhandene überfachliche Fähigkeiten wie Durchhaltefähigkeit, Selbstmanagement oder systematisches Arbeiten ausbauen und zusätzliche Kompetenzen zum Management von Organisationen, Kommunikation und Karriereplanung erwerben.„Die Inhalte in den Modulen sollen möglichst praxisnah und handlungsorientiert vermittelt werden. Ein praktisches Transferprojekt soll die theoretische Lernphase abschließen, um mögliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auf das Potential der hochqualifizierten Zielgruppe aufmerksam zu machen“, fährt Dr. Nadine Dablé fort. 

Unterstützung aus der Wirtschaft

Sabine Josch, Personaldirektorin bei Otto, unterstützte dies und empfahl einen frühen Kontakt der Promovierenden zu Unternehmen. „Durchführungen kleiner, praktischer Projekte können bereits Arbeitsproben sein“, erklärte Sabine Josch. Dadurch würden sich Arbeitgebende und Arbeitssuchende besser kennen lernen. Zudem empfahl sie eine Vertiefung der Digitalisierungskompetenzen, die in der modernen Arbeitswelt immer wichtiger würden. Kristian Ludwig von der Unternehmensberatung „Ernst & Young“ wünschte sich eine Universität, die den wissenschaftlichen Nachwuchs, der die Universität verlässt, genauso unterstützt wie diejenigen, die im wissenschaftlichen Bereich Karriere machen. Das geplante Zertifikat leistet einen weiteren wichtigen Beitrag dazu. 

Neben der Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses stand an diesem Tag die Qualität der Studienprogramme an der Leuphana im Fokus. Als systemakkreditierte Hochschule lässt die Leuphana ihre Major und Minor regelmäßig durch externe Beiräte bewerten und verleiht bei positiver Überprüfung das Siegel des Deutschen Akkreditierungsrates. Prof. Dr. Uwe Schmidt, Leiter des Qualitätsmanagements der Uni Mainz, bestätigte der Leuphana eine gelebte Qualitätskultur, die durch regelmäßige Diskursanlässe gekennzeichnet ist. Entwicklungspotential sieht der Experte in einer stärkeren empirischen Fundierung der Qualitätsentwicklung für Studium und Lehre. Auch die Möglichkeit, für die Leuphana spezifische Qualitätsstandards zu definieren und in die Entwicklung der Studienprogramme einfließen zu lassen, wäre laut Uwe Schmidt ein lohnendes die Ziel für die weitere Profilierung unserer Universität. 


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Autorin: Marietta Hülsmann, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.